Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Diejenigen, die vom Inwendigeren des Wortes nichts hören wollen, ja, obwohl sie es verstehen können, doch nicht wollen, sie sind hauptsächlich die, welche in die Werke ein Verdienst setzten, und zwar darum, weil sie das Gute aus Selbstund Weltliebe, d.h. um sich Würde oder Reichtum, und dadurch Ruf zu verschaffen, getan hatten, somit nicht um des Reiches des Herrn willen. Solche wollen im anderen Leben vor den übrigen in den Himmel eingehen, sie bleiben aber außerhalb des Himmels, denn sie wollen nicht mit Erkenntnissen des Wahren ausgerüstet, und so vom Guten angeregt werden, indem sie den Sinn des Wortes nach dem Buchstaben ihren Phantasien gemäß erklären, und alles, aus demselben herausbringen, was den Begierden Beifall zulächelt. Solche wurden vorgebildet durch ein altes Weib von unschönem, aber dennoch glänzend weißem, bleichem Angesicht, von unregelmäßigen Zügen, durch die es eben häßlich war. Wogegen aber die, welche das Inwendigere des Wortes annehmen und lieben, vorgebildet wurden durch ein Mädchen in ihrem ersten jungfräulichen Alter, oder ihrer Jugendblüte, anständig gekleidet, mit Kränzchen und himmlischem Schmuck. <HG 1774>
Es erschien mir ein Mädchen von schönem und blendend weißem Angesicht, schnell zur Rechten hin nach oben gehend, mit etwas beschleunigtem Schritt; dem Alter nach wie in der ersten Blüte, nicht Kind und auch noch nicht Jungfrau, in schwarzem, glänzendem und geschmackvollem Gewand, so eilte sie freudig von Licht zu Licht. Es wurde gesagt, daß das Inwendigere des Wortes so beschaffen sei, sobald es sich erhebt. Das schwarze Kleid war das Wort im Buchstaben. Nachher flog das junge Mädchen gegen die rechte Wange hin, jedoch bloß von dem inwendigeren Gesichtssinn wahrgenommen. Es wurde gesagt, daß es das sei, was vom inneren Sinn des Wortes nicht zur Fassungskraft gelangt. <HG 1872>
“Und es sei das Mädchen, zu dem ich sage”, daß dies bedeutet die Neigung in der Unschuld, erhellt aus der Bedeutung des Mädchens. Im Wort werden die Neigungen zum Guten und Wahren genannt Kinder, Mädchen, Jungfräulein und
Töchter, aber überall mit Unterschied in Ansehung des Zustandes. Wenn Tochter gesagt wird, so wird die Neigung im allgemeinen bezeichnet; wenn aber Jungfräulein, wird bezeichnet die Neigung, in der Liebtätigkeit; hingegen wenn Mädchen, wird bezeichnet die Neigung in der Unschuld, darum, weil das Mädchenalter am nächsten ist dem Alter der Kindheit, welche ist Unschuld im inneren Sinn, ebenso wie Knabe oder Knäblein, durch die ein Zustand, in dem Unschuld bezeichnet wird. <HG 3067>
Im Wort wird der Name Jungfrau und auch Mädchen gebraucht, aber letzteres nur selten mit dem Wort, womit es hier im Grundtext bezeichnet ist. Jungfrau bezeichnet das Gute, das der himmlischen Kirche angehört, Mädchen aber das Wahre des Guten, das der geistigen Kirche angehört. <HG 6742>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 8 →
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