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Wolke – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

Daß die Wolke das dunkle Licht bedeutet, in dem der geistige Mensch im Vergleich mit dem himmlischen ist, kann aus demjenigen erhellen, was über den Bogen soeben gesagt worden ist. Denn der Bogen oder die Farbe des Bogens existiert nirgends als in der Wolke, das Dunkle selbst, durch das die Sonnenstrahlen durchschimmern, ist es, das sich in Farben verwandelt, somit wie das Dunkel, das vom Strahlenschimmer durchdrungen wird, so die Farbe. Ebenso verhält es sich beim geistigen Menschen: das Dunkle bei ihm, das hier Wolke genannt wird, ist das Falsche, welches dasselbe ist, was sein Eigenverständiges. Wird diesem Eigenen Unschuld, Liebtätigkeit und Barmherzigkeit vom Herrn eingeflößt, dann erscheint diese Wolke nicht mehr als Falsches, sondern als die Erscheinung des Wahren zusammen mit dem Wahren aus dem Herrn, daher das Bild eines gefärbten Bogens. Es ist eine gewisse geistige Modifikation, die gar nicht beschrieben werden kann, und wenn sie nicht vom Menschen wahrgenommen wird an den Farben und ihren Entstehungen, so glaube ich (Swedenborg) nicht, daß sie der Fassungskraft gemäß erklärt werden kann. Wie diese Wolke beim wiedergeborenen Menschen beschaffen ist, kann aus seinem Zustand vor der Wiedergeburt erhellen: der Mensch wird wiedergeboren durch

das, was er für Glaubenswahres hält; jeder hält sein Dogma für wahr, dadurch empfängt er ein Gewissen; nachdem er daher ein Gewissen empfangen hat, ist ihm das Handeln gegen das, was ihm als Glaubenswahres eingeprägt worden ist, gegen das Gewissen; von dieser Art ist jeder Wiedergeborene; denn es werden vom Herrn viele von jedem Bekenntnisse wiedergeboren, und wenn sie wiedergeboren sind, so empfangen sie alsdann keine unmittelbare Offenbarung, außer was ihnen beigebracht wird durch das Wort und die Predigt des Wortes. Weil sie aber Liebtätigkeit empfangen, so wirkt der Herr durch die Liebtätigkeit in ihre Wolke ein, daraus ersteht ein Licht, wie wenn die Sonne eine Wolke durchdringt, die dadurch lichter wird und bunte Farben erhält; so auch entsteht in der Wolke die Ähnlichkeit eines Bogens. Je dünner nun die Wolke ist, d.h. aus je mehreren untermischten Glaubenswahrheiten sie besteht, desto schöner ist der Bogen; dagegen je dichter diese Wolke ist, d.h. aus je wenigeren Glaubenswahrheiten sie besteht, desto unschöner der Bogen; die Unschuld bringt viel Schönheit hinzu, es ist von derselben gleichsam ein lebendiger Glanz in den Farben. Alle Scheinbarkeiten des Wahren sind Wolken, in denen der Mensch ist, wenn er im Buchstabensinne des Wortes ist, denn im Worte ist nach Scheinbarkeiten geredet; wenn er aber dem Worte einfältig glaubt (obwohl er in den Scheinbarkeiten bleibt) und dabei Liebtätigkeit hat, so ist diese Wolke verhältnismäßig dünn; in dieser Wolke wird vom Herrn das Gewissen beim Menschen innerhalb der Kirche gebildet. Alle Unkenntnisse des Wahren sind auch Wolken, in denen der Mensch ist, wenn er nicht weiß, was das Wahre des Glaubens, im allgemeinen, wenn er nicht weiß, was das Wort ist, und noch mehr, wenn er nichts vom Herrn gehört hat; in dieser Wolke wird vom Herrn ein Gewissen beim Menschen außerhalb der Kirche gebildet; denn in der Unwissenheit selbst kann Unschuld, und so Liebtätigkeit sein. Alle Falschheiten sind auch Wolken, aber diese Wolken sind Finsternisse, welche bei denen, die entweder ein falsches Gewissen haben, wovon früher, oder bei denen, die keines haben. Dies sind im allgemeinen die Qualitäten der Wolke. Was die Quantität betrifft, so sind so große Wolken beim Menschen, und so dichte, daß er, wenn er es wüßte, sich verwundern würde, daß je die Lichtstrahlen vom Herrn durchscheinen können, und daß der Mensch wiedergeboren werden kann. Wer am wenigsten Wolke zu haben meint, hat oft die größte und wer am meisten Wolke zu haben glaubt, der hat umso weniger. Solche Wolken sind beim geistigen Menschen, aber beim himmlischen Menschen sind keine so große, weil er Liebe zum Herrn hat, die seinem Willensteile eingepflanzt ist, und darum empfängt er auch kein Gewissen wie der geistige Mensch, sondern ein Innewerden des Guten und Wahren vom Herrn. Wenn der Wille des Menschen so beschaffen ist, daß er die Strahlen der himmlischen Flamme aufnehmen kann, dann wird davon sein Verstand erleuchtet, und aus der Liebe weiß er und wird inne alles was Glaubens-wahres ist; sein Wille ist alsdann wie eine kleine Sonne, aus welcher Strahlen in seinen verständigen Teil hineinfallen; von dieser Art war der Mensch der Ältesten Kirche.

