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„Herr, gilt das uns (Jüngern nur), oder Allen?“ – Lies zuvor Lukas 12. Kapitel

201. – 7. November 1880 "Herr, gilt das uns (Jüngern nur), oder Allen?" -Lies zuvor Lukas 12. Kapitel-
 
Liebe Kinder!
Gleichwie Ich es mit Meinen Jüngern gehalten habe, zu welchen Ich persönlich redete und sie auf Alles vorbereitete, was sie noch um Meinetwillen zu dulden und dem sie zu entsagen hatten, also halte Ich es mit euch, die ihr Mir versprochen habt treue Diener zu sein, und Mich sogar darum bittet, euren guten und redlichen Willen anzunehmen.
 
Ich habe denselben mit Freuden angenommen und habe euch deshalb auf eure Selbstprüfung aufmerksam gemacht; allein verstehet dieselbe wohl; denn auch Meine damaligen Jünger konnten oft die Gleichnisse und Reden nicht fassen, weil sie glaubten, daß solche sogleich in Erfüllung gehen müßten und selbe seien bloß für ihren kleinen Kreis gegeben, während doch diese Worte der Heiligen Schrift heute noch in ihrer ganzen Bedeutung anzuwenden sind.
 
Ihr könnet nun deren Sinn beim Rückblick auf den Entwicklungsgang Meiner Geschichte besser verstehen, und jetzt, da die Erfüllung derselben mehr denn je notwendig ist, muß Ich auf`s Neue dieselben Meinen Verehrern zurufen (Lukas 12. Kap.) und die Petrusfrage tritt Mir wieder entgegen: "Herr gilt das uns (nur), oder Allen?"
 
Ich sage euch: Allen, die Mich lieben und ihre Liebe in den Werken zeigen wollen; doch in der Art und Weise, daß sie die Werke selbst wählen können, und Ich nie bestimmend ihnen etwas Besonderes anweise, sondern auch in der Liebe am meisten ihren freien Willen ehre.
 
Denn durch solche Zwangsformen ist schon manche gar gute Unternehmung, die in Meinem Namen angefangen wurde, und zu Meiner Ehre dienen sollte, wieder unterdrückt worden, weil die redlichsten Seelen dabei durch ihren fanatischen Eifer mißbraucht wurden, und statt daß ihr Geistesleben dabei gefördert, dasselbe geärgert wurde, so daß sie durch die Vorsteher, statt zu Mir gelockt zu werden, durch dieselben infolge erlittener Enttäuschungen gänzlich von Mir entfernt wurden.- vergleiche Vaterbrief Nr. 190 –
 
Darum, Meine lieben Kinder, verstehet diese Meine an euch gerichteten Worte wohl, und redet mit Mir Selbst im Herzen darüber. ehe ihr dieselben selbst auslegen wollet als Winke zu äußern Unternehmungen. Auch Meine Jünger mußte Ich in diesem Punkte mit vieler Geduld leiten, weil ihnen Mein ganzes Wesen und Mein Wort oft als größter
Widerspruch vorkam.
 
Bittet also um den Geist der Wahrheit, hauptsächlich wenn ihr die Kapitel leset, auf welche Ich euch noch besonders hinweise, und Ich will euch nahe sein mit Meinem väterlichen Segen. Amen! Euer Jesus!

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