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Im Himmel ist alles Vorbildung göttlicher Dinge

Wenn das inwendigere Gesicht dem Menschen geöffnet wird, welches das Gesicht seines Geistes ist, alsdann erscheinen die Dinge, die im anderen Leben sind, die durchaus nicht vor dem Gesichtssinn des Leibes sich sichtbar darstellen können. Die Gesichte der Propheten waren nichts anderes. Es gibt im Himmel fortwährende Vorbildungen des Herrn und Seines Reiches, und es gibt Bezeichnun­gen, ja es existiert sogar lediglich nichts vor dem Gesichtssinn der Engel, was nicht vorbildlich und bezeichnend ist; daher die Vorbildungen und Bezeichnungen im Wort, denn das Wort ist durch den Himmel vom Herrn herabgekommen.
<HG 1619>
Die Inspiration schließt in sich, dass im einzelnen des Wortes, sowohl in seinen historischen Teilen, als in den übrigen, Himmlisches ist, was Sache der Liebe oder des Guten, und Geistiges, was Sache des Glaubens oder des Wahren, somit Göttliches ist. Denn was vom Herrn inspiriert wird, das steigt von Ihm hernieder, und zwar durch den Engelshimmel, und so durch die Geisterwelt, bis zum Menschen, bei dem es sich so darstellt, wie es im Buchstaben beschaffen ist. Aber ganz anders ist es in seinem ersten Ursprung.
Im Himmel ist durchaus keine weltliche Geschichte, sondern alles ist Vorbildung göttlicher Dinge, und nichts anderes wird man dort inne; wie auch daraus bekannt sein kann, dass, was dort ist, Unaussprechliches ist; wofern daher die Geschichten nicht Vorbildungen göttlicher Dinge und somit himmlisch sind, können sie durchaus nicht von Gott eingegeben sein. Wie das Wort in den Himmeln beschaffen ist, das wird nur aus dem inneren Sinn erkannt, denn der innere Sinn ist das Wort des Herrn in den Himmeln. <HG 1887>
Dass Pferd das Verständige bedeutet, kommt nicht anderswoher, als aus den Vorbildungen im anderen Leben. Häufig werden dort in der Geisterwelt Pferde gesehen, und zwar mit vieler Verschiedenheit, wie auch Reiter auf den Pferden, und so oft sie erscheinen, bezeichnen sie das Verständige. Solche Vorbildungen finden fortwährend statt bei den Geistern.
Aus der vorbildlichen Bedeutung des Pferdes, sofern es das Verständige ist, kommt es her, dass, wenn Pferde im Worte erwähnt werden, die Geister und Engel, die bei dem Menschen sind, sogleich wissen, dass vom Verständigen die Rede ist. Daher kommt es auch, dass gewissen Geistern irgendwoher aus einem gewissen Weltkreis anderswoher, wenn sie erfüllt mit Einsicht und Weisheit aus der geistigen Welt in den Himmel erhoben werden, lichthelle gleichsam feurige Pferde erscheinen, die auch von mir, da jene erhoben wurden, gesehen wurden. Daher konnte mir klar werden, was durch den feurigen Wagen und die feurigen Rosse, die Elisa sah, als Elias bei einem Wirbelwind auffuhr in die Himmel bezeichnet wird. Dann auch, was durch den Ausruf des Elisa alsdann: “Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter!”: 2.Kön.2/11,12, und durch das, was Joas, der König Israels, zu Elisa sagte, als dieser starb: “Mein Vater, mein Vater, Wagen Israels und seine Reiter!”: 2.Kön.13/14.
Dass durch Elias und Elisa der Herr in Betreff des Wortes vorgebildet wurde, soll vermöge der göttlichen Barmherzigkeit des Herrn anderswo gesagt werden, nämlich die Lehre der Liebe und der Liebtätigkeit aus dem Worte durch den feurigen Wagen, und die Lehre des Glaubens daher durch feurige Rosse. Die Lehre des Glaubens ist das gleiche, was das Verständnis des Wortes in Betreff des Inwendigen oder der innere Sinn.
Dass Wagen und Pferde in den Himmeln bei den Geistern und Engeln erscheinen, kann nicht nur daraus erhellen, dass sie von den Propheten gesehen wurden, wie von Sach.1/8-10; 6/3-7 und von anderen, auch von dem Knaben des Elisa, von dem im Buche der Könige wie folgt: “Es öffnete Jehova die Augen des Knaben des Elisa, und er sah; und siehe, der Berg voll Rosse und Wagen um Elisa her”: 2.Kön.6/17.
