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„Von der Heilung des Blindgeborenen“ Johannes 9

199. – 24. Oktober 1880 "Von der Heilung des Blindgeborenen"  Johannes 9
 
Meine lieben Kinder!
Wir wollen heute die Heilung des Blindgeborenen betrachten, an welchem Ich vorüber ging. Es ist Meine Art und Weise, daß Ich auch bei den Geistig-Blinden vorbei gehe, um Mich ihnen zu zeigen, dabei aber sie nicht zu beeinträchtigen suche, sondern warte, bis sie Mich um Hilfe anflehen.
 
Oft sind es auch Andere, die von Mir Hilfe für solch einen Unglücklichen erbitten, freilich oft mit großem Vorurteil gegen einen solchen Unglücklichen, welchen das Wort gilt, das da sagt (Vers 3): "auf daß die Werke des Herrn offenbar werden" – So heilte Ich den Blinden nicht durch Mein Allmachtswort allein, sondern er machte Mir Mühe, d.h. Ich wandte Mittel an, Ich schmierte Kot auf seine Augen.
 
Gerade so halte Ich es jetzt wieder, den blinden Weltmenschen gegenüber, Ich lasse sie die Nichtigkeit und den Dreck des Materiellen so recht fühlen, damit ihre Geistesaugen erkennen sollen, wie finster es seither bei ihnen war.
 
Aber wenn sie nun sehend geworden sind, dann erhalten sie die Anweisung selbst tätig zu sein, indem Ich sage (Vers 7): "Gehe hin zu dem Teiche Siloha und wasche dich", das bedeutet: benütze das Gnadenbrot, das dir gereicht ist, und reinige dich dadurch von den verkehrten Ansichten.
 
Ich kann Niemand eine wahre Hilfe angedeihen lassen, wenn er nicht selbst tätig ist, wozu der Glaube an Meine Hilfe und der Gehorsam gegen Mich antreiben müssen, Meinen Liebewillen frei zu erfüllen.
 
Dieses ganze Kapitel bezeichnet das Sehendmachen der blinden Welt, sowie den großen Widerstand der Pharisäer und Schriftgelehrten, die wenn sie einen Menschen antreffen, welcher durch Meine Gnade und Arbeit hell sehend in geistigen Dingen gemacht ward, auf allerlei Verdächtigungen und Verdrehungen Meiner einwirkenden Macht denken.
 
Sie scheuen sich nicht, den Kampf mit Mir Selbst aufzunehmen, damit ihre eigene Ohnmacht und Blöße von den  Hellsehenden nicht geschaut werden solle.
 
Nun aber betrachtet ihr den sehend Gemachten, und nehmet ein Beispiel an seinem Verhalten, mit welcher Überzeugung er immer wieder dem Drängen der Pharisäer entgegentrat und aus Dankbarkeit gegen Mich ohne Scheu die Wahrheit sagte, ob er gleich gar wohl wußte, daß wenn er auf der Pharisäer Seite trete, ihm viel Verfolgung erspart würde; allein er war geheilt und sehend, und konnte deshalb als Zeuge Meiner Macht auftreten.
 
Obgleich die Juden ihn verfolgten, so nahm Ich Mich doch seiner um so gnädiger an, und schenkte ihm die Erkenntnis Meiner Gottheit ( als das gottselige Geheimnis, das den sich weise Dünkenden verborgen. D.Hsg.)
 
Auch ihr gehöret unter die Geheilten, welche Mir Mühe und Arbeit machten. Haltet fest im Glauben und in der Liebe zu Mir, wenn euch auch Viele entgegen zu treten suchen, denen die innere Wirkung Meiner Gnade noch nicht zu Teil geworden ist in dem Grade wie ihr sie besitzet, und verkehret mit denselben in der göttlichen Liebe und Geduld! Amen! Euer Jesus-Vater.

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