Was Vorbildungen und was Entsprechungen sind, wissen wenige, und niemand kann wissen, was sie sind, wenn er nicht weiß, dass es eine geistige Welt gibt, und dieselbe verschieden ist von der natürlichen Welt, denn zwischen dem Geistigen und dem Natürlichen gibt es Entsprechungen, und was von geistigen Dingen her in den natürlichen existiert, sind Vorbildungen. Entsprechungen werden sie genannt, weil sie entsprechen, und Vorbildungen, weil sie vorbilden.
<HG 2987>
Damit man irgendeinen Begriff von Vorbildungen und Entsprechungen habe, denke man nur über dasjenige nach, was Angehör des Gemütes, nämlich des Denkens und des Willens ist. Dieses pflegt aus dem Angesichte so hervorzuleuchten, dass es in dessen Miene erscheint: die Neigungen, vor anderen die inwendigeren; wenn das, was Angehör des Antlitzes ist, zusammenstimmt mit dem, was Angehör des Gemütes ist, so sagt man, dass sie entsprechen und sind Entsprechungen; und die Mienen des Angesichtes selbst bilden vor und sind Vorbildungen.
Gleicherweise verhält es sich mit dem, was durch die Bewegungen im Körper geschieht, wie auch mit allen Handlungen, die von den Muskeln ausgeführt werden; dass dieses gemäß dem geschieht, was der Mensch denkt und will, ist bekannt. Die Bewegungen und Handlungen selbst, die Angehör des Körpers sind, bilden dasjenige vor, was dem Gemüt angehört, und sind Vorbildungen; und insofern sie übereinstimmen, sind sie Entsprechungen. <HG 2988>
Man kann auch wissen, dass solche Gebilde im Geiste nicht existieren, wie sie in der Miene sich herausstellen, sondern dass es nur Neigungen sind, die so abgebildet werden. Ferner, dass solche Handlungen nicht im Geiste stattfinden, wie sie durch die Handlungen im Körper sich darstellen, sondern dass es Gedanken sind, die so gestaltet werden: was dem Geiste angehört ist Geistiges, was aber dem Körper, ist Natürliches; daraus ist es deutlich, dass es Entsprechungen gibt zwischen dem Geistigen und Natürlichen, und dass eine Vorbildung der geistigen Dinge in den natürlichen stattfindet; oder, was dasselbe ist, wenn das, was dem inwendigen Menschen angehört, sich abbildet im Äußeren, dann ist das, was im Äußeren erscheint, ein Vorbild des Inwendigen, und was übereinstimmt, ist Entsprechendes. <HG 2989>
Bekannt ist es auch, oder könnte es sein, dass es eine geistige Welt gibt und eine natürliche Welt. Die geistige Welt ist allenthalben wo Geister und Engel sind, und die natürliche Welt, wo Menschen sind. Im besonderen ist die geistige und die natürliche Welt bei einem jeden Menschen: sein inwendiger Mensch ist für ihn eine geistige Welt, sein äußerer aber ist für ihn eine natürliche Welt. Die Dinge, die aus der geistigen Welt einfließen und in der natürlichen sich darstellen, sind im allgemeinen Vorbildungen; und soweit sie zusammentreffen, sind sie Entsprechungen. <HG 2990>
Weil die Menschen der Ältesten Kirche in den einzelnen Dingen der Natur etwas Geistiges und Himmlisches sahen, so dass die natürlichen Dinge ihnen nur dienten zu Gegenständen des Denkens über geistige und himmlische Dinge, deswegen konnten sie mit Engeln reden und mit ihnen zusammen sein im Reiche des Herrn, das in den Himmeln, zu gleicher Zeit als sie in Seinem Reiche auf Erden oder in der Kirche waren. Bei ihnen war so das Natürliche mit dem Geistigen verbunden und entsprach völlig.
Anders aber nach jenen Zeiten, da das Böse und das Falsche zu herrschen anfing, oder da nach dem Goldenen Zeitalter das Eiserne anfing; dann wurde, weil kein Entsprechendes mehr da war, der Himmel verschlossen, bis dahin, dass sie kaum wissen wollten, dass ein Geistiges sei, ja endlich auch nicht, dass es ein Himmel und eine Hölle, und dass es ein Leben nach dem Tode gebe.