Dagegen, wenn der Wille des Menschen ganz verdorben und höllisch ist, und deswegen ein neuer Wille, der das Gewissen ist, gebildet wird in seinem verständigen Teile, wie dies geschehen ist beim Menschen der Alten Kirche, und noch geschieht bei jedem wiedergeborenen Menschen der geistigen Kirche, dann ist eine dichte Wolke da, denn er muß lernen was wahr und gut ist, und kann nicht inne werden, ob es so ist; und alsdann fließt auch fortwährend Falsches, welches das Dunkle der Wolke ist, von seinem schwarzen Willensteile ein, oder durch diesen von der Hölle her; dies ist der Grund, warum der verständige Teil gar nicht so erleuchtet werden kann beim geistigen Menschen, wie beim himmlischen Menschen. Daher nun kommt es, daß die Wolke hier das dunkle Licht bezeichnet, in dem der geistige Mensch ist im Vergleich mit dem himmlischen Menschen. <HG 1043, 8197>

“Und es wird geschehen, wenn Ich Mich mit einer Wolke umwölke über die Erde”, daß dies bedeutet, wann wegen des Eigenwillens des Menschen nicht erscheint der Glaube der Liebtätigkeit, erhellt aus demjenigen, was soeben gesagt worden ist von der Erde oder dem Eigenwillen des Menschen, daß er nämlich so beschaffen sei, daß er fortwährend in den verständigen Teil des Menschen Dunkles oder Falsches eingießt, was eine Umwölkung ist; alle Falschheit kommt daher; was deutlich genug daraus erhellen kann, daß die Selbst- und Weltliebe, die dem Willen des Menschen angehören, nichts als Haß sind, denn in dem Maß als man sich selbst liebt, haßt man den Nächsten. Weil diese Triebe so entgegen sind der himmlischen Liebe, so kann es nicht anders sein, als daß von daher fortwährend solches einfließt, was der wechselseitigen Liebe entgegen ist, was alles im verständigen Teil Falschheiten sind, daher dann all sein Dunkles und Finsteres; das Falsche umwölkt das Wahre, ganz wie eine dunkle Wolke das Licht der Sonne. Und weil das Falsche und das Wahre so wenig beisammen sein können, als die Finsternis und das Licht, so folgt hieraus offenbar, daß das eine fortgeht, wenn das andere kommt; und weil dies abwechslungsweise geschieht, darum heißt es hier: wenn die Erde umwölkt wird mit einer Wolke, d.h., wenn wegen des Eigenwillens nicht erscheint der Glaube der Liebtätigkeit, oder das Wahre und das Gute daraus, und noch weniger das Gute und das aus ihm hervorgehende Wahre. <HG 1047>

Die Sphären der Phantasien erscheinen, wenn sie sich sichtbar darstellen, wie Wolken, die je nach Beschaffenheit der Phantasie, mehr oder minder dicht sind. Unter dem linken Fuß ist ein nebeliger Fels, unter dem die Vorsündflutlichen sich befinden. Jenes Nebelige entspringt aus ihren Phantasien, und durch dasselbe werden sie von allen übrigen im anderen Leben ferngehalten. Aus denen, die in Haß und Rache gelebt haben, dünsten Sphären aus, die von der Art sind, daß sie Ohnmacht verursachen, und Erbrechen erregen; solche Sphären sind gleichsam vergiftet. Wie giftig und wie dicht sie seien, erkundet man gewöhnlich durch eine Art von dunkelblauen Binden, so wie diese verschwinden,

wird auch die Sphäre abgeschwächt. <HG 1512>

Wenn der Herr in den Wolken der Himmel kommen wird, so bedeuten die Wolken den buchstäblichen Sinn des Wortes. Auch bei den Propheten bedeutet hin und wieder Wolke das Wort im Buchstaben. <HG, Vorrede zu 1.Mo.18.Kap.>

“Denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen” bedeutet, auf daß es nicht beschädigt würde von der Gegenwart des Göttlichen Selbst. Dies erhellt aus der Bedeutung von fürchten, sofern es ausdrückt, damit es nicht beschädigt würde, nämlich das Inwendigere, denn dies war der Grund der Furcht; und aus der Bedeutung von “Gott anschauen”, sofern es die Gegenwart des Göttlichen Selbst ist; denn nur durch die innere Anschauung, die durch den Glauben, der aus der Liebtätigkeit kommt, erfolgt, wird der Herr dem Menschen gegenwärtig vorgestellt. Wenn der Herr jemanden in äußerer Form erscheint, so ist es dennoch das Inwendigere, das angeregt wird, denn das Göttliche dringt bis zum Inwendigen durch. Das Göttliche Selbst ist lauter Liebe, und die lautere Liebe ist gleich einem Feuer, das glühender ist, als das Feuer der Sonne dieser Welt. Wenn daher die göttliche Liebe in ihrer Lauterkeit bei irgendeinem Engel, Geist oder Menschen einflösse, so würde ein solcher ganz zugrunde gehen. Daher kommt es, daß Jehovah oder der Herr im Wort so oft ein verzehrendes Feuer heißt. Damit nun die Engel im Himmel nicht vom Einfluß der Wärme aus dem Herrn als der Sonne beschädigt werden möchten, werden die einzelnen mit einer dünnen und passenden Wolke verhüllt, durch welche die von jener Sonne einfließende Wärme gemäßigt wird. <HG 6849>

“Am Tage in einer Wolkensäule” bedeutet, daß der Zustand der Erleuchtung gemäßigt wurde durch das Dunkel des Wahren. Dies erhellt aus der Bedeutung von “am Tage”, insofern es den Zustand der Erleuchtung bezeichnet, denn die Tageszeiten, wie Morgen, Mittag, Abend und Nacht entsprechen den Erleuchtungen, die sich auf die Einsicht und die Weisheit im anderen Leben beziehen. Daher bedeutet Tag den Zustand der Erleuchtung oder des klaren Innewerdens, und Nacht den Zustand der Nichterleuchtung oder des dunklen Innewerdens. Und aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie das Dunkle (oder Verdunklung) des Wahren bezeichnet, aus dem Grunde, weil die Wolke die Klarheit des Lichtes von der Sonne wegnimmt und auch mildert. Im Worte wird an mehreren Stellen gesagt, daß Jehovah in einer Wolke erschienen sei, und daß Er umgürtet sei von einer Wolke; ferner, daß eine Wolke unter Seinen Füßen sei; dann wird unter der Wolke die Verdunklung des Wahren verstanden, besonders der Buchstabensinn des Wortes, denn dieser Sinn ist in Verhältnis zum inneren Sinn das Dunkle des Wahren. Der Buchstabensinn des Wortes wird eine Wolke genannt, weil der innere Sinn, welcher Herrlichkeit genannt wird, von keinem Menschen verstanden werden

kann, wenn er nicht wiedergeboren und alsdann erleuchtet worden ist. Wenn der innere Sinn des Wortes oder das göttlich Wahre in seiner Herrlichkeit einem nicht wiedergeborenen Menschen erscheinen würde, so würde er wie eine Finsternis sein, in der er gar nichts sehen könnte, und wodurch er sogar erblinden, d.h. nichts glauben würde. Hieraus kann man erkennen, was die Wolke am Tage bedeutet, nämlich das Dunkle des Wahren, und wo vom Wahren gehandelt wird, der Buchstabensinn. <HG 8106>