Außerdem wo in der Geisterwelt eine Wohnung von Verständigen und Weisen ist, erscheinen fortwährend Wagen und Pferde, aus dem Grunde, weil durch Wagen und Pferde dasjenige vorgebildet wird, was zur Weisheit und Einsicht gehört: dass die nach dem Tode Auferweckten, die in das andere Leben eintreten, vor sich dargestellt sehen einen Jüngling, der zu Pferde sitzt, und dann vom Pferde herabsteigt, und dass dadurch bezeichnet wird, dass sie aus den Erkenntnissen des Guten und des Wahren zu unterrichten sind, ehe sie in den Himmel kommen können, sehe man HG 187, 188.
Dass Wagen und Pferde solches bezeichnet haben, war in der Alten Kirche sehr bekannt; wie auch erhellen kann aus dem Buche Hiob, das ein Buch der Alten Kirche ist, wo Folgendes: “Gott hat ihn die Weisheit vergessen lassen, und hat ihm keine Einsicht mitgeteilt; zur Zeit hat er sich in die Höhe gehoben, und verlacht das Ross und dessen Reiter”: Hiob 39/17-19.
Aus der Alten Kirche ist die Bedeutung des Pferdes, sofern es ist das Verstän­dige, zu den Weisen umher und auch nach Griechenland gekommen; daher hatten sie die Gewohnheit, dass, wenn sie die Sonne beschrieben, durch welche die Liebe bezeichnet wurde, sie dahin den Gott ihrer Weisheit und Einsicht setzten, und ihm einen Wagen und vier feurige Rosse beigaben; und dass, wenn sie den Gott des Meeres beschrieben, weil durch Meer Wissenschaften im allgemeinen bezeichnet wurden, sie ihm ebenfalls Pferde gaben; und dass, wenn sie die Herkunft der Wissenschaften aus dem Verständigen beschrieben, sie ein fliegendes Pferd erdichteten, das mit dem Hufe eine Quelle hervorsprudeln machte, woran Jung­frauen saßen, welche die Wissenschaften bezeichneten. Und durch das Trojanische Pferd wurde nichts anderes bezeichnet als die Kunstfertigkeit, aus ihrem Verstand Mauern zu zerstören.
Heutzutage zwar, wenn das Verständige beschrieben wird, pflegt es nach dem von jenen Alten überkommenen Gebrauch beschrieben zu werden durch ein fliegendes Pferd oder den Pegasus, und die Bildung durch eine Quelle; aber es weiß kaum jemand, dass Pferd im mystischen Sinn das Verständnis und Quelle Wahres bezeichnet. Noch weniger, dass jene Bezeichnungen von der Alten Kirche auf die Heiden übergegangen sind. <HG 2762>
“Und sechs Jahre sollst du dein Land besäen”, 2.Mose 23/10, bedeutet den ersten Zustand, wenn der Mensch der Kirche im Wahren und Guten des Glaubens belehrt wird.
Dies erhellt aus der Bedeutung von sechs Jahren, sofern es den ersten Zustand des Menschen, der wiedergeboren wird, bezeichnet; und aus der Bedeutung von “das Land besäen”, sofern es heißt, wenn das Wahre und Gute des Glaubens eingepflanzt wird. Das Land besäen hat aber diese Bedeutung, weil alles, was dem Felde, der Saat und seinem Ertrag angehört, solches bezeichnet, was der Kirche im allgemeinen und dem Menschen der Kirche im besonderen angehört, d.h. dem Menschen, der durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit vom Herrn wiedergeboren ist. Daher kommt es, dass das Feld und der Boden im Wort diejenigen in der Kirche bezeichnet, die das Wahre und Gute des Glaubens aufnehmen sollen, wie das Feld die Samen. Deshalb wird auch im Wort so oft das Feld, der Same, die Saat, die Ernte, der Ertrag, das Getreide und der Weizen erwähnt, und daher auch das Brot, außer dem übrigen, was dem Feld angehört.
Wer nicht weiß, wie es sich mit dem Zustand des Himmels verhält, glaubt nicht anders, als dass diese Ausdrücke im Wort bloß bildliche Redensarten und Vergleiche seien; allein es sind wirkliche Entsprechungen, denn wenn bei den Engeln die Rede ist von der Wiedergeburt des Menschen vom Herrn durch das Wahre des Glaubens und das Gute der Liebtätigkeit, dann erscheinen unten in der Geisterwelt Felder, Fluren, Neubrüche und auch Ernten; und zwar aus dem Grund, weil sie entsprechen. Wer dieses weiß, kann auch erkennen, dass solche Dinge in der Welt den Entsprechungen gemäß geschaffen worden sind; denn die ganze Natur, d.h. der Himmel mit Sonne, Mond, Gestirnen und die Erde mit den Gegenständen ihrer drei Reiche, entsprechen solchen Dingen, die in der geistigen Welt sind; und dadurch ist die Natur eine das Reich des Herrn darstellende Schaubühne; und dadurch besteht auch alles, was in der natürlichen Welt ist.
