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Vom Fischzug des Petrus (Lukas 5. 3–9)

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 6. Juni 1870

Deine liebe Schwester hat dir gestern gesagt, dass ihr in den Sinn gekommen sei, über diese Verse Etwas von Mir selbst diktiert zu erhalten, weil sie glaubt, auch sie sollte ihr Netz, wenn gleich in Meinem Namen, auswerfen. –
Ich begreife und kenne wohl ihr Herz, was sie damit bezwecken möchte; allein, um die Netze auszuwerfen, muss man im Fischen bewandert, oder in Meinem Namen dazu beauftragt sein.
Auch Simon Petrus zweifelte des guten Fanges, obwohl er ein erfahrener Fischer war, und nur auf Mein Zureden und seinen festen Glauben an Mich wagte er es die Netze auszuwerfen.
So sollte es auch deine liebe Schwester machen; noch hat sie so Manches im eigenen Grund und Boden zu fischen, – und dann, wenn da nichts mehr zu fischen wäre, ist es die nächste Umgebung, die zwar sehr fischreich, aber die Qualität der Fische ist darnach, als wenn sie sich so leicht nicht fangen ließen. Wenn denn da eine gute Beute gemacht würde, könnte sie erst an einen größeren Umkreis denken, und das zwar versteht sich nur immer in „Meinem Namen“, denn ohne dem geht es ja so nicht!
Um ihr aber dieses Gelüste – in weiter Ferne zu fischen, statt was in ihrer nächsten Nähe liegt zu nehmen, so rate Ich ihr, erst recht den eigenen Grund auszufischen, und auch kein einziges Fischchen in ihrem Herzen zu lassen, sodann solle sie ihre Netze sanft und mild um die Herzen ihrer Familie, wie z.B. ihre Kinder, hängen; verwickelt sich in die dünn geflochtenen Fäden Eines oder das Andere, dann heißt es aufmerksam sein, dass die Beute nicht entwischt, und zu dem soll sie dann Meinen Namen anrufen, und dann werde Ich als erfahrener Fischer ihr schon helfen, dass wir das gefangene Fischlein noch mehr im Garne der
Liebe verwickeln, um so wenigstens, statt vieler Fische, doch des einen Fischleins sicher zu sein!
Deine liebe Schwester solle wohl bedenken, dass die Welt nicht so ist, dass wir (so leicht) mit Netzen die Fische für unser Reich fangen können; Ich bin mit der Angel zufrieden, und wenn da nur Einer anbeißt; und wie viele Angeln hänge Ich nicht aus, versehen mit dem köstlichsten Köder, und wie Wenige lassen sich dadurch verlocken, Meine Fischlein zu werden und von Mir sich fangen zu lassen!?
Deswegen bleibe sie bei Meinem Rate; wenn es ihr gelingen sollte, eine Seele der Ihrigen zu erbeuten, so ist es für sie schon genug, nur mit einer Angel und mit der Leine ausgehend, kehrt sie mir einem Fange zurück, so ist sie Mir schon die beste Tochter unter so Vielen; allem die Netze müssen wir Beide zu Hause lassen, und nur dann sie ausbreiten, wenn schlechte Welt-Ereignis die Fische an einen sicheren Ort treiben; dann wollen wir die Netze benützen und sie möge versichert sein, dann und mit Meiner Hilft werden wir eine größere Ausbeute machen, als es jetzt möglich, wo es auch vergebliche Mühe wäre, an einen großen Fang zu denken.
Dies für ihre Wünsche, zur Regelung derselben, und Meinen väterlichen Segen, wann er zum Fange nötig ist!
Amen!

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