Lexikonübersicht · Quellen und Abkürzungen
Daß gestorben sein bedeutet, daß ein solches Innewerden nicht mehr statt hatte, erhellt aus der Bedeutung des Wortes sterben, das alles bezeichnet, was aufhört das zu sein, was es war. <HG 494, 2908, 4563>
“Denn sie sprach: ich mag nicht sehen das Sterben des Knaben”, daß dies bedeutet, Schmerz darüber, daß er so umkomme, erhellt aus der Bedeutung von sehen das Sterben, sofern es ist umkommen; und aus der Bedeutung des Knaben, sofern er ist das geistig Wahre. Hieraus und aus dem Affekt der Verzweiflung wegen der Verödung des Wahren ist klar, daß es ein innerer Schmerz ist, der in diesen Worten liegt. <HG 2687>
“Und wenn nicht, so sterbe ich” bedeutet, so könne sie nicht auferstehen. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt, nicht auferstehen ins Leben. Die Ehefrauen sagten in alten Zeiten sie seien tot, wenn sie keinen Sohn oder Tochter gebaren, und sahen sich auch als solche an, weil kein Andenken an sie oder gleichsam kein Leben in der Nachkommenschaft von ihnen hinterbleibe. Daß sie sich aber so nannten, und sich für solche hielten, geschah zwar aus weltlichen Ursachen, weil aber jede Ursache von einer früheren herkommt, somit das Ganze einer Ursache in der natürlichen Welt von einer Ursache in der geistigen Welt, so auch diese: die Ursache in der geistigen Welt kam von der himmlischen Ehe des Guten und Wahren, in der keine andere Geburten sind als Wahres des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit, jenes und dieses sind dort Söhne und Töchter, und werden auch durch Söhne und Töchter im Wort bezeichnet. Derjenige, der jene Geburten, nämlich Wahres des Glaubens und Gutes der Liebtätigkeit nicht hat, ist gleichsam tot, d.h. unter den Toten, die nicht auferstehen, nämlich zum Leben oder Himmel. Hieraus kann erhellen, was durch jene Worte der Rachel: “wenn nicht, so sterbe ich”, bezeichnet wird. <HG 3908>
“Und Jischak hauchte seine Seele aus und starb” bedeutet die Erweckung im göttlich Natürlichen. Dies erhellt aus der Bedeutung von aushauchen und sterben, insofern es die Wiedererweckung bezeichnet. Wenn nämlich im Worte von jemand berichtet wird, daß er gestorben sei, so bedeutet es im inneren Sinn das Letzte desselben und das Neue in einem anderen Zustande, somit die Fortsetzung; so z.B. wenn von den Königen Jehudahs und Israels berichtet wird, daß sie gestorben seien, oder von den Hohenpriestern, so bezeichnet dies im inneren Sinn das Ende der durch sie bewirkten Vorbildung, und die Fortsetzung derselben in einem anderen, somit die Wiedererweckung. Auch diejenigen, die im anderen Leben, und alsdann bei einem Menschen sind, denken, wenn solches gelesen wird, nicht an irgendeinen Tod, weil man dort gar nicht weiß, was sterben ist; daher werden sie statt dessen die Fortdauer in einem anderen inne. Überdies stirbt der Mensch bei seinem Tode nur in Ansehung seines Körpers, der ihm auf der Erde zu Nutzwirkungen gedient hatte, und setzt sein Leben fort in Ansehung seines Geistes in einer Welt, wo das Körperliche nicht mehr von Nutzen ist. <HG 4618>
