Historische Einordnung: Der folgende Quellentext von 1923 enthält antisemitische Pauschalurteile und antikonfessionelle Polemik. Diese Aussagen dokumentieren die Position des damaligen Verfassers.
Es ist eine weitverbreitete Anschauung, daß der Jude als der Antichrist zu gelten habe. Zu der Zeit, als er den Herrn Jesus Christus an das Kreuz schlug, war er der ärgste Feind Jesu und, da das Christentum zu dieser Zeit noch keine nennenswerte Verbreitung bei anderen Völkern gefunden hatte, auch der alleinige Feind, so daß er damals der Antichrist war. Aber auch heute noch stehen die Juden in hartnäckiger Nichtanerkennung der Person Jesu als der ihres Gottes, und ihre Religion zwingt sie zur Fortsetzung ihrer Feindschaft gegen Christus und die Christenheit. Verdient da nicht der Jude auch jetzt noch den Namen „Antichrist“? Dennoch bezeichnet Gott der Herr in Seinen uns gewordenen Offenbarungsschriften den heutigen Juden nirgends als „Antichrist“; Er stellt als solchen Rom hin.
Der Herr Jesus hat über die Zukunft der Juden sich mehrfach ausgesprochen (s. „Wegweiser“ II K Nr. 15–23). Als Er den Jüngern sagt, daß die Juden Ihn töten würden, fügt Er hinzu: dann würde den Juden aber auch alle Gnade und alles Licht genommen werden; sie würden fortan kein Volk mehr bilden und bis ans Ende der Welt kein eigenes Land mehr haben, sondern wie ein flüchtiges Wild in der Wüste zerstreut über den ganzen Erdboden herumirren.
Als Jesus über die Zerstörung Jerusalems weissagt (Ev 7, 50, 3), führt Er aus: Es würde danach mit dem Judenvolke für alle Zeit der Zeiten aus sein; verhaßt würden die Juden unter den Heiden alle Schmach und Verfolgung zu tragen haben, als bleibendes Zeugnis ihres Unglaubens und ihrer Lieblosigkeit. Den verheißenen Messias würden sie wohl immer erwarten, jedoch vergebens. Fänden sie einmal in späteren Jahrtausenden den Weg zum Vaterhause zurück, so würden sie, wie der verlorene Sohn, auch aufgenommen werden.
Hier zeigt sich der Standpunkt des Herrn: Das Judenvolk ist Ihm heute wie „der verlorene Sohn“. Immerhin aber hat der Vater diese unsere Offenbarungen nicht der Juden wegen gegeben (K 67–68).
Ueber die heutigen Juden sagt der Herr (Pr 188 [4. Aufl. S. 191–192]): Ihre ehemalige Geistesrichtung habe sich in die entgegengesetzte verkehrt, und ihre Hauptbeschäftigung jetzt sei das Uebervorteilen von Andersgläubigen; sie seien die Blutegel bei den Völkern und huldigten allein dem Mammon, verachtet von allen Völkern (Pr 290–291 [4. Aufl. S. 291–292]). Mit der über den Mammon gewonnenen Macht beherrscht der Jude heute in außerordentlich weitem Umfange die Staaten und die äußeren Weltverhältnisse.
Neben diesen Erfolgen in der Eroberung der äußeren Welt tauchen jedoch, besonders bei uns im deutschen Reiche seit den Tagen unseres Niederbruches, auch Bestrebungen von jüdischer Seite auf, die christliche Religion als minderwertig hinzustellen, die Person Jesu zu verkleinern, Ihn als einen lediglich besonders veranlagten Menschen zu zeichnen, Seine Wundertaten als ganz natürliche Vorgänge zu erklären und uns als den allein erstrebenswerten Glauben den jüdischen anzupreisen.
