Bruder Lorenz:
Ich habe bei allen meinen Arbeiten nur dies Ziel verfolgt,
alles aus Liebe zu Gott zu tun.
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Bei mir gibt es keinen Unterschied zwischen der Zeit des
Gebets und der übrigen Zeit.
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Zerstreuende Gedanken verderben alles.
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Unser ganzes Werk ist nur, dass wir Gott lieben und uns
an ihm erfreuen.
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Durch unser Vertrauen zu Gott wird er geehrt.
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Mit der Gnade wird alles leicht.
Um zu Gott zu kommen, braucht man weder Klugheit
noch Wissenschaft, sondern nur ein Herz, das entschlossen
ist, sich um nichts zu kümmern als um ihn und nichts
zu lieben außer ihm.
Alles wird euch zur Vollendung dienen, was euch zur Bindung mit Mir veranlasst. Denn diese Bindung mit Mir gibt euch die Kraft, Meinen Willen zu erfüllen, und die Erfüllung Meines Willens sichert euch auch das Ausreifen eurer Seelen. Eine Seele, die sich niemals von Mir löst, kann Freuden und Leiden erleben, sie wird stets mehr sich Mir anschließen, und sie hat dann schon ihre Erdenlebensprobe abgelegt, sie hat ihren Mir einst abgewandten Willen voll und ganz Mir geschenkt, sie ist freiwillig zu Mir zurückgekehrt und hat sich von Meinem Gegner völlig gelöst.
Bin Ich für einen Menschen zum Lebensinhalt geworden, dann wird auch das Erdenleben keinen schädlichen Einfluß mehr auf die Seele ausüben, selbst wenn sie in dem Pflichtenkreis aufgeht, der ihr gestellt wurde im Erdenleben.
Überaus gesegnet ist das Erdenleben eines Menschen, der sich Mir voll und ganz ergeben hat, denn solange er auf Erden weilt, werde Ich ihm wahrlich nicht die Kraft entziehen, auch irdisch tätig sein zu können. Aber er muß das geistige Streben voran setzen, Ich muß ihm Lebensinhalt sein, und er muß stets die Kraft aus Mir schöpfen, niemals aber allein an eine irdische Arbeit herangehen, die ihm dann so schwer erscheinen wird, daß er sich zu Mir wendet …. weil Ich das so will ….
Zitat:
Euer Erdenlebenszweck ist die Rückkehr zu Mir im freien Willen. Darum wird auch alles im Leben so an euch herantreten, daß ihr euch veranlaßt fühlen könnet, euch an Mich zu wenden ….
Zitat:
Und was nun auch geschieht, es ist von Segen, wenn ihr dadurch die Bindung herstellet mit Mir. Ich kann euch Menschen nicht sichtbar in den Weg treten und euch gleichsam zwingen, Mir zu folgen, Ich muß aber dennoch solche Mittel anwenden, durch die Ich es erreichen kann. Und es ist die Not wahrlich ein wirksames Mittel, euch die eigene Kraftlosigkeit erkennen zu lassen und euch zu bewegen, einen Hilferuf zu Mir zu senden …. den Ich gern erhören werde, um euch immer näher an Mich zu locken. Aber ihr könnet es Mir glauben, daß Ich euch jede Not fernhalte, sowie ihr Mein geworden seid, sowie ihr euch gedanklich Mir so verbunden habt, daß Ich ständig neben euch einhergehen kann.
Zitat:
Das festeste Band knüpfet ihr an durch die Liebe …. Denn wirket ihr in Liebe, dann wirket ihr mit Mir, Der Ich die Ewige Liebe bin. Darum wird oft die Not Antrieb sein zum Liebewirken …. Ihr könnet Mich um Hilfe bitten, ihr könnet aber auch selbst Hilfe leisten euren Mitmenschen …. Und immer verbindet ihr euch dann mit Mir, und jegliche Bindung sichert euch geistigen Aufstieg.
Zitat:
Ihr legt dann euer Erdenleben mit Erfolg zurück, wenn Ich nicht mehr wegzudenken bin in eurem Dasein …. Dann habt ihr wahrlich alles gewonnen, denn dann erfaßt euch Meine Liebe und gibt euch geistig und irdisch alles, was euch mangelt …. Dann wird euer Erdenwandel segensreich sein, denn ihr werdet auch eure Mitmenschen veranlassen wollen, daß sie sich Mir anschließen, ihr werdet, durch Meine Liebekraft getrieben, auch sie aufmerksam machen auf ihren Erdenlebenszweck, ihr werdet ihnen in ihrer Not den Weg zeigen zu Mir ….Denn mit Mir vermöget ihr alles, ohne Mich aber bleibet ihr schwach und unreif, und eure Seele kann sich nicht vollenden ….
Amen
Bindung mit Gott ….
Zitat:
Bruder Lorenz war kein Priester, kein Theologe, kein Intellektueller, sondern ein einfacher abgedankter Soldat, ohne jede höhere Bildung. Er konnte jedoch lesen, schreiben und rechnen, was damals nicht allgemein üblich war. So übertrugen ihm die oberen des Klosters nach seiner Probezeit die Arbeit in der Küche. Er mußte für die Klostergemeinschaft während etwa 30 Jahren kochen. Man kann sich solche mittelalterlichen Küchen anhand von Rekonstruktionen in Museen auch heute noch vorstellen: Ein lahmer Invalide arbeitet in einer Küche mit einem offenen Herdfeuer und einem rauchenden Kamin.
Das Wasser wurde im großen Faß herbeigefahren oder aus dem Brunnen geschöpft. Bruder Lorenz beschreibt seinen Gemütszustand in dieser Zeit so: Er habe gegen die Küche von Natur aus die größte Abneigung gehabt, nachdem er sich aber einmal daran gewöhnt habe, auch dort alles aus der Liebe zu Gott zu verrichten, könne er keinen Pfannkuchen mehr wenden, ohne es aus der Liebe zu Gott zu tun. Die Zeit des Wirkens oder Verrichtens äußerer Arbeit sei nicht von der Zeit des Gebetes unterschieden. »Ich besitze«, so sprach er, »Gott so ruhig in den unruhigen Geschäften meiner Küche, wo zuweilen viele Personen auf einmal etwas von mir fordern, wie wenn ich vor dem Altar auf meinen Knien liege.«
In diesem Zusammenhang weist Bruder Lorenz daraufhin, daß dies Gefühl der Gegenwart Gottes mehr durch das Herz und durch die Liebe erhalten werde als durch den Verstand und das Nachdenken. In dem Weg Gottes würden die Gedanken für wenig gerechnet; die Liebe tue alles. Man müsse ganz einfältig mit Gott reden, ihn frei und offenherzig anreden und wie die Dinge vorfielen, seinen Beistand von ihm begehren. Gott werde diesen niemandem versagen. Dieses Überlassen schenkt eine große innere Ruhe, das wird deutlich an einem Bericht über eine Reise zum Einkaufen des jährlichen Weinvorrates für die Gemeinschaft. Vor wenigen Tagen sei ihm gesagt worden, er solle nach Burgund reisen und dort Wein einkaufen.
Das werde für ihn beschwerlich sein, nicht allein, weil er zu solchen Verrichtungen nicht geschickt sei, sondern weil er auch noch an einem Bein lahm sei, so daß er auf dem Schiff nicht gehen könne, sondern über die Weinfässer kriechen müsse. Er sei aber darüber, wie auch über seinen ganzen Einkauf unbekümmert und sage zu Gott, es sei Sein Werk.
Quelle: http://www.quatember.de/J1998/q98035.htm
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