Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Unter dem Mond wird bei Matth.24/29 der Glaube verstanden. <HG 32, 862>
Der Mond bedeutet bei Matth.24/29 die Liebtätigkeit gegen den Nächsten. Die Ursache dieser Bedeutung ist, weil der Herr als Sonne denen im Himmel erscheint, die in der Liebe zu Ihm sind und Himmlische genannt werden, und als Mond denen, die in der Liebtätigkeit gegen den Nächsten sind und Geistige genannt werden. <HG 4060>
“Und siehe, die Sonne und der Mond” bedeutet das natürlich Gute und das natürlich Wahre. Dies erhellt aus der Bedeutung der Sonne, sofern sie das himmlisch Gute bezeichnet, und aus der Bedeutung des Mondes, sofern er das geistig Gute oder das Wahre bezeichnet. Die Sonne bedeutet im höchsten Sinn den Herrn, weil Er als Sonne denjenigen im Himmel erscheint, die in der himmlischen Liebe sind, und der Mond bedeutet im höchsten Sinn ebenfalls den Herrn, weil Er als Mond denjenigen im Himmel erscheint, die in der geistigen Liebe sind; auch kommt alles, was Licht heißt, im Himmel daher. Darum ist das Licht von der Sonne dort das Himmlische der Liebe oder das Gute, und das Licht vom Mond dort ist das Geistige der Liebe oder das Wahre. Hier nun ist die Sonne das natürlich Gute und der Mond ist das natürlich Wahre, weil sie von Jakob und Leah gesagt werden, denn durch Jakob wird das natürlich Gute und durch Leah das natürlich Wahre vorgebildet. Das Göttliche, das vom Herrn kommt, das ist im höchsten Sinn das Göttliche in Ihm, im bezüglichen Sinn aber ist es das Göttliche von Ihm. Das göttlich Gute, das von Ihm her kommt, ist es, was himmlisch genannt wird, und das göttlich Wahre, das von Ihm her kommt, ist es, was geistig heißt: wenn das Vernünftige es aufnimmt, so ist es das Gute und Wahre des Vernünftigen, was bezeichnet
wird; wenn aber das Natürliche es aufnimmt, so ist es das Gute und Wahre des Natürlichen, was bezeichnet wird. Hier das Gute und Wahre des Natürlichen, weil sie von Jakob und Leah gesagt werden. <HG 4696>
Der Mond, sofern er das geistig Wahre bezeichnet, welches das Glaubenswahre genannt wird. Daß die Sonne den Herrn in Ansehung der göttlichen Liebe bedeutet und daher beim Menschen das Gute der Liebe zum Herrn vom Herrn, und daß der Mond das geistig Wahre bedeutet, das hat seinen Grund darin, daß der Herr im Himmel, wo die himmlischen Engel sind, als Sonne erscheint, und im Himmel, wo die geistigen Engel sind, als Mond. Daß Er als Sonne erscheint, kommt von Seiner göttlichen Liebe her, denn die göttliche Liebe erscheint wie Feuer; von daher haben die Engel in den Himmeln Wärme; daher wird durch das himmlische und geistige Feuer im Wort die Liebe verstanden. Daß der Herr als Mond erscheint, kommt von dem Licht aus jener Sonne her, denn der Mond empfängt seinen Lichtschein von jener Sonne; das Licht aber im Himmel ist das göttlich Wahre; daher wird durch das Licht im Wort das göttlich Wahre bezeichnet. Das vom Herrn als Sonne ausgehende Licht unterscheidet sich von dem Licht, das vom Herrn als Mond ausgeht in den Himmeln, wie das Licht der Sonne in der Welt bei Tag vom Licht des Mondes in der Welt bei Nacht; ebenso die Einsicht derer, die im Lichte der Himmelssonne sind, von der Einsicht derer, die im Lichte des Mondes dort sind. Daher sind diejenigen, die im Sonnenlicht dort sind, im reinen göttlich Wahren, diejenigen aber, die im Mondlicht dort sind, im nicht reinen göttlich Wahren, denn sie sind in vielem Falschen, das sie aus dem nicht verstandenen Buchstabensinn des Wortes gezogen haben, welches Falsche ihnen dennoch als wahr erscheint. Hieraus kann