Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß “Saat und Ernte” bedeuten den wiederzugebärenden Menschen, und daher die Kirche, bedarf keiner Begründung aus dem Wort, weil so oft vorkommt, sowohl daß der Mensch verglichen und gleichgesetzt wird dem Felde, somit der Saat, als auch das Wort des Herrn dem Samen, und die Wirkung selbst dem Erzeugnis oder der Ernte; was ein jeder auch aus der gewöhnlichen Redeweise abnehmen kann, die sich daher schreibt. Im allgemeinen wird hier gehandelt vom Menschen überhaupt, daß nie fehlen werde, daß ihm Samen vom Herrn eingepflanzt wird, sei er nun innerhalb oder außerhalb der Kirche, d.h., mag er das Wort des Herrn wissen oder nicht wissen; ohne eingepflanzten Samen vom Herrn kann der Mensch gar nichts Gutes tun; alles Gute der Liebtätigkeit, auch bei den Heiden, ist Same vom Herrn; und obwohl es bei diesen nicht das Gute des Glaubens ist, wie es sein kann innerhalb der Kirche, so kann es doch das Gute des Glaubens werden; denn die Heiden, die in Liebtätigkeit gelebt haben, die sie pflegen in der Welt, ergreifen auch im anderen Leben, wenn sie von Engeln belehrt werden, und nehmen viel leichter an, als die Christen, die Lehre des wahren Glaubens, und den Glauben der Liebtätigkeit. Insbesondere aber wird hier gehandelt vom wiederzugebärenden Menschen, daß nämlich nicht fehlen werde, daß eine Kirche irgendwo auf Erden
besteht, was hier bezeichnet wird durch: während aller Tage der Erde werde sein Saat und Ernte. Daß immer “Saat und Ernte”, oder eine Kirche, bestehen wird, bezieht sich auf das, was im vorhergehenden Verse gesagt worden ist, daß nämlich der Mensch nicht mehr so sich werde verderben können, wie die letzte Nachkommenschaft der Ältesten Kirche. <HG 932>
“In denen kein Pflügen und Ernten sein wird”, bedeutet, es werde inzwischen das Gute und das Wahre daraus nicht erscheinen. Dies erhellt aus der Bedeutung des Pflügens, insofern es die Vorbereitung durch das Gute zur Aufnahme der Wahrheiten bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Ernte, insofern sie die Wahrheiten aus dem Guten bezeichnet, denn die Ernte ist die Aussaat, die bereits gereift ist, wann sie eingesammelt wird. Daher bezeichnet die Ernte das Wahre aus dem Guten. Bevor dieses Wahre hervortritt, erscheinen zwar einzelne Wahrheiten, aber es sind Wahrheiten, durch die das Gute wirkt, nicht aber Wahrheiten aus dem Guten. Der Mensch, der aus dem Wahren handelt, lebt in den Wahrheiten, durch die das Gute wirkt; wer aber aus dem Guten handelt, lebt in den Wahrheiten, die aus dem Guten sind. <HG 5895>
Ernte bezeichnet auch den letzten Zustand der Kirche in Ansehung der Aufnahme der Wahrheiten des Glaubens im Guten. <HG 9295>
Im Wort wird sehr oft erwähnt das Land, der Boden, das Feld, das Saatfeld, die Ernte, das Erntefeld, die Tenne, das Getreide, der Weizen und die Gerste, und diese bedeuten daselbst solches, was zur Herstellung der Kirche und zur Wiedergeburt des Menschen in der Kirche gehört, somit was sich auf das Wahre des Glaubens und auf das Gute der Liebe bezieht, woraus sich die Kirche bildet. Daß solches bezeichnet wird, kommt von der Entsprechung her, denn alles, was auf der Erde und auch, was in ihrem Pflanzenreich ist, entspricht geistigen Dingen, die im Himmel sind, was aus den dort vorkommenden Erscheinungen deutlich erhellt; denn dort erscheinen Felder, Neubrüche, Auen, Fluren, Ernten, Baumgärten und dergleichen, wie auf Erden, und dort weiß man, daß in solcher Weise vor ihren Augen das erscheint, was dem Himmel, somit was der Kirche angehört. <HG 10669>
“Schlag an mit Deiner Sichel und ernte, denn die Stunde der Ernte ist für Dich gekommen, weil die Ernte der Erde dürr geworden ist” bedeutet die Zeit sei gekommen, die Guten zu sammeln und sie von den Bösen zu scheiden, weil das Ende der Kirche da sei. Dies erhellt aus der Bedeutung von: mit der Sichel anschlagen, insofern es bezeichnet, die Guten sammeln und von den Bösen scheiden, worüber folgt. Es erhellt ferner aus der Bedeutung von: die Stunde der Ernte ist gekommen, insofern es bezeichnet, es sei Zeit, es zu tun; und aus der Bedeutung von: weil die Ernte der Erde dürr geworden ist, insofern es heißt, weil der letzte Zustand oder das
Ende der Kirche vorhanden ist; denn die Ernte bedeutet den letzten Zustand oder das Ende, und die Erde ist die Kirche. Hieraus erhellt, daß durch die Worte: Schlag an mit Deiner Sichel, denn die Stunde der Ernte ist für Dich gekommen, weil die Ernte der Erde dürr geworden ist, bezeichnet wird, es sei Zeit, die Guten zu sammeln und von den Bösen zu scheiden, weil das Ende der Kirche da ist. Daß mit der Sichel anschlagen und ernten bedeutet, die Guten sammeln und sie von den Bösen scheiden, kommt daher, weil durch die Ernte des Landes der letzte Zustand der Kirche bezeichnet wird, wo dann das Jüngste Gericht stattfindet, und die Bösen in die Hölle geworfen, die Guten aber zum Himmel erhoben und dadurch von jenen getrennt werden. <EKO 911>
Die Ernte bezeichnet das Ende der Welt. <JE I,197/11-15>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 94 →
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