Hieraus erhellt, woher es kommt, dass das, was dem Feld angehört, d.h., was man ins Feld sät, und was man vom Feld erntet, solche Dinge bezeichnet, die der Kirche im allgemeinen und im besonderen angehören. Dass auch die Vergleiche im Wort ihren Grund in dem haben, was entspricht, sehe man HG 3579, 8989.
<HG 9272>
In den innersten Himmeln bei den Engeln sind es die Neigungen zum Guten und Wahren vom Herrn, die ihr Leben und ihre Seligkeit machen. Dieses stellt sich im letzten Himmel in äußeren Formen dar, die unzählig sind, mit unendlicher Verschiedenheit. Alles, was sie dort mit ihren Augen sehen, kommt daher. Es sind vorbildliche Darstellungen ihres Inneren, das in den Neigungen zum Guten und Wahren besteht, und himmlisch und geistig genannt wird. Die guten Geister, die in diesen Vorbildungen als in Trägern das Heilige des Himmels wahrnehmen, werden davon innerlich angeregt. So zum Beispiel sehen sie Paradiese mit unzähligen Arten von Bäumen und Früchten, ebenso Rosengärten, grüne Auen, Felder mit Saaten, Häuser und Paläste und sehr vieles andere. Dies alles entspricht den Neigungen zum Guten und Wahren, das vom Herrn in den oberen Himmeln ist.
Es gibt auch in diesen Himmeln Vorbilder, aber diese übertreffen an Vollkommenheit, Wonne und Seligkeit unermesslich die, welche im letzten Himmel sind. Diese Vorbilder sind es, von denen gesagt wird, dass kein Auge jemals solches gesehen habe; wenn auch etwas davon gesagt würde, so ginge es über den menschlichen Glauben hinaus. Aus diesem kann erhellen, was die Vorbilder sind.
Alle (Vorbilder), die bei der israelitischen Völkerschaft angeordnet waren, glichen denen, die im letzten Himmel sind, aber in minderer Vollkommenheit, weil in der Natur der Welt; so das Zelt mit der Lade, mit dem Tisch, worauf die Schaubrote waren, mit dem Leuchter und seinen Lampen, mit dem Rauchaltar. Die Kleider Aharons und seiner Söhne, und nachher der Tempel, mit dem Chor oder dem innersten Raum daselbst, wo die Lade, auf welcher der Gnadenstuhl und die Cherubim waren. Das eherne Meer, die Waschbecken und dergleichen. Aber unzählig mehrere erscheinen im letzten Himmel, jedoch in größerer Vortrefflichkeit und Vollkommenheit.
Aus diesem Himmel wurden diejenigen Vorbilder, die bei der israelitischen Völkerschaft angeordnet werden sollten, dem Mose vom Herrn auf dem Berg Sinai gezeigt, was zu ersehen ist 2.Mose 25/40; 26/30; 27/8. Mose hat sie aber nicht mit seinen leiblichen Augen, sondern mit den Augen seines Geistes gesehen.
Von welcher Art die Vorbilder sind, kann weiter erhellen aus denen, die den Propheten, wie dem Daniel, dem Johannes in der Offenbarung und den übrigen erschienen. Diese alle bergen in sich geistig und himmlisch göttliche Dinge. Dass diese ohne Deutung aus dem inneren Sinn nicht verständlich sind, kann jeder einsehen. Hieraus wird nun abermals klar, was die vorbildliche Kirche ist.
Diese Kirche wurde im Land Kanaan hauptsächlich wegen des Wortes errichtet, auf dass dieses in Vorbildern und Bezeichnungen verfasst würde, somit in solchem, was bei jener Völkerschaft in ihrer Kirche und in ihrem Lande war, denn alle Orte im Lande Kanaan, alle Berge und Flüsse daselbst, bildeten von den ältesten Zeiten her solches vor, was in den Himmeln ist; und so auch später die Erbteile, die Stämme und so weiter. Der buchstäbliche Sinn des Wortes des Alten Testaments bestand aus solchem, damit ein Letztes vorhanden wäre, in welches das Innere auslaufen, und worauf es stehen konnte, wie ein Gebäude auf seinem Fundament
<HG 10276>

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