erhellen, daß durch: bis daß nicht der Mond bezeichnet wird, bis daß bei ihnen nicht mehr das Falsche sein wird, das als wahr erscheint, sondern das reine Wahre, das eins macht mit dem Guten der Liebe. Aber es ist zu merken, daß das Falsche derjenigen, die im Licht des Mondes in den Himmeln sind, das Falsche ist, in dem nichts Böses liegt und daß ebendarum dasselbe vom Herrn angenommen wird, als ob es wahr wäre. Wie die meisten Ausdrücke im Wort auch einen entgegengesetzten Sinn haben, so auch Sonne und Mond, und in diesem Sinn bedeutet die Sonne die Selbstliebe und der Mond das Falsche von daher. Der Grund, warum durch Sonne und Mond dieses bezeichnet wird ist, weil diejenigen, die bloß in der natürlichen Vorstellung sind und nicht in der geistigen, nicht über die Natur hinaus denken. Wenn sie daher sehen, daß von jenen zwei Lichtern, oder von ihrem Licht und ihrer Wärme alles auf Erden entsteht und gleichsam lebt, so meinen sie, in ihnen liegen die das Weltall beherrschenden Kräfte; weiter hinauf erheben sie ihre Gedanken nicht. So tun alle, die in der Selbstliebe und daher im Bösen und Falschen sind, denn sie sind lediglich natürliche und sinnliche Menschen. Ein natürlicher und sinnlicher Mensch aber denkt nicht über die Natur hinaus, denn was er nicht sieht und betastet, von dem meint er, es sei nichts.
Bei den Alten bestand alles, was zur Kirche gehörte, aus Vorbildern geistiger Dinge durch Natürliches, und ebendarum bedeutete bei ihnen die Sonne den Herrn in Ansehung des göttlich Guten und der Mond Ihn in Ansehung des göttlich Wahren, und deshalb wendeten sie beim Gottesdienst ihr Angesicht gegen den Sonnenaufgang. Diejenigen nun von ihnen, die in der Selbstliebe und daher lediglich natürlich und sinnlich waren, fingen an, die Sonne und den Mond, die sie vor Augen sahen, als die höchsten Götter zu verehren; und weil bloß diejenigen, die in der Selbstliebe und daher im Bösen und Falschen waren, solches taten oder andere beredeten, solches zu tun, darum wird durch die Sonne bezeichnet die Selbstliebe und durch den Mond das Falsche aus demselben. Dies zeigt sich noch augenscheinlicher an den Geistern im anderen Leben, die solcherart gewesen waren in der Welt: diese wenden ihr Angesicht vom Herrn ab und wenden es auf etwas Dunkles und Finsteres hin, was dort anstatt der Sonne und des Mondes der Welt erscheint, im Gegensatz zur Sonne und dem Mond des Engelshimmels. Vor Alters, wo aller Gottesdienst ein vorbildlicher war, wurde von solchen der Sonnen- und Mond-Dienst eingeführt; zu jetziger Zeit aber, wo die Vorbilder aufgehört haben, gibt es in der Christenheit keine Verehrung der Sonne und des Mondes, sondern statt derselben die Selbstverehrung, und diese findet bei denen statt, in denen die Liebe zum Herrschen vorwaltet. Hieraus wird nun klar, was durch die Sonne und den Mond im entgegengesetzten Sinn bezeichnet wird. <EKO 401>
“So daß der Tag während seines dritten Teils nicht schien, und die Nacht desgleichen” bedeutet, daß das Licht des geistig Wahren und das Licht des natürlich Wahren ganz ausgelöscht worden sei. Dies erhellt aus der Bedeutung des Tages, sofern er das geistige Licht bezeichnet, und aus der Bedeutung der Nacht, sofern sie das natürliche Licht bezeichnet. Dies wird bezeichnet, weil oben gesagt wurde, daß der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne verfinstert wurden, und unter dem Tag das Licht der Sonne, unter der Nacht das Licht des Mondes und der Sterne verstanden wird, weil die Sonne Licht gibt bei Tag und der Mond und die Sterne Licht geben bei Nacht. Zuerst soll