“Und siehe, die Herrlichkeit Jehovahs erschien in einer Wolke” bedeutet die Gegenwart des Herrn in dem Wahren, das zur Wahrnehmung geeignet ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Herrlichkeit Jehovahs, insofern sie die Gegenwart und Ankunft des Herrn bezeichnet; und aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie den Buchstabensinn des Wortes bezeichnet, somit auch das Wahre, das für die Fassungskraft geeignet ist; denn das Wort im Buchstaben ist ein solches Wahres. Aber die Herrlichkeit, die in der Wolke ist, bedeutet das göttlich Wahre, das noch nicht so für die Wahrnehmung geeignet ist, weil es erhaben ist über die Sinnestäuschungen und Scheinbarkeiten, somit bezeichnet sie auch den inneren Sinn des Wortes. Die Herrlichkeit bezeichnet aber den inneren Sinn des Wortes, weil in diesem Sinn von der Kirche und dem Reich des Herrn gehandelt wird, und im höchsten Sinn vom Herrn selbst; in diesem Sinn bedeutet sie auch das eigentlichste göttlich Wahre. Das göttlich Wahre hat nicht eine, sondern viele Abstufungen: das göttlich Wahre in seiner ersten und auch in seiner zweiten Abstufung ist das, welches unmittelbar vom Herrn ausgeht. Dieses geht über die Fassungskraft der Engel hinaus. Das göttlich Wahre im dritten Grade, wie es im innersten oder dritten Himmel ist, ist von der Art, daß der Mensch nichts davon erfassen kann. Das göttlich Wahre in der vierten Abstufung ist so beschaffen, wie es in der Mitte oder im zweiten Himmel ist, und auch dieses kann von keinem Menschen verstanden werden. Das göttlich Wahre aber in der fünften Abstufung ist so, wie es im untersten oder ersten Himmel ist. Dieses kann einigermaßen von dem Menschen, jedoch nur von einem erleuchteten, erfaßt werden, gleichwohl aber ist es von der Art, daß ein großer Teil desselben nicht durch menschliche Worte ausgedrückt werden kann, und wenn es in die Vorstellungen fällt, bewirkt es die Fähigkeit, inne zu werden und auch zu glauben, daß es sich so verhalte. Hingegen das göttlich Wahre in seiner sechsten Abstufung ist von der Art, wie es bei dem Menschen ist, und für die Fassungskraft desselben geeignet, somit ist es der Buchstabensinn des Wortes. Dieser Sinn oder dieses Wahre wird durch die Wolke vorbildlich dargestellt, und die inneren Wahrheiten durch die Herrlichkeit in der Wolke. Daher kommt es, daß Jehovah, d.h. der Herr so oft dem Mose und den Söhnen Israels in einer Wolke erschien. Die Erscheinung des Herrn geschieht somit durch das göttlich Wahre und ist auch das göttlich Wahre. Daß die Wolke das für die Wahrnehmung geeignete Wahre bezeichnet, kommt von den vorbildlichen Darstellungen im anderen Leben: hier erscheint die

Engelsrede der oberen Himmel denen, die unterhalb sind, wie ein Licht, und auch wie ein Glanz aus dem Lichte, aber die Rede der Engel des unteren Himmels erscheint wie eine helle Wolke in verschiedenen Formen, dicht oder durchsichtig, je nach der Beschaffenheit der Wahrheiten. Hieraus kann man erkennen, daß durch die in der Wolke erscheinende Herrlichkeit Jehovahs die Gegenwart des Herrn in dem für die Wahrnehmung geeigneten Wahren bezeichnet wird. <HG 8443>

“Damit deine Blöße nicht aufgedeckt werde über ihm” bedeutet, die Vorstellung ihres Denkens über diese Dinge sei voll von Falschem, was dann offenbar werde. Dies erhellt aus der Bedeutung der Blöße, insofern sie das bezeichnet, was ohne Wahrheit ist, somit eine Vorstellung des Denkens, die voll von Falschem ist. Und aus der Bedeutung von aufgedeckt werden, insofern es heißt offenbar werden. Es verhält sich damit so, daß nämlich der Mensch, Geist oder Engel so erscheine, wie er beschaffen ist in betreff seines zweifachen Lebens, d.h. in betreff des Lebens seines Denkens über die Wahrheiten und in betreff des Lebens seines Willens in Beziehung auf das Gute, wenn er tiefer in den Himmel erhoben wird; denn je tiefer oder inwendiger in den Himmeln, desto reiner ist das Gute und das Wahre. Damit daher das Falsche des Denkens und das Böse des Willens nicht erscheinen möge, sondern verborgen bleibe, werden sie in unteren Sphären zurückgehalten, wo sie verhältnismäßig in einem dunkleren Lichte sind. Hieraus kann man auch erkennen, was darunter zu verstehen ist, daß niemand Jehovah sehen könne und leben. Jehovah ist nämlich die reine Liebe, und von Ihm ist das reine Licht, in diesem gesehen werden, heißt zugrunde gehen. Deshalb werden auch selbst die Engel im Himmel von einer Wolke bedeckt; und deshalb auch alle, die in der Hölle sind, von dichten Nebeln umhüllt; denn Nebel bedeutet das Falsche. <HG 8946>

