Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und webe es als eine Webe vor Jehovah” bedeutet das göttliche Leben stamme aus Ihm. Dies erhellt aus der Bedeutung des Webens (oder Hinundherbewegens) des Webeopfers, insofern es ausdrückt lebendig machen, und somit das Leben bezeichnet. Weil aber gesagt wird “vor Jehovah”, so bedeutet es das göttliche Leben. Eine Webe weben bedeutet aber lebendig machen, oder göttliches Leben verleihen; dies erhellt aus den Stellen im Worte, wo gesagt wird, eine Webe weben. Daß eine Webe weben solches bedeutet, kommt von der Entsprechung her, denn jede Bewegung entspricht einem Zustand des Denkens, daher bezeichnen auch
die Wanderungen, die Reisen und ähnliches, was eine Bewegung ausdrückt, im Worte Lebenszustände. Weil durch das Weben auf den Händen Aharons eine Belebung durch die Anerkennung des Herrn bezeichnet wird, daß nämlich alles von Ihm komme, deshalb soll von dieser Anerkennung und dem Glauben daraus einiges gesagt werden: Der Herr sagte oft, wenn Kranke von Ihm geheilt wurden, daß sie Glauben haben sollten, und daß ihnen geschehe nach ihrem Glauben. Dies tat Er deshalb, weil das Erste vor allem ist, anzuerkennen, daß der Herr der Heiland (Erlöser) der Welt ist, denn ohne diese Anerkennung kann niemand etwas Wahres und Gutes aus dem Himmel aufnehmen, somit auch keinen Glauben, und weil dies das Erste von allem und das Wesentlichste ist, darum fragte der Herr, als Er in der Welt war, wenn Er Kranke heilte, dieselben nach ihrem Glauben, damit Er von ihnen anerkannt wurde, und diejenigen, die Glauben hatten, wurden geheilt. Der Glaube war die Anerkennung, daß Er selber der Sohn Gottes sei, Der in die Welt kommen sollte, und daß Er Macht habe zu heilen und zu erlösen. Alle Heilungen von Krankheiten durch den Herrn, als Er in der Welt war, bedeuteten auch wirklich Heilungen des geistigen Lebens, somit solches, was sich auf die Erlösung bezieht. Weil die Anerkennung des Herrn das Allererste des geistigen Lebens ist und das Wesentlichste der Kirche, und weil ohne sie niemand etwas Glaubenswahres und Gutes der Liebe aus dem Himmel aufnehmen kann, darum sagte auch der Herr so oft, wer an Ihn glaube, habe das ewige Leben, wer aber nicht glaube, habe es nicht. Er lehrte aber auch zugleich, daß nur diejenigen Glauben an Ihn haben, die nach Seinen Geboten leben, so daß also Leben in den Glauben eindringt. <HG 10083>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 46 →
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