Empfangen durch G. Mayerhofer, am 3. Mai 1870
Nachdem denn deine lieben Freundinnen so sehnlichst wünschen, durch dich von Mir wieder einige Worte der Liebe und des Erbarmens zu hören, so will Ich denn Meinen lieben Kindern, die Mich mit so viