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3.d) Bau und Funktion der Eingeweide

Ed, Kap. 10-12 (zit. n. V.W.) Nach einer äußeren Beschreibung der Milz erläutert DER HERR zu deren Funktion das Folgende: "Die Blutgefäße, die in der Milz in überaus großer Zahl verteilt sind, beginnen in einem einzigen Gefäß, das mit dem Magen in Verbindung steht und endigen wieder in einem Hauptgefäß, das direkte Verbindung zum Herzen besitzt.

Zugleich ist das ganze Milzgewebe von einer zarten Haut umfaßt, durch welche die Kämmerchen und schnurartigen Blutgefäße wie dunkelrote Wärzchen hervorschimmern. Da die Milz ein äußerst zartes Gewebe ist, so ist sie überdies noch von einem Fettgewebe umgeben, damit sie wegen ihrer stets reibenden Tätigkeit gut gesichert erscheint.

Die direkte Verbindung der Milz mit Magen und Herz ist darin begründet, daß sie die vom Magen ins Blut übergehenden Säfte in sich aufnimmt, in eigentliches Blut verwandelt und dann an das Herz weiterleitet. Bei vollblütigen Menschen kann es daher leicht geschehen, daß die zu überfüllte Milz nicht alles Blut an das Herz absetzen kann und das angehäufte Blut in den Magen zurücktritt, von wo es erbrochen wird. Das häufig vorkommende Blutbrechen stammt daher meistens von der Milz und nur selten von der Lunge her. — Wenn der eiweißartige Saft aus dem Magen in die Milz übertritt, bleibt er in perlschnurartigen Blutadern periodenweise haften und rückt mit jedem Pulsschlage nur um eine Perle weiter, womit gleichzeitig eine Reibung der Milzkammern erzeugt wird. Dadurch füllen sich die Kämmerchen mit elektrischem Feuer, das sich gegen die Magengegend hin als positiv und gegen die Herzseite hin als negativ darstellt. Daher sind auch die Kämmerchen gegen den Magen zu viel scharfkantiger, während sie sich in der Gegend zum Herzen mehr ins Eiförmige verlieren.

Durch dieses elektrische Feuer werden die Kämmerchen der Milz bald ausgedehnt, bald zusammengedrückt. Und da sie an den Kanten sowohl untereinander als auch mit jedem solchen Blutgefäßkügelchen durch kleine Zylinder in Verbindung stehen, geraten die Säfte in den Blutgefäßen stets mehr in eine gewisse Gärung. Dieser Vorgang scheidet den in ihnen noch zu stark überwiegenden Kohlenstoff aus, der teils an die Galle, teils an das Fettgewebe abgeliefert wird. Zugleich entstehen durch diese Gärung immer neue Bläschen, die unter der Herrschaft der negativen Elektrizität zusammen schrumpfen und dann eine linsenförmige Gestalt annehmen. Als solche werden sie zur Hälfte mit jener Elektrizität angefüllt, erhalten dadurch eine safrangelbe Färbung und treten schon als richtiges Blut in die Herzkammer ein.

Das Blut ist nicht eine kontinuierliche Flüssigkeit, sondern ein kleinlinsenförmiger Brei, der mit seinen glatten und schlüpfrigen Linsen die negative Elektrizität in den ganzen Körper verteilt. Diese Art von Elektrizität erwärmt den gesamten Leibesorganismus. Wo die Blutlinsen durch sehr enge Gefäße getrieben werden, zerplatzen sie, wodurch die Hülse flüssig wird und in die sogenannten lymphatischen Säfte übergeht, während der frei werdende elektrische Stoff als ein eisenhaltiger Äther zur Belebung des Nervensystems verbraucht wird.

Wie die Milz ist auch die Leber als eines der wichtigsten Eingeweidestücke zu betrachten. Die Leber ist im tierischen und menschlichen Körper der Absonderungsapparat für Giftstoffe, die sich neben den belebenden Nährstoffen in jeder Nahrung vorfinden. Jeder Mensch würde nach eingenommener Speise leiblich getötet, besäße der Körper nicht ein Organ, das alle giftigen Substanzen, hauptsächlich Kohlensäure und Blausäure gierig an sich zöge und zum Teil durch den Harngang ableitete. Diese Tätigkeit vollführt die Leber. Ihr Bau ist der Milz ähnlich, was die innere Konstruktion betrifft, der Form nach herrscht jedoch größere Ähnlichkeit mit der Lunge. Die Leber besteht demnach ebenfalls aus einer Menge aneinandergereihter Kämmerchen, die wie bei der Milz, nur etwas enger miteinander verbunden sind. Daneben durchkreuzen die Leber hauptsächlich vier verschiedene Gefäßröhren als gleichförmig fortlaufende Organe, die gegenseitig mit noch kleineren Durchgangsgefäßen verbunden sind.

Ein Teil dieser Gefäße entspringt im Herzen und führt reichlich Blut in dieses Eingeweidestück, damit es hier mit dem nötigen Grad von Kohlenstoff und einer kleinen Dosis Blausäure gesättigt wird. Erst dann ist das Blut tauglich, die Verdauung in den entsprechenden Organgefäßen zu bewirken und weiter hinaus auch die äußere Haut zu bilden. Zum inneren Gebrauch ist danach das Blut nicht mehr verwendbar, daher sind Leberkrankheiten hauptsächlich an der Außenhaut leicht kenntlich [Gelbsucht] —

Eine zweite Gattung der durchlaufenden Gefäße geht vom Magen aus in die Leber. Diese nimmt alle wässerigen Substanzen auf, in denen Blausäure — sehr verdünnt abgeleitet — durch die kleinen Verbindungsgefäße der Leber an das Blut abgegeben wird. Der größere Teil der giftigen Blausäure aber wird aus der Leber durch die Nieren zur Harnblase geführt, die selben als unnützen Stoff gänzlich aus dem Leibe befördert.

