← Zurück zu „Kreuz und Krone“

Sündenvergebung

DER HERR: "Ich habe euch, besonders Meinen alten Jüngern, auch einmal gesagt, daß ihr denen, die an euch gesündigt haben, die Sünden vergeben könnet, und denen ihr sie Vergeben werdet hier auf Erden, denen sollen sie auch im Himmel vergeben sein. Solltet ihr aber wegen sichtlicher Unverbesserlichkeit guten Grund haben, einem Menschen die Sünden, die er gegen euch begangen hat, vorzuenthalten, so werden sie ihm auch im Himmel vorenthalten sein. Wir haben aber schon damals ausgemacht, daß ihr erst dann das Recht haben sollet, den Sündern ihre Sünden gegen euch vorzuenthalten, so ihr ihnen zuvor schon siebenmal sieben und siebzig Male vergeben habt.

So aber ihr als Meine nächsten Jünger nur auf die besagte Weise von Mir aus das Recht habt, den Sündern die gegen euch begangenen Sünden vorzuenthalten oder auch zu vergeben, so ist es klar, daß kein Priester je das Recht von Gott aus haben konnte und kann, auch fremde Sünden zu vergeben oder vorzuenthalten. Wer zum Beispiel sich an Kaiphas versündigt hat, dem kann Kaiphas die Sünde vergeben oder nach Gestalt der Sache auch vorenthalten. Wer sich aber gegen den Herodes versündigt hat, der hat mit dem Kaiphas, oder Kaiphas mit ihm, nichts zu tun — sondern nur allein mit Herodes!"

"Der Mensch kann nur dadurch die wahre und volle Vergebung seiner begangenen Sünden erlangen, so er erstens seine Sünden als ein Unrecht gegen Gottes Ordnung erkennt, sie bereut und nach Möglichkeit den Schaden gegenüber seinen Nebenmenschen wiedergutmacht, und zweitens aber dann auch Gott um Vergebung bittet mit dem ernsten Vorsatz, die Sünden nicht mehr zu begehen und dem gemachten guten Vorsatz auch treu zu bleiben. So ihr das in euren Herzen euch treu und wahr vornehmet und dann auch nach der Vornahme handelt, so sage Ich euch jetzt und immerdar: Eure Sünden sind euch vergeben!"

← Zurück zu „Kreuz und Krone“