Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
“Und über ihre Seen” bedeutet, über ihr Wißtümliches, das ihnen dient. Dies erhellt aus der Bedeutung der Seen, sofern sie das Wißtümliche bezeichnen, das den Wahrheiten dient, die den Lehren angehören, und im entgegengesetzten Sinn Wißtümliches, das dem Falschen der Lehren dient. Die Seen bedeuten im Wort, wo sie genannt werden, im geistigen Sinn die Einsicht aus den Erkenntnissen des Guten und Wahren, denn Seen werden in demselben als angesammelte Gewässer oder Teiche aufgefaßt, und angesammelte Gewässer und Teiche bezeichnen einen Inbegriff von Erkenntnissen, durch die Einsicht kommt. Und weil Seen oder Teiche im entgegengesetzten Sinn Böses aus Falschem und daher Unsinnigkeiten bezeichnen, so bedeuten sie auch die Hölle, wo solches herrscht, dann aber wird der See Feuerpfuhl genannt, und ein Pfuhl, der mit Feuer und Schwefel brennt. <HG 7324>
Der Herr: Nun aber gebet weiter acht! Die Sonne streckt gerade ihre Scheibe, besser ihre westlichste Kugelfläche, über den Horizont; was bemerket ihr nun? Sagen die Essäer: Sonst wohl nichts als die lichte Fläche, die bedeutend schnell aus der lichten Tiefe heraussteigt; das Lichtfischleinspiel hat sich nun plötzlich verloren, und die Wölkchen werden dünner und verlieren sich ebenfalls eins nach dem anderen. Und nun steht schon die ganze Scheibe oder Kugel über dem Horizonte, und nun kommt auch ein ziemlich kühles Lüftchen vom Morgen her zu uns. Das ist aber auch alles, was wir entdecken. Der Herr: Wendet eure Augen auch in die Ebenen und Täler der Erde hinab und saget, was ihr da sehet! Die beiden Essäer beschauen die Tiefen der Erde und sagen darauf: Wir sehen die Täler angefüllt mit graulichen Nebeln, auch des Meeres Fläche ist mit einem graulichten Dunste überzogen; aus den Tälern aber erhebt sich der Nebel und bedeckt hie und da schon die niederen Hügel. - Soll etwa das alles auch irgendeine
geistige Bedeutung haben? Der Herr: Ganz sicher, umsonst und ohne geistige Anregung geschieht nichts auf der Erde! Wir aber wollen nun sehen, welch eine Bedeutung das hat! Die Sonne entspricht völlig dem Wesen Gottes; die Erde mit ihren Tälern, Flächen, Hügeln, Bergen, Flüssen, Strömen, Seen und Meeresflächen aber entspricht völlig dem Außenmenschen. Die Nebel, die sich zwischen die Sonne und die Erde stellen, entsprechen den mannigfachen leeren und kleinlichen Sorgen der Menschen, durch die das Licht der Sonne nur hie und da spärlich durchbrechen kann, und die Nebel steigen aufwärts und bedecken sogar die Berge; die Hügel und Berge aber entsprechen der besseren Einsicht der Menschen auf dieser Erde. Diese bessere Einsicht wird ebenfalls getrübt durch die kleinlichen und nichtigen Sorgen der halbblinden Menschen. Darum kommen aber nun Morgenwinde und treiben die Nebel von den Bergen und Feldern, auf daß sie zunichte werden und die Berge und Felder von der Sonne frei beleuchtet und erwärmt werden können, auf daß ihre Früchte des Lebens zur Reife gelangen mögen. - Ich meine, diese Entsprechung werdet ihr wohl verstehen!? <JE II,149/1-8>
Ihr fragt mich (Markus): Welche Klasse Menschen haben denn diese bei ihrem Leibesleben auf der Erde angehört? Ich sage euch: das sind die sogenannten gläubigen Christen, die in dem alleinigen Glauben die Rechtfertigung suchten und die Liebe nicht wohl anerkennen wollten, als tauge sie nichts fürs ewige Leben, sondern allein der Glaube. Und solche Begründung hält sie hier. Der See bezeichnet die Unzulänglichkeit derjenigen, die sich in irgend etwas begründet haben. Die Inseln aber bezeichnen, daß die Begründung aus dem Worte des Herrn hervorgegangen ist. Weil aber die Wahrheit nicht in Verbindung mit der Liebe ist, oder das Glaubenswahre nicht in der wahren himmlischen Ehe steht mit dem Liebeguten, so ist das bewohnbare Ländertum dieser Völker allenthalben durch das dazwischenstehende Wasser getrennt. Die Fahrzeuge, die ihr auf dem See erblickt, bezeichnet die freundlich gute Handlungsweise solcher Menschen auf der Erde. Diese Handlungsweise bringt, wie ihr seht, diese Inselbewohner in wechselseitige Verbindung. Diese Gegend hier zu linken Seite aber bezeichnet diejenigen, die aus den Glaubenswahrheiten nach und nach in einiges Liebetätigkeitsgute übergegangen sind und glauben darum auch an die Liebe des Herrn; aber es bleibt mehr beim Glauben als bei der Liebe. Solches bezeichnen allenthalben die hohen und starken Bäume, die aber dennoch keine genießbare Frucht tragen; daher die Lebensmittel, wie ihr seht, nur kleinwüchsig auf dem Boden in gehörig reichlicher Menge vorkommen. So bezeichnen auch die Pyramiden auf den runden Gebirgshöhen zur linken Seite mit den leuchtenden Sternen über den Spitzen, daß das oberste Prinzip dieser Menschen der Glaube ist, und ebenfalls das alleinige Licht. Die mit Zedern wohlbewachsenen übrigen Teile dieser Berge bezeichnen die Macht des Glaubens. Daß sie aber keine genießbare Frucht haben, solches besagt, daß der Glaube allein
des Leben nicht bewirkt. Und wenn schon in dem Glauben allein für sich ein geistiges Leben waltet, so hat es aber doch nur wenig Früchte, durch deren Genuß sich das Leben zu einer höheren Potenz kräftigen könnte. <GS I,21/14-16>
Mark.6/48: “Und Er sah, daß sie Not hatten im Rudern; denn der Wind war ihnen entgegen, und Er kam um die vierte Nachtwache zu ihnen, wandelnd auf dem See; und Er wollte neben ihnen vorübergehen”. Die See bedeutet die Welt. <SCHTXT 20/4>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 218 →
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