Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Sowohl wir als auch unsere Väter” bedeutet, daß es so war vom ersten Guten an. Dies erhellt aus der Bedeutung der Väter, insofern sie Gutes bezeichnen; daß auch ihre Väter solche waren, bedeutet daher, vom ersten Guten an. Unter Väter werden auch an vielen Stellen des Wortes im inneren Sinn nicht Abraham, Jischak und Jakob verstanden, sondern die Angehörigen der Alten Kirche, die im Guten waren. <HG 6050>
“Sowohl wir, als auch unsere Väter” bedeutet, daß es so war von den Alten her. Dies erhellt aus der Bedeutung der Väter, insofern es diejenigen sind, die den Alten Kirchen angehörten. Wo im Wort von den Juden und Israeliten gehandelt wird, werden an vielen Stellen die Väter mit Lob erwähnt. Diejenigen, die beim Buchstabensinn stehenbleiben, verstehen unter den Vätern daselbst keine anderen als Abraham, Jischak und
Jakob, und auch die Söhne Jakobs; aber im inneren Sinn werden durch Väter an jenen Stellen, wo sie in guter Bedeutung erwähnt sind, nicht diese verstanden, sondern diejenigen, die der Ältesten Kirche angehörten vor der Sündflut, und diejenigen, die der Alten Kirche angehörten nach der Sündflut; diese und jene wurden Väter genannt, weil von ihnen die Kirche abstammt, und alles, was zur Kirche gehörte, hergeleitet wurde. <HG 6075>
“Heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen” bedeutet, daher komme die Erzeugung des Falschen aus dem Bösen. Dies erhellt aus der Bedeutung von “die Missetat der Väter heimsuchen”, insofern es die Erzeugung des Bösen bezeichnet. Heimsuchen bedeutet aber Erzeugung, weil von dem Zustand derer gehandelt wird, die das Göttliche gänzlich von sich zurückweisen, und daher nicht mehr Aufnahmeorgane des Guten, sondern des Bösen sind, und zwar fortwährend; denn bei solchen wächst das Böse beständig, was eben Erzeugung ist. Im nächsten Sinn wird unter “heimsuchen die Missetat der Väter an den Söhnen” nicht verstanden, daß die Söhne die Strafe für die Missetat ihrer Väter büßen sollen, denn dies wäre gegen das Göttliche: 5.Mose 24/16, sondern daß das Böse bei den Vätern zunehme, und so durch Vererbung auf die Kinder übertragen werde, und daraus allmählich eine Anhäufung des Bösen entstehe. Im geistigen Sinn werden aber unter den Vätern nicht Väter, sondern das Böse verstanden, und unter den Söhnen nicht Söhne, sondern das Falsche, daher wird durch diese Worte die fortwährende Erzeugung des Falschen aus dem Bösen bezeichnet. <HG 8876>
“Heimsuchend die Missetat der Väter an den Söhnen, und an den Söhnen der Söhne” bedeutet die Verwerfung und Verdammung des Bösen und des daher stammenden Falschen in einer langen Reihe. Dies erhellt aus der Bedeutung von heimsuchen, sofern es die Hinauswerfung und Verdammung des Bösen bezeichnet, worüber folgt; aus der Bedeutung der Väter, sofern sie das Gute und im entgegengesetzten Sinn das Böse bezeichnen; und aus der Bedeutung der Söhne, sofern sie das Wahre und im entgegengesetzten Sinn das Falsche bezeichnen. Daher bedeuten die Söhne der Söhne Falsches aus Bösem in langer Reihe. Unter der Hinauswerfung und Verdammung des Bösen und des Falschen daraus, wird verstanden die Hinauswerfung und Verdammung derjenigen, die im Bösen und im Falschen daraus sind; denn das Böse und Falsche ist nur möglich in Subjekten (Trägern), die Menschen sind. Man wisse, daß das Falsche des Bösen unter den Söhnen verstanden wird, weil die Väter, von denen sie herkommen, das Böse bedeuten. Wer den inneren Sinn des Wortes nicht weiß, kann leicht glauben, daß Jehovah die Missetat der Väter an den Söhnen und an den Söhnen der Söhne heimsuchen, daß folglich die Söhne die Sünden ihrer Väter büßen müssen; daß aber dieses der Sinn nicht ist, ergibt sich offenbar aus dem göttlichen Gesetz: “Die Väter
sollen nicht sterben um der Söhne willen, noch die Söhne um der Väter willen, sondern ein jeder wegen seines eigenen Bösen”: 5.Mose 24/16. Hieraus erhellt, daß jene Worte anders als nach dem Buchstaben zu verstehen sind. Daß die, welche im Bösen sind und daher im Falschen in einer langen Reihe, durch die Väter und deren Söhne und Sohnes-Söhne bezeichnet werden, ergibt sich aus dem inneren Sinn, in dem Väter und Söhne Böses und Falsches bedeuten. Von den Engeln, die das Wort, wenn es von Menschen gelesen wird, auch innewerden, wird unter den Vätern und unter den Söhnen nichts anderes verstanden; denn im Himmel, wo die Engel sind, weiß man nichts von einem Vater und von einem Sohn, wie bei den Menschen, denn dort erkennt man niemand als seinen Vater an und niemand als seinen Sohn, weil sie dort nicht geboren werden wie in der Welt. Wenn daher ein Vater und ein Sohn im Wort genannt werden, verstehen die Engel dieselben gemäß den geistigen Geburten, welche die des Guten und Wahren oder des Falschen und Bösen sind, und ebendeswegen unter den Vätern Gutes oder Böses und unter den Söhnen Wahres oder Falsches; denn das Gute ist der Vater des Wahren und das Böse ist der Vater des Falschen.<HG 10623>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 229 →
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