Eine dritte Gattung der Gefäße geht wieder vom Magen aus und verbindet insbesondere dessen Schleimhäute mit der Gallenblase in der Leber. Durch diese Kanäle wird der schleimige Kohlen- oder Gallenstoff der Speisen im Magen abgesondert und zum größten Teil in der Gallenblase aufbewahrt. Dies zu dem Zweck, falls zu wenig dieses Verdauungsstoffs durch die aufgenommene Nahrung im Magen entwickelt würde, daß die Leber sodann wieder etwas von ihrem Vorrat an den Magen zurückliefert. Denn alle Verdauung besteht in einer Art Gärung, deren einige Nährstoffe fähiger sind als andere. —

Eine vierte Gefäßgattung sind die kleinen Windadern, die von der Lunge ausgehend die Leber in verschiedenen Krümmungen durchziehen. Durch diese wird die Gallenblase zum Teil gebildet und in fortwährend gleichmäßiger Spannung erhalten. Zugleich wird durch jene Gefäße stets eine bestimmte Menge atmosphärischer Luft und damit soviel Sauerstoff der Galle zugeführt, daß ihre Stoffinhalte nicht zu gären beginnen und dadurch jene bösartigen Erscheinungen im Leibe erzeugen, aus denen hauptsächlich Entzündungskrankheiten wie Rheumatismus, Gicht und dergleichen zum Vorschein kommen. Es ist daher für den Menschen sehr schädlich, sich an solchen Orten aufzuhalten, wo er statt der belebenden reinatmosphärischen Luft nur Stickluft ohne genügenden Sauerstoff einatmet.

Die Aktion und Reaktion dieser vier Gefäßgattungen wird wie bei der Milz durch das elektrische Fluidum bewirkt, das in den vorerwähnten Kammern durch ihre reibende Bewegung entsteht. Zuerst aber wird das elektrische Feuer in der Leber hauptsächlich durch jenes der Milz angeregt.

Im menschlichen und tierischen Organismus ist die Niere in dreifacher Hinsicht ein sehr beachtenswertes Lebenswerkzeug. Sie hat drei wesentliche und überaus wichtige Bestimmungen, ohne die das animalische Leben nicht bestehen könnte, eine Fortpflanzung undenkbar wäre und kein Lebewesen in ein physisch-fröhliches Wohlbehagen gelangen könnte. Eine gewisse Heiterkeit kommt aus den Nieren, weshalb dieses Organ mehrfach in der Hl. Schrift besonders erwähnt wird.

Zuerst hat die Niere die Bestimmung, das aus der Leber abgeführte und für den Lebensorganismus untaugliche Wasser aufzunehmen. Der völlig unnütze Teil dieses Wassers wird in die Harnblase weiterbefördert, während ein noch zum Leben dienender Teil absorbiert und zum eigentlichen materiellen Stoff des befruchtenden Samens umgebildet wird. Freilich wird der Same auch noch vom Blute aufgenommen und in ganz eigene Gefäße geleitet, woselbst er dann als positiv-polare Kraft durch die gleiche negative Kraft der Hoden zur Zeugung tauglich gemacht wird. Dieses ist die zweite Bestimmung der Niere.

Die dritte, noch wichtigere Verrichtung besteht darin, daß die Niere durch kleine, mehr verborgen liegende Gefäße mit Herz, Lunge, Magen, Milz und Leber in inniger Verbindung steht und daher — geistig betrachtet — der Seele zeitweilig gewisserart zu einem bei der Zeugung notwendigen Tätigkeitsfelde dient. Und eben darum erzeugt die Niere im natürlichen Leben ein gewisses heiteres Wohlbehagen, das zwar nicht diesem Organ selbst, sondern der Seele und dem in ihr tätigen Geiste zuzuschreiben ist. Dieses Freudegefühl aber wird physisch in der Niere bereitet, deren Polsterform sich entsprechungsweise wie ein weicher Sitz für die Seele ausnimmt. Auch bei dem sogenannten Somnambulismus [heute Trancezustand genannt] tritt das Seelenbewußtsein zumeist in dieses Eingeweide, das durch die Gangliennerven mit der Magengrube in innigem Kontakte steht, durch welche Gegend [Sonnengeflecht] dann die Seele wahrnimmt und sich auch mit der Außenwelt in Verbindung zu setzen vermag.

Der Bau der Niere hat gleichfalls bedeutende Ähnlichkeit mit dem der Milz und Leber, wogegen sie sich durch die polsterartige Abteilung von jenen wesentlich unterscheidet. Zu beiden Seiten der Niere findet man gewisse wamsartige Säcke, die durch merkliche Eindrückungen und durch ein weißes Zellgewebe voneinander geschieden sind. Sie hängen nur mit der Mittellinie als ein Ganzes zusammen. Dieselbe ist ebenfalls ein weißes Zellgewebe, durch das sich die Hauptwasserkanäle ziehen und den edlen Samenstoff in die Wämse abliefern, den sie aus dem von der Leber kommenden Wasser absorbieren. Mittels der in den Wämsen erzeugten Elektrizität wird dieser Saft reifer gemacht und als subtile Flüssigkeit von den zarten Blutgefäßen der Niere aufgenommen. Mit dem Blute vereinigt, wird die Samensubstanz dem Herzen zugeleitet, von wo sie dann durch eigene Gefäße in die für sie bestimmten Vorratskammern übertritt. Hier empfängt der Samenstoff für seine brauchbare Bestimmung von den Hoden fortwährend Nahrung und gewinnt damit die für die Zeugung nötige Tauglichkeit.

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