“Und die Wolke bedeckte ihn” bedeutet das Letzte des Wortes, das somit beziehungsweise dunkel ist. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das Letzte des Wortes oder den Buchstabensinn desselben bezeichnet. Dieser Sinn wird darum Wolke genannt, weil er im Dunkeln ist im Vergleich mit dem inneren Sinn, denn dieser ist im Licht des Himmels. Daß er im Dunkeln und einer Wolke gleich ist, kommt daher, weil er für den Menschen ist, während er in der Welt lebt. Der innere Sinn aber für den Menschen, wenn er in den Himmel kommt. Man muß aber wissen, daß der Mensch, während er in der Welt lebt, zugleich auch im inneren Sinn des Wortes ist, wenn in der echten Lehre der Kirche in Ansehung des Glaubens und in Ansehung des Lebens, denn durch diese Lehre wird alsdann der innere Sinn des Wortes sowohl seinem Verstand, als seinem Willen eingeschrieben; seinem Verstand durch den Glauben, und seinem Willen durch das Leben. Wenn ein solcher Mensch in den Himmel kommt, begreift er das Wort gar nicht anders, als nach seinem inneren Sinn, und weiß nichts von seinem äußeren Sinn; dieser erscheint ihm alsdann wie eine Wolke, welche die

Strahlen seines Lichtes aufsaugt. Es wird gesagt, daß der Mensch alsdann das Wort nach seinem inneren Sinn begreife, und nicht nach seinem äußeren Sinn, daß es so ist kommt daher, weil alle, die im Himmel sind, vom Herrn belehrt werden aus dem göttlich Wahren, das im Menschen, und somit aus dem Wort ist. Der Grund ist, weil der Mensch im Letzten der Ordnung steht, und alles Innere in das Letzte ausläuft. Das Letzte ist gleichsam eine Stütze für das Innere, auf der dieses steht und ruht. Das Wort im Buchstaben ist das göttlich Wahre im Letzten der Ordnung, ebenso der Mensch der Kirche, bei dem das göttlich Wahre ist in Ansehung seines Natürlichen und Sinnlichen; in diesem, wie in jenem endigt sich und ruht das Innere. Es verhält sich damit, wie mit einem Hause und seinem Fundament. Das Haus selbst ist der Himmel, und in diesem ist das göttlich Wahre so, wie das Wort im inneren Sinne ist, und das Fundament ist die Welt, und in ihr ist das göttlich Wahre so, wie das Wort im äußeren Sinne ist. Wie das Haus auf seinem Fundament ruht, so ruht auch der Himmel auf der Kirche, mithin das göttlich Wahre im Himmel auf dem göttlich Wahren auf Erden; denn es besteht ein stetiger Zusammenhang vom Herrn aus durch den Himmel bis zum Menschen, mittelst des Wortes. Das ist der Grund, warum immer vom Herrn dafür gesorgt wird, daß auf Erden eine Kirche sei, wo das göttlich Wahre in seinem Letzten sein kann. Es mögen sich also alle hüten, daß sie das Wort nicht in irgendeiner Weise verletzen, denn wer dieses verletzt, verletzt das Göttliche selbst. <HG 9430>

“Aus der Mitte der Wolke” bedeutet aus dem Dunkel, das früher da war. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das Letzte des Wortes ist, das beziehungsweise dunkel ist. Daß die Wolke dies bedeutet, beruht darauf, daß das göttlich Wahre, das vom Herrn stammt, durchaus nicht in dem reinen Glanz, in dem es sich befindet, erscheinen kann, denn dadurch würde der Mensch zugrunde gehen, weil durch das Licht des Wahren sein Verstand ganz geblendet, und durch das Feuer des Guten sein Wille ganz ausgelöscht, somit das Ganze seines Lebens vernichtet würde. Daher kommt es, daß das göttlich Wahre der Fassungskraft eines jeden anbequemt und gleichsam mit einer Wolke verhüllt wird, auch bei den Engeln. Diese Verhüllung erscheint bei den Geistern als eine Wolke, dicht oder dünn, nach Maßgabe der Aufnahme eines jeden. <HG 9433>

