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Wolke, dichte – Entsprechungslexikon

Entsprechungslexikon · Zusammenstellung: Franz Kreuzwegerer (1998)

Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen

“Siehe, Ich komme zu dir in einer dichten Wolke” bedeutet, daß dieses in einer höchst natürlichen Weise geschehen werde. Dies erhellt aus der Bedeutung von “zu dir kommen”, wenn es von Jehovah zu Mose gesagt wird, durch den das Wahre vom Göttlichen, das der geistigen Kirche angehört, vorgebildet wird, insofern es eine Offenbarung bezeichnet. Und aus der Bedeutung der dichten Wolke, insofern sie ausdrückt, daß es in ganz natürlicher Weise geschehe, nämlich so, wie das Wort des Alten Testamentes im Buchstaben ist. Die Dichtigkeit bedeutet das Dunkle, wie nämlich das Denken des Menschen, aus dem bloß sinnlichen, d.h. aus dem ganz natürlichen Lichte beschaffen ist; und in dieser waren zu jener Zeit die Nachkommen Jakobs und auch heutigen Tages die Juden in betreff des Göttlichen, denn das Göttliche kann keinem anders erscheinen, als gemäß dem Zustand seines Lebens und der daraus hervorgehenden Auffassung. Daher ist das himmlische Licht für die, welche in der Selbstliebe und Weltliebe befangen sind, was bei jenem Volke mehr als bei anderen der Fall war, wie eine dichte Wolke. Das Wort im Buchstabensinn, besonders das prophetische, erscheint auch wirklich nicht anders im Verhältnis zu seinem inneren Sinn. In seinem inneren Sinn aber ist es ein Licht, ähnlich wie das Licht der Sonne oberhalb der Wolken, und dieses Licht wird im Worte Herrlichkeit genannt. Deshalb wird auch im Wort gesagt, Jehovah fahre auf den Wolken, reite und fliege auf ihnen, habe Seine Gewalt auf ihnen, und der Herr werde kommen auf den Wolken des Himmels, und dergleichen mehr, was nimmermehr von Jehovah, d.h. vom Herrn gesagt worden wäre, wenn es nicht das Licht des Wahren bezeichnete, in dem Er selbst im Himmel ist, und die Wolken den Schatten des Wahren, in dem diejenigen sich befinden, die unterhalb sind. <HG 8781>

“Und eine schwere Wolke auf dem Berge” bedeutet den göttlichen Zustand in Beziehung auf die, welche aufnehmen sollten. Dies erhellt aus der Bedeutung der Wolke, insofern sie das Wahre bezeichnet,

das angemessen eingerichtet ist für die, welche es aufnehmen sollen, somit das Wort im Buchstaben; hier das göttlich Wahre, das dem von Jakob stammenden Volke angepaßt wurde; und weil dieses in großer Finsternis war in Ansehung des göttlich Wahren, deshalb wird gesagt “eine schwere Wolke” und weiter oben “eine dichte Wolke”. In welch großer Finsternis sie waren, kann man auch daraus erkennen, daß ihnen nicht enthüllt wurde, was dem inneren Menschen angehörte, sondern nur, was Sache des Äußeren war; denn sie begriffen das Innere nicht, und wollten es nicht begreifen, weil es den Trieben ihrer Liebe entgegen war, die von der Art waren, daß sie vor allen in der Welt die Höchsten sein wollten und auch die Reichsten, und daß alle anderen Völker im Vergleich mit ihnen wie nichts sein sollten: wo eine solche Art der Liebe herrscht, da können die Triebe der himmlischen Liebe nicht aufgenommen werden, denn diese werden von jener ausgerottet und erstickt. Das ist der Grund, weshalb Jehovah, d.h., der Herr ihnen in einer dichten und schweren Wolke erschien, gerade so wie es sich im anderen Leben verhält. Diejenigen, die im Falschen aus dem Bösen stehen, sind von einer dichten und schwarzen Wolke nach der Art und dem Maße ihres Bösen umgeben. Dies tritt dort einem jeden deutlich vor Augen, und doch leuchtet dort die Sonne fortwährend. Überhaupt erscheint das Göttliche im anderen Leben einem jeden je nach der Beschaffenheit seines Glaubens und seiner Liebe. <HG 8814>

Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 182 →

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