Vaterbriefe Band 3 / Niemand kann zwei Herren dienen
450. – 12. April 1885 „Niemand kann zwei Herren dienen“ – ( Zur Konfirmation)
Zur Seligkeit. „Aber mal gleicht das Himmelreich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand, und verbarg ihn, und ging hin vor Freuden über denselben, und verkaufte Alles was er hatte, und kaufte den Acker.“ Matth. 13, 14.
Liebe Kinder!
Ich musste in diesem Kapitel verschiedene Gleichnisse geben über das Himmelreich oder die Seligkeit, weil es in der damaligen Zeit nötig war, den Menschen, welche zu wenig Erkenntnis von geistigen Dingen mehr hatten, durch eine Darstellung aus ihrem materiellen Leben so nach und nach wieder mehr geistige Fassungskraft beizubringen. Was nun dieser verborgene Schatz im Acker ist, das können nur Solche begreifen, die durch einen immerwährenden Verkehr mit Mir der Wiedergeburt sich befleißen, und um diese zu erlangen Alles daran geben; sie erkennen die Möglichkeit, durch Meine Gnade gut zu werden, und zu dem Ziele zu kommen, welches Seligkeit heißt.
Aber so wie dieser Schatz verborgen ist im Acker, so ist gleichfalls die Glückseligkeit verborgen in einem Menschen, so lange bis er dieselbe zu suchen beginnt, und sie, wenn er sie gefunden hat, zu hoch, zu würdig hält, um darüber zu reden, und es (sein Geheimnis) zu veröffentlichen; er verbirgt lieber die erhabenen Gefühle, und opfert für ihre immerwährende Erhaltung alles Andere, was er vorher geliebt hat. Dieses Verkaufen ist ein innerer Vorgang im Herzen des Menschen, welchem nun das äußere Besitztum nicht mehr so Wertvoll vorkommt, sondern er ist nur darauf bedacht, die gefundene Glückseligkeit im Verkehr mit Mir stets zu suchen und festzuhalten.
Hat die Seele diese Richtung einmal eingeschlagen, so ist sie auf dem Wege zur Wiedergeburt, und fühlt den inneren Frieden, als da ist: die Überzeugung, dass das Fehlende, welchem sie nachzujagen sich bemühte, nun gefunden ist; sie gelangt zu der Einsicht, dass dieses Fehlende ihr nicht durch materielle Güter ersetzt werden kann, und darum ist ihr Streben danach ein untergeordnetes; sie gibt sich mit dem zufrieden, was Ich für gut finde ihr davon mitzuteilen, weil sie durch den steten Umgang mit Mir immer mehr an Liebe und Vertrauen zu Mir gewinnt, und so sich willenlos Meiner Führung überlässt, wenn es auch gegen ihren Willen oft geht, ja sogar durch Selbstverleugnung jeder Art; was Ich oft für nötig finde, und das deshalb geschieht, um sie immer fester an Mich zu fesseln; denn nur wenn Mein Wille auch zu dem Ihrigen wird, kann sie wahrhaft selig werden, und dann ist das Himmelreich ihr zugesichert. Darum verkaufet Alles was ihr habt, um dieses Kleinod zu erwerben (siehe in Nr. 39 S. 180 u. ff.).
Euer Vater Jesus.
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