Alsdann erschien eine dunkle Wolke gegen den Aufgang hin aus einer gewissen Höhe herabkommend, die während des Herabkommens nach und nach heller und in einer menschlichen Gestalt erschien, und diese zuletzt in einem flammenden Glanz, der umgeben war von Sternchen in gleicher Farbe. So stellte Sich der Herr gegenwärtig dar bei den Geistern, mit denen ich (Swedenborg) redete. Bei Seiner Gegenwart wurden alsdann von überall her alle Geister, die daselbst waren, versammelt, und als die kamen, wurden die guten von den bösen getrennt. Die Guten zur Rechten und die Bösen zur Linken, und zwar sogleich, wie von selber, und die zur Rechten wurden geordnet gemäß der Beschaffenheit des Guten, und die zur Linken gemäß der Beschaffenheit des Bösen bei ihnen. Die gut waren,

wurden zurückgelassen, daß sie eine himmlische Gesellschaft unter sich bildeten, die Bösen aber wurden in Höllen geworfen. Nachher sah ich, daß jener flammige Glanz hinabkam in die niedrigeren Regionen des dortigen Landes ziemlich tief, und dann erschien er bald in einem flammenden Rot, das ins Lichthelle überging, bald in einer Lichthelle, die sich verdunkelte, und bald im Dunkel; und es wurde mir von den Engeln gesagt, daß diese Erscheinung sich verhalte nach der Aufnahme des Wahren vom Guten, und des Falschen vom Bösen bei denen, welche die niedrigeren Regionen jenes Landes bewohnen; und daß jener flammige Glanz durchaus keine solche Veränderungen erleide. Sie sagten auch, daß die niedrigeren Regionen jenes Landes, sowohl von Guten als von Bösen bewohnt würden, aber sorgfältig geschieden, in der Absicht, damit die Bösen gelenkt werden möchten durch die Guten vom Herrn. Sie setzen hinzu, daß die Guten periodenweise vom Herrn in den Himmel erhoben werden, und an ihre Stelle andere treten, und so immerfort. Bei jenem Hinabsteigen wurden in gleicher Weise die Guten von den Bösen getrennt, und alles wieder in Ordnung gebracht; denn die Bösen hatten sich durch verschiedene Künste und Kniffe in die Wohnungen der Guten eingedrängt, und diese angefochten, deswegen erfolgte jene Heimsuchung. <HG 10810>

Jene Wolke, die beim Herunterkommen immer mehr lichthell erschien, und in einer menschlichen Gestalt, und nachher als ein flammender Glanz, war eine Engelsgesellschaft, in deren Mitte der Herr war. Daraus durfte ich vernehmen, was verstanden wird durch die Worte des Herrn, wo vom Letzten Gericht die Rede ist, bei den Evangelisten. “Daß Er kommen werde mit den Engeln in den Wolken des Himmels mit Herrlichkeit und Kraft”. <HG 10811>

“Siehe, Er kommt mit den Wolken” bedeutet, daß der Herr sich offenbaren werde im Wort durch den inneren Sinn. Dies erhellt aus der Bedeutung von kommen, wenn vom Herrn die Rede, sofern es soviel ist, als sich offenbaren. Und aus der Bedeutung der Wolken, sofern sie die göttlichen Wahrheiten im Letzten bezeichnen, somit das Wort im Buchstaben, denn das Wort in Ansehung des Buchstabensinns ist das göttlich Wahre im Letzten. Und weil alles einzelne in demselben einen inneren oder geistigen Sinn enthält, darum bedeutet “kommen mit den Wolken” sich offenbaren durch diesen Sinn. Daß die Wolken die göttlichen Wahrheiten im Letzten bedeuten, kommt von den Erscheinungen in der geistigen Welt her. Dort erscheinen Wolken in verschiedenem Lichte, im innersten oder dritten Himmel in flammigem, im mittleren oder zweiten Himmel in weißem und im letzten oder ersten in einem dichteren Lichte und jeder dort weiß, daß sie das göttlich Wahre vom Herrn durch die Engel bezeichnen, denn wenn das vom Herrn ausgehende göttlich Wahre, welches das eigentliche Himmelslicht ist, durch die Engel hindurchgeht, so erscheint es als eine Wolke, reiner oder dichter, je nach ihrer Einsicht. Solche Wolken sind mir