Damit tritt das Judentum auf dem religiösen Gebiete wieder aktiv, angreifend, hervor, mit dem Endziel, das Christentum zu zersetzen und uns die Vorstellung einzuimpfen, als sei die auf den Mammon gegründete Macht des Judenvolkes auch moralisch gerechtfertigt, weil sie unentwegt für immer noch das auserwählte Volk Gottes seien, dem der Herr auch die äußere Beherrschung der ganzen Erde in Aussicht gestellt habe. Für diese Idee berufen sie sich insbesondere auf die Stelle im Propheten Jeremias Kap. 30 V. 16, mit welcher gesagt sein soll, daß sie, nachdem sie für ihre Sünden gezüchtigt sein würden, die Herrschaft über alle Völker erlangen würden.
In den öffentlichen Propaganda-Versammlungen, deren Ankündigungen die Urheber und die Abstammung der Redner nicht erkennen lassen, und zu denen infolgedessen die Christen meist in hellen Scharen strömen, wird diese Anpreisung der jüdischen Religion meist unter der Maske christlicher Redewendungen fast unmerklich vorgenommen, dem harmlosen Zuhörer nicht leicht bemerkbar, mit der Wirkung des heimlich beigebrachten schleichenden Giftes.
Gegen diese Versuche ist aber jeder Christ, der sein Herz auf dem rechten Flecke hat und in diesem seinen Jesus lebendig trägt, gewappnet, und er kann sich leicht ihrer erwehren. Der Wolf im Schafspelze läßt sich sogleich entlarven, man lege ihm nur die Frage vor: „Wie stehst du zu Jesus Christus? Ist Er dir Herr und Gott?“ Die hier drohende Gefahr ist um so geringer, als sie nur an erwachsene Christen herantritt, die zu einem eignen Urteil über ihre Religion gereift sind oder doch reif sein sollten.
Ganz anders schwerwiegende Folgen zeitigt aber die Zugehörigkeit zur römischen Kirche. Diese tritt nicht erst an erwachsene und urteilsfähige Menschen heran, sondern sie begleitet ihre vielen Millionen von Angehörigen schon von der frühesten Kindheit an durch das Leben. Der Priester und das Elternhaus sorgen hier dafür, daß die Gebräuche und Lehren und Forderungen dieser Kirche schon dem Kinde als das ganz allein wahre Lebensheil in Fleisch und Blut übergehen. Das Verbot des Bibellesens nimmt die Anregung zur Kritik fort. Mit der Beteuerung der Garantie des Seelenheils im Jenseits wiegt diese Kirche den Menschen in eine Unbesorgtheit um die Zeit nach dem Tode, welche äußerst angenehm, weil bequem ist, da sie ein Anzweifeln und Nachprüfen erspart, ja ein solches und jede Abweichung von der Lehre sogar unter harte Strafe stellt.
Wir wissen nun aus unseren Offenbarungen, welch namenloses Unglück dem Menschen im Jenseits droht, wenn ihm die Heilswahrheiten Jesu Christi hier auf Erden nicht lauter und wahr kundgetan werden, wenn er infolgedessen hier einen für richtig und sicher gehaltenen, aber falschen und nicht zum wahren Lichte führenden Weg wandelt und so seine Aufgabe, zu deren Erfüllung er auf dieser Erde ins Leben gerufen wurde, nicht erkennt und seinen Erdenlebenszweck versäumt.
Die Schädigung, welche diese Kirche dadurch der Seele beibringt, verstößt auf das schwerste gegen alles, was der Herr mit dem Menschen in Seinem großen Heilsplane vorhat, und zwar so schwer, daß im Verhältnis hierzu alle Gegnerschaft des Judentums wenig bedeutet! Der Jude vertritt mit seinem Wucher dem Christen nach Möglichkeit den Weg zu den irdischen Schätzen, aber damit nur den Weg zu den weltlichen, vergänglichen Gütern, deren Besitz der Seele obendrein für ihre Ausbildung zum Jenseits meist nur schädlich ist, und die wir beim Tode zurücklassen. Rom dagegen verfinstert und verwischt den Weg zu den Werten, die allein hier auf dieser Erde in dem kurzen, nicht wiederkehrenden Prüfungsleben für alle Ewigkeit erworben werden sollen: den Weg zu den himmlischen Seelen- und Geistesschätzen!
Der Antichrist ist Rom!
Textgrundlage: bereitgestellte historische Ausgabe. Originalscan · PDF-Seite 16 →
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