<HG 2995>
“Und redete mit ihnen hart”, 1.Mose 42/7, bedeutet daher auch das Nichtentsprechen.
Dies erhellt aus ebenderselben Erklärung, die oben darüber, dass er sich fremd stellte, gegeben wurde. Sich fremd stellen bezieht sich auf die Neigung, die dem Willen angehört, und hart reden bezieht sich auf das Denken, das dem Verstand angehört; denn reden heißt im inneren Sinn denken; alsdann erscheint nämlich das Inwendige dem Äußeren fremd, wenn keine Neigung da ist, und dann scheint das Inwendige hart zu reden, wenn keine Entsprechung; denn Entsprechung ist die Erscheinung des Inwendigen im Äußeren und seine vorbildliche Darstellung in diesem. Wo daher keine Entsprechung, da ist keine Erscheinung des Inwendigen im Äußeren, mithin auch im letzteren keine vorbildliche Darstellung des ersteren, daher das Harte. <HG 5423>
Dass Pferd das Verständige bedeutet, kommt nicht anderswoher, als aus den Vorbildungen im anderen Leben. Häufig werden dort in der Geisterwelt Pferde gesehen, und zwar mit vieler Verschiedenheit, wie auch Reiter auf den Pferden, und so oft sie erscheinen, bezeichnen sie das Verständige. Solche Vorbildungen finden fortwährend statt bei den Geistern.
Aus der vorbildlichen Bedeutung des Pferdes, sofern es das Verständige ist, kommt es her, dass, wenn Pferde im Worte erwähnt werden, die Geister und Engel, die bei dem Menschen sind, sogleich wissen, dass vom Verständigen die Rede ist. Daher kommt es auch, dass gewissen Geistern irgendwoher aus einem gewissen Weltkreis anderswoher, wenn sie erfüllt mit Einsicht und Weisheit aus der geistigen Welt in den Himmel erhoben werden, lichthelle gleichsam feurige Pferde erscheinen, die auch von mir, da jene erhoben wurden, gesehen wurden.
<HG 2762>
Hieraus wird es nun klar, woher die Vorbildungen und Bezeichnungen im Worte stammen, nämlich von den Vorbildungen, die im anderen Leben stattfinden; von daher kamen sie zu den Menschen der Ältesten Kirche, die himmlischer Art und mit Geistern und Engeln zusammen waren, während sie hienieden lebten. Jene Vorbildungen gingen von ihnen auf ihre Nachkommen über, und endlich auf solche, die nichts weiter wussten, als dass sie etwas bezeichneten; weil sie aber aus den ältesten Zeiten herstammten, und in ihrem Gottesdienste sich fanden, verehrte man sie und hielt sie heilig.
Außer den Vorbildungen gibt es auch Entsprechungen, die in der natürlichen Welt ganz anders als in der geistigen Welt lauten und auch bedeuten, wie z.B. das Herz die Neigung zum Guten, die Augen den Verstand, die Ohren den Gehorsam, die Hände die Macht, außer unzählig viel anderem. Diese Dinge werden nicht so in der Geisterwelt vorgebildet; sondern es entspricht das Natürliche dem Geistigen; daher kommt es, dass jedwedes Wort, bis auf das allerkleinste Jota im Wort, Geistiges und Himmlisches in sich schließt; und dass das Wort inspiriert ist, nämlich, dass wenn es von einem Menschen gelesen wird, die Geister und Engel es dann sogleich geistig auffassen, gemäß den Vorbildungen und Entsprechungen.
Aber diese Wissenschaft, die von den Alten nach der Sündflut so ausgebildet und geschätzt worden ist, und durch die sie mit den Geistern und den Engeln denken konnten, ist in der jetzigen Zeit völlig in Vergessenheit geraten; so sehr, dass kaum jemand ihr Dasein glauben will, und die es glauben, nennen sie nicht anders als etwas Mystisches ohne Nutzen, und das aus dem Grunde, weil der Mensch völlig weltlich und körperlich geworden ist, so sehr, dass wenn das Geistige und Himmlische genannt wird, er ein Widerstreben, einen Überdruss, ja Ekel empfindet; was wird er nun tun im andern Leben, das ewig währt, wo nichts Weltliches und Körperliches ist, sondern nur Geistiges und Himmlisches, welches das Leben im Himmel ausmacht? <HG 2763>
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Was Vorbildungen und Entsprechungen sind
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