oftmals erschienen, und es ist mir auch zum Bewußtsein gekommen, was sie bedeuten. Dies ist der Grund, warum durch die Wolken, wie sie vor den Augen der Menschen in der Welt erscheinen, das göttlich Wahre im Letzten bezeichnet wird, und weil das Wort im Buchstaben das göttlich Wahre im Letzten ist, wird dieses durch die Wolken bezeichnet. <EKO 36>

Weil, wie oben gesagt wurde, in der geistigen Welt, wie in der natürlichen Welt, starke Winde und Stürme vorkommen, aber die Stürme in der geistigen Welt kommen her vom Einfluß des Göttlichen in die unteren Regionen, wo die sind, die im Bösen und Falschen sind; je nachdem dieser Einfluß aus den Himmeln herabkommt zu den Ländern, die unterhalb sind, desto dichter wird er und erscheint als eine Wolke, und zwar bei den Bösen als eine dichte und finstere, je nach dem Maß und der Beschaffenheit des Bösen. Diese Wolken sind Erscheinungen des Falschen aus dem Bösen, die aus ihren Lebenssphären entstehen, denn um einen jeden Geist und Engel her ist eine Lebenssphäre. Wenn das Göttliche Sich aus dem Herrn, als der Sonne stark ergießt, und in diese dichten und dunklen Wolken einfließt, so entsteht ein Sturm, den die Geister dort ebenso empfinden, wie die Menschen auf der Erde. Solche Stürme durfte auch ich einigemal wahrnehmen, wie auch den Ostwind, durch den die Bösen zerstoben und in die Hölle geworfen wurden, als das Letzte Gericht gehalten wurde. Aus diesem kann erhellen, was die Stürme, Ungewitter und ungestümen Winde bedeuten in mehreren Stellen im Wort bedeuten. Luk.8/23,24: “Als sie schifften, schlief Jesus ein; da fuhr ein Sturmwind in die See, so daß sie davon erfüllt wurden und Gefahr litten; und sie traten hinzu, weckten Ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um; und da Er aufwachte, bedrohte Er den Wind und die Meeresflut, die aufhörten, und es ward eine Windstille”. Dieses Wunder des Herrn schließt ebenso Geheimnisse des Himmels und Inwendigeres der Kirche in sich, wie alle übrigen. Die göttlichen Wunder unterscheiden sich von den nicht göttlichen Wundern dadurch, daß die göttlichen Wunder auch göttliche Dinge bedeuten, weil das Göttliche in ihnen ist; dagegen die nicht göttlichen Wunder bedeuten nichts, weil inwendig in ihnen nichts Göttliches ist; und außerdem liegt in der Beschreibung der göttlichen Wunder im Wort, und in den Einzelheiten derselben ein geistiger Sinn. Dieses Wunder schließt in sich geistige Versuchungen: der große Wirbelwind, infolgedessen die Fluten in das Schiff hineinstürzten, so daß dasselbe erfüllt ward, bedeutet jene; und daß, als sie in höchster Furcht waren, Jesus aufgeweckt wurde, den Wind bedrohte und zum Meer sprach: Schweig, verstumme, und der Wind ruhte und eine große Stille eintrat bedeutet, die Befreiung von ihnen. Auch die einzelnen Worte enthalten einen geistigen Sinn, aber diesen einzeln zu entwickeln, gehört nicht hierher, nur daß der Wirbelwind und der Sturmwind Versuchungen bedeuten, weil sie Einbrüche von Falschem oder Überflutungen des Gemüts durch Falsches sind. Was auch erhellt aus der Bedrohung des Windes und der Fluten und aus den Worten des Herrn zum Meer: Schweig, verstumme; wie wenn Er

sie zu jenem Falschen gesagt hätte, oder zu denen, welche die Versuchungen herbeiführen. <EKO 419>