nun geredet werden vom Licht aus der Sonne, welches das Tageslicht genannt wird, und vom Licht aus dem Mond und den Sternen, welches das Nachtlicht genannt wird. Unter dem Licht aus der Sonne, das man Tageslicht und Tag nennt, wird das geistige Licht verstanden, wie es die Engel haben, die den Herrn als Sonne sehen; aber unter dem Licht aus dem Mond und den Sternen, das man Nachtlicht und Nacht nennt, wird das natürliche Licht verstanden, wie es die Engel haben, die den Herrn als Mond schauen. Diejenigen Himmel schauen den Herrn als Sonne, die in der geistigen Neigung zum Wahren sind, d.h., die das Wahre lieben, weil es wahr ist; weil dieses geistig ist, darum ist das Licht, das vom Herrn als Sonne erscheint, ein geistiges. Diejenigen Himmel aber schauen den Herrn als Mond, die in der natürlichen Neigung zum Wahren sind, d.h., die das Wahre lieben, damit sie gelehrt werden und andere belehren können. Weil
diese um ihres eigenen Nutzens willen es lieben und nicht um des Wahren selbst willen, darum sind sie in dem Lichte, das vom Herrn als Mond ausgeht. Dieses Licht unterscheidet sich von dem Licht, das vom Herrn als Sonne ausgeht, wie das Licht des Tages von der Sonne, und das Licht der Nacht vom Mond und von den Sternen in unserer Welt. Ebenso wie die Lichter unterscheiden sich auch die Wahrheiten bei ihnen aus dem Grund, weil das göttlich Wahre, das vom Herrn ausgeht, alles Licht in den Himmeln bewirkt. Daher sind diejenigen, die im geistigen Licht sind, in den echten Wahrheiten, und auch, wenn sie Wahrheiten hören, die sie vorher nicht gewußt hatten, erkennen sie diese sogleich an und sehen, daß sie wahr sind. Anders diejenigen, die im natürlichen Licht sind: wenn diese die Wahrheiten hören, so nehmen sie sie an, obwohl sie sie nicht sehen und innewerden, sondern weil sie von berühmten Männern, denen sie Glauben schenken, gesagt werden; daher sind die meisten von ihnen in einem Glauben von anderen her, aber dennoch in einem dem Glauben gemäßen Leben. In diese Himmel kommen alle, die gut gelebt haben, obwohl sie im Falschen der Lehre waren; aber dennoch wird bei ihnen das Falsche immerfort gereinigt, bis es zuletzt als wahr erscheint. <EKO 527>
“Und die Stadt bedarf nicht der Sonne, noch des Mondes, daß sie in ihr leuchten, denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Leuchte ist das Lamm” bedeutet, daß die Menschen jener Kirche nicht sein werden in der Liebe zu sich und in der eigenen Einsicht, und somit nicht in einem bloß natürlichen Lichte, sondern aus dem göttlich Wahren des Wortes vom Herrn allein im geistigen Licht. Durch die Sonne wird hier die von der geistigen Liebe getrennte natürliche Liebe bezeichnet, welche die Liebe zu sich ist; und durch den Mond wird die natürliche Einsicht und der natürliche Glaube bezeichnet, die getrennt sind von der geistigen Einsicht und dem geistigen Glauben, und die eigene Einsicht und der Glaube aus sich sind. Diese Liebe, diese Einsicht und dieser Glaube werden hier bezeichnet durch die Sonne und den Mond, deren sie nicht bedürfen werden, um vor denen zu leuchten, die in der neuen Kirche sein werden. <EKO 1328>
Den Mond, gleich dem Moses, sehen wir mit abnehmendem und erblaßtem Lichte hinter das abendliche Gebirge untertauchen, wenn die mächtige Sonne am Morgen über den Horizont emporsteigt. Was auch immer ehedem in der Nacht in ein noch so geheimnisvolles Dunkel gehüllt war, steht jetzt hell erleuchtet vor jedermanns Augen! <GS II,98/21>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 117 →
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