Vaterbriefe Band 3 / Friede sei mit euch!
448. – Ostern, 15. April 1885 Ostern, „Friede sei mit euch!“ ( Luk.)
Liebe Kinder!
Nach Meinem Tode ward mit Meinem Leibe auch der Mut und der Glaube an Mich bei Meinen Jüngern in das Grab gelegt! All ihr stilles Hoffen, dass Ich werde auf Erden noch Großes ausführen, und ein Reich gründen, nicht nach äußerer Pracht und Herrlichkeit, (soviel wussten sie aus Meiner Lehre), aber doch ein Reich des Friedens und der Eintracht unter all Denjenigen, die Mich liebten; all das schwand bei dem Anblick Meines Kreuzestodes, und ihre Trauer um Mich war groß, aber uneigennützig; sie fühlten zu sehr den Verlust Meiner Person und Meines Umganges; denn sie liebten Mich herzlich; viele Worte von Mir, welche den Auftrag enthielten, in Meinem Namen das Evangelium zu predigen, wie Ich ja auch schon von den Jüngern Etwelche ausgesandt hatte, waren ihnen so heilig und bedeutungsvoll, dass sie dieselben zu erfüllen suchten; aber sie fühlten dennoch ihre Schwäche dabei; darum war es für sie eine große Freude und Wohltat, als Ich wieder lebend unter sie trat, mit dem Gruße: „Friede sei mit euch!“ und auch ihr Geist wurde neu belebt und feierte ein Auferstehungsfest in der Freudigkeit, um mit neuem Mute nach Meinen Worten zu wirken und zu handeln. So ist also in dem Akte Meines Todes und nachher Meines Auferstehens eine Entsprechung für den Gang der einzelnen Seele, welche zuerst beginnt mit dem Anhören und Lesen Meines Wortes, und dann zu dem Entschlusse kommt – Mir nachzufolgen.
Tritt sie dann in die Nachfolge ein, so kommen allerlei Verfolgungen über sie, und ihre Erwartungen, ungestörten Frieden und Ruhe zu genießen, werden getäuscht, so dass sie gleich Petrus in manchen Fällen anfängt Mich zu verleugnen, bis sie endlich Meinen Einfluss auf eine Weile nicht mehr fühlt, und also die Seele gleichfalls eine Grablegung durchmacht, weil sie ohne Mich nichts vermag; aber nach solchem Zustande trete Ich mit Meiner ganzen Macht und Liebe abermals vor die Seele, und frage sie, gleich wie Meine Jünger: „Warum seid ihr so erschrocken? und warum kommen solche Gedanken in eure Herzen?“
Ein wahres Auferstehungsfest wird der Seele dann zu Teil, wenn sie zuvor erfahren hat, wie lieb und unentbehrlich Ich ihr geworden bin; es tritt alsdann ein anderes Verhältnis zwischen der Seele und Mir ein, welches das Bedürfnis der Liebe und der Vereinigung bedingt; es ist nicht mehr der untergeordnete Zustand des Gehorsams, sondern alles Erfüllen Meiner Gebote wird der Seele nun zur Freude, weil sie im Einverständnisse mit Mir lebt.
Es ist dies ein Auferstehen vom Tode zum Leben, und die Seele, durch Kampf und Leiden den sinnlichen Begierden abgestorben, ergreift das Göttlich- Wahre, das ewiges Leben birgt. Mein Auferstehen von dem Tode überzeugt sie von Meiner göttlichen Kraft, welcher es möglich ist auch sie aufzuwecken zum ewigen Leben; und so soll eure Freude bei der Osterfeier eine geistig große sein, weil ihr wisset, dass auch euch eine Verklärung bevorsteht, welche euch der Sündennacht entreißen soll!
Amen! Euer Vater Jesus.
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