“Bei dem er gefunden wird unter deinen Knechten, der soll sterben” bedeutet verdammt sei, wer solches tut. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, sofern es heißt verdammt werden; denn geistiger Tod ist nichts anderes als Verdammnis. Diejenigen, die sich selbst das Wahre und Gute zusprechen, das des Herrn ist, können nicht im Himmel sein, sondern außerhalb des Himmels, und die, welche außerhalb des Himmels sich befinden, sind in Verdammnis. Dieses Gesetz gilt jedoch nur für das Urteil aus dem Wahren; wenn aber das Urteil zugleich aus dem Guten geschieht, alsdann werden diejenigen, die das Wahre und das Gute tun, und aus Unwissenheit und Einfalt es sich selber zuschreiben, nicht verdammt, sondern im anderen Leben nach einer Art von Abödung freigesprochen, und außerdem muß ja ein jeder das Wahre und Gute wie von sich tun, gleichwohl aber glauben, daß es vom Herrn ist; wenn er so tut, dann legt er mit der Zunahme an Jahren und mit dem Wachstum in der Einsicht und im Glauben jene falsche Meinung ab, und erkennt zuletzt von Herzen an, daß all sein Antrieb, das Gute zu tun und das Wahre zu denken, vom Herrn gekommen ist und noch kommt. Deswegen bestätigt zwar der von Joseph Gesandte dieses Urteil, daß nämlich derjenige, bei dem der Becher gefunden werde, sterben soll, aber er hebt es gleich wieder auf, denn er spricht: “nun ja, wie ihr saget, so sei es; bei wem er gefunden wird, soll mein Knecht sein, aber ihr sollt schuldlos sein”, wodurch eine mildere Meinung bezeichnet wird. Anders aber verhält es sich mit denjenigen, die nicht aus Unwissenheit und Einfalt dieses tun, sondern aus vorgefaßten Meinungen, die sie mit dem Glauben und auch mit dem Leben begründet haben. Weil sie aber Gutes tun, erhält gleichwohl der Herr aus Barmherzigkeit bei ihnen etwas von Unwissenheit und Einfalt. <HG 5759>
“Ich will gehen und ihn sehen, bevor ich sterbe” bedeutet das Verlangen nach Verbindung, ehe das Neue eintritt. Dies erhellt aus der Bedeutung von gehen und sehen, insofern es heißt verbunden werden. Daß sehen bedeutet verbunden werden, kommt daher, weil das innere Sehen in der geistigen Welt verbindet. Das innere Sehen ist ein Denken, und wenn dort in einer Gesellschaft viele als eins zusammenwirken und “auch in Chören”, dann denkt der eine wie der andere, somit verbindet das Denken; und auch, wenn jemand an einen anderen denkt, stellt er sich als gegenwärtig dar. Somit verbindet das Denken auch in diesem Falle. Daher kommt es, daß durch “gehen und sehen” Verbindung bezeichnet wird. Daß ein Wunsch nach Verbindung vorhanden ist, geht aus der Freude hervor; und aus der Bedeutung von “bevor ich sterbe”, insofern es ausdrückt, ehe das Neue eintritt, nämlich das Neue der Vorbildung, denn im Worte folgen die Vorbildungen so aufeinander, daß, wenn einer stirbt, entweder das gleiche Vorbild durch einen anderen eintritt, oder ein anderes, somit ein Neues; so z.B. als Abraham starb, trat das Vorbildliche durch Jischak an seine Stelle, und als dieser starb, das Vorbildliche durch Jakob, und als dieser starb, das Vorbildliche durch seine Nachkommen. Dieses Neue ist es, was hier verstanden wird. <HG 5975, 6302, 6645>
“Und warum sollen wir sterben bei dir, weil es uns an Silber fehlt?” bedeutet, daß sonst wegen Mangel an Wahrem der geistige Tod eintrete.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, insofern es den geistigen Tod bezeichnet, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung von “an Silber fehlen”, insofern es einen Mangel an Wahrem bezeichnet. Mit dem geistigen Tod, der beim Mangel an Wahrem eintritt, verhält es sich auf folgende Weise: das geistige Leben besteht in Übungen gemäß den Wahrheiten, folglich in Nutzleistungen, denn diejenigen, die im geistigen Leben sind, begehren und wünschen die Wahrheiten zum Zwecke des Lebens, d.h. um ihnen gemäß zu leben, somit um der Nutzleistungen willen. Inwieweit sie daher Wahrheiten in sich aufnehmen können, gemäß denen Nutzen geleistet werden kann, insoweit sind sie im geistigen Leben, weil sie auch insoweit im Licht der Einsicht und Weisheit sind. Wenn es also an Wahrheiten mangelt, was geschieht, wenn der Zustand der Verschattung kommt, der im Wort durch Abend bezeichnet wird, dann ist das geistige Leben im Abnehmen, denn dann kommt ihm solches entgegen, was Verschattung, d.h. was den geistigen Tod bewirkt, dann werden sie nämlich nicht wie früher im Licht gehalten, sondern zum Teil in ihr Eigenes versetzt, und es zeigt sich ihnen infolge der Verschattung das Bild des geistigen Todes, d.h. der Verdammnis. <HG 6119, 8922>