“Mit einer Wolke umkleidet” bedeutet das Letzte des Wortes. Dies erhellt aus der Bedeutung von umkleidet sein, sofern es heißt, von außen sein, denn was umher ist, das ist auch außen, weil es das Weitere in der Umgebung ist; hier nun das Letzte. Und aus der Bedeutung der Wolke, sofern sie das göttlich Wahre im Letzten bezeichnet, mithin das Wort im Buchstabensinn. Daß die Wolke dies bedeutet, erhellt aus den Erscheinungen in der geistigen Welt, sodann aus dem Wort, wo die Wolke vorkommt. Aus den Erscheinungen in der geistigen Welt: Der ganze Engelshimmel besteht einzig und allein durch das göttlich Wahre, welches vom Herrn ausgeht; die Aufnahme desselben macht die Engel zu Engeln. Jenes erscheint im obersten Himmel wie eine reine Aura (feine Luft), die Äther genannt wird; im unteren Himmel in einer weniger reinen (Aura), beinahe wie die Atmosphäre, die Luft genannt wird; im untersten Himmel erscheint es wie etwas Dünnwässeriges, über dem ein Dunst wie eine Wolke schwebt; eine solche Erscheinung des göttlich Wahren findet stufenweise im Herabkommen statt. Das gleiche erscheint, wenn die Engel der oberen Himmel von den göttlichen Wahrheiten reden, alsdann stellt sich ihre Rede bei denen, die im untersten Himmel sind, in der Gestalt einer Wolke dar, die da und dorthin fliegt. Die verständigeren Engel daselbst merken an dem Fall, an der Helligkeit und Form, was die Engel der oberen Himmel unter sich reden. Hieraus kann erhellen, woher es kommt, daß die Wolke das göttlich Wahre im Letzten bedeutet. Weil die meisten Ausdrücke im Wort von den Erscheinungen in der geistigen Welt hergenommen sind, und daher das gleiche wie dort bedeuten, darum auch die Wolke. Weil es dünnere und weißere Wolken gibt, und auch dichtere und schwärzere, und weil die dünneren und weißeren Wolken unterhalb der Himmel erscheinen, dagegen dichte und schwarze Wolken um mehrere Höllen her erblickt werden, so erhellt hieraus, daß auch durch Wolken im entgegengesetzten Sinn das Falsche des Bösen bezeichnet wird, das dem Wahren aus dem Guten entgegengesetzt ist. <EKO 594>

“Und auf der Wolke saß Einer, Der dem Menschensohne glich” bedeutet den Herrn im Himmel in Seinem göttlich Wahren oder im Wort, das von Ihm stammt. Dies erhellt aus der Bedeutung der weißen Wolke, insofern sie das göttlich Wahre im Letzten bezeichnet; wie es das Wort ist in seinem Buchstabensinn, in dem der geistige Sinn liegt, worüber gleich oben. Aus der Bedeutung von: auf ihr sitzen, insofern es bezeichnet, im Himmel sein, wo das göttlich Wahre in seinem Licht ist, wie es das Wort ist in seinem geistigen Sinn. Aus der Bedeutung des Menschensohnes, insofern er die Lehre des Wahren bezeichnet, und im höchsten Sinn den Herrn in Ansehung des Wortes. Daß durch die Wolke das Wort bezeichnet wird und durch den darauf Sitzenden der Herr, kann einem jeden seltsam erscheinen, weil denen, die alles nach dem

Buchstabensinn des Wortes auffassen, nichts anderes einleuchtet, als daß die Wolke eben eine Wolke bedeutet, aber nicht etwas Geistiges, wie es das Wort ist, weil dieses mit der Wolke keine Verwandtschaft zu haben scheint. Allein dennoch ist es das göttlich Wahre im Letzten, wie es das Wort in seinem Buchstabensinn ist, was durch Wolke bezeichnet wird, und zwar deshalb, weil in der geistigen Welt das göttlich Wahre, wenn es aus den oberen Himmeln in die unteren herabfließt, wie eine Wolke erscheint. Eine solche Wolke wurde auch von mir öfter gesehen, und aus ihr und ihren mannigfaltigen Veränderungen konnte ich auf die Beschaffenheit der Wahrheiten schließen, von denen die Engel des oberen Himmels miteinander redeten. Das gleiche wurde auch durch die Wolke bezeichnet, die auf dem Berg Sinai erschien, als das Gesetz verkündigt wurde, welches das göttlich Wahre enthielt; wie auch durch die Wolke, die täglich über der Stiftshütte erschien und dieselbe bisweilen erfüllte. <EKO 906>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 172 →

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