Durch sterben wird die Abödung bezeichnet, d.h. die Beraubung des Guten und Wahren, die beide das geistige Leben ausmachen. <HG 6136>
“Und es wird nichts sterben von allem, was die Söhne Israels haben” bedeutet, es werde nicht zerstört werden. Dies erhellt aus der Bedeutung von nicht sterben, sofern es heißt nicht zerstört werden; und aus der Bedeutung des Viehs, wovon gesagt wird, es werde nicht sterben, sofern es das Wahre und Gute des Glaubens bezeichnet; und aus der vorbildlichen Bedeutung der Söhne Israels, sofern sie die Angehörigen der geistigen Kirche darstellen. Das Gute und Wahre des Glaubens, das die Angehörigen der Kirche haben, kann nicht sterben, aus dem Grund, weil es durch die Liebtätigkeit mit dem Göttlichen verbunden ist, und das Göttliche das Leben selbst und ewig ist. Was mit dem Leben selbst und mit dem Ewigen verbunden ist, das kann nicht sterben oder zerstört werden, es bleibt in Ewigkeit, und wird immerfort vervollkommnet. Dagegen was dem Glauben angehört, bei denen, die Angehörige der Kirche sind, und doch verdammt werden, das stirbt, weil es nicht mit dem Göttlichen verbunden ist, und daher kein Leben in sich hat; denn es ist gleich den Bildern ohne Leben. Derartiges wird, weil es nicht lebendig ist, im anderen Leben zerstört, d.h. weggenommen. <HG 7507>
“Damit er nicht sterbe” bedeutet, damit das Vorbildliche nicht zugrunde gehe, und dadurch die Verbindung mit den Himmeln. Dies erhellt aus der Bedeutung von sterben, wenn von Aharon und dessen Amtsverrichtung die Rede ist, insofern es das Aufhören der Vorbildungen und somit der Verbindung mit den Himmeln bezeichnet; denn durch Aharon wurde der Herr vorgebildet und durch seine Amtsverrichtung das ganze Werk der Erlösung, und von seiten des Menschen der Gottesdienst. Ferner was das Vorbildliche der Kirche bei dem israelitischen und jüdischen Volke war; und daß eine Verbindung des Herrn und des Himmels mit dem Menschen damals durch die vorbildlichen Darstellungen stattfand. Daher kam es auch, daß Aharon mit Kleidern angetan wurde, die das Himmlische vorbildeten, wenn er sein heiliges Amt verrichtete, und daß er, wenn er anders gehandelt hätte, gestorben wäre, besonders wenn er ohne Vorwissen des Volkes zu den Verrichtungen seines heiligen Amtes gegangen wäre; denn bei dem Volke war das Vorbildliche der Kirche und bei Aharon das Vorbildliche des Herrn, von Dem und für Den das Ganze des Gottesdienstes war. <HG 9928, 10244>
“Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an” bedeutet die Auferstehung zum ewigen Leben bei denen, die vorher ein Leben der Liebtätigkeit geführt haben, und auch nachher ein solches führen werden. Dies erhellt aus der Bedeutung der in dem Herrn Gestorbenen, insofern sie diejenigen bezeichnen, die zum ewigen Leben auferstehen, worüber im Folgenden; und aus der Bedeutung der Toten und Sterbenden von nun an, insofern sie die Auferstehung derer bezeichnen, die vor dem Tode ein Leben der Liebtätigkeit geführt haben, und auch nachher ein solches führen, denn es wird von denen gesagt, welche die Gebote Gottes bewahren und den Glauben an Jesus, und das
sind die, welche nach den im Wort gegebenen Geboten des Herrn leben und Seine Gottheit anerkennen; und somit auch die, welche ein Leben der tätigen Liebe vom Herrn führen. Daß unter den gestorbenen und sterbenden Seligen auch die zu verstehen sind, die in Zukunft zum Leben auferstehen werden, d.h. die, welche ein Leben der Liebtätigkeit führen, kann man daraus erkennen, daß gesagt wird: von nun an, und daß sowohl die schon Gestorbenen, als die noch in Zukunft Sterbenden gemeint sind. Daher bezieht sich das: von nun an, nicht nur auf die, welche nach dem Jüngsten Gericht so beschaffen sind, sondern auch auf die, welche vorher von solcher Beschaffenheit waren, worüber man gleich oben sehe. Der Tod bedeutet aber die Auferstehung und daher die Toten solche, die zum ewigen Leben auferstehen, weil der Tod die Hölle bedeutet und somit auch das Böse und Falsche, und weil dieses sterben muß damit der Mensch geistiges Leben empfange; denn ehe dieses gestorben und vertilgt ist, hat der Mensch nicht das geistige Leben, das im Wort unter Leben, ewiges Leben und Auferstehung verstanden wird. Unter sterben wird daher hier und in anderen Stellen des Wortes nicht das Erlöschen des eigenen Lebens verstanden, das, an sich betrachtet, ganz aus Bösem und Falschem besteht, sondern weil an die Stelle dieses Lebens, wenn es erloschen ist, das geistige Leben eintritt, deshalb werden durch die Toten im Herrn diejenigen bezeichnet, die durch den Herrn geistige Menschen geworden sind. Außerdem kann unter sterben im geistigen Sinn die Auferstehung verstanden werden, weil die Engel, die im geistigen Sinn des Wortes sind, nichts vom natürlichen Tod wissen, wie er bei den Menschen ist, die aus dem Leben scheiden, sondern nur vom geistigen Tod des Eigenen, wie er bei denen ist, die vom Herrn durch Versuchungen wiedergeboren werden, und bei denen das Falsche und Böse bezähmt und in den Tod gegeben wird. Aber auch der natürliche Tod ist nichts anderes als eine Auferstehung, weil ja der Mensch, wenn sein Körper stirbt, seinem Geist nach aufersteht und daher ist der Tod nur eine Fortsetzung seines Lebens; denn durch den Tod geht der Mensch aus dem natürlichen Leben in der Welt hinüber in das Leben der geistigen Welt, nur mit dem Unterschied, daß das Leben in der natürlichen Welt ein mehr äußerliches und unvollkommenes, das Leben in der geistigen Welt aber ein mehr innerliches und vollkommeneres ist; gleichwohl ist das Leben hier und dort dem Anschein nach gleich, wie man aus dem ersehen kann, was in dem Werk über Himmel und Hölle nach dem von mir Gesehenen und Gehörten berichtet wurde. Weil die Menschen nach dem Tode wieder auferstehen, deshalb wollte der Herr ebenfalls den Tod erleiden und am dritten Tag wieder auferstehen, und zwar aus dem Grund, damit Er alles Menschliche, das Er von der Mutter hatte, ausziehen und das Göttlich-Menschliche anziehen konnte. Denn alles Menschliche, das der Herr von der Mutter empfing, warf Er zuletzt durch den Tod von Sich ab, und durch das Anziehen des Menschlichen aus dem Göttlichen Selbst, das in Ihm war, verherrlichte Er Sich, d.h., Er machte Sein Menschliches göttlich. Daher kommt es, daß unter Seinem Tod und Begräbnis im Himmel nicht Tod und
Begräbnis verstanden wird, sondern die Reinigung Seines Menschlichen und die Verherrlichung. <EKO 899>
Textgrundlage: die bereitgestellte Lexikonausgabe von Franz Kreuzwegerer. Originalquelle als PDF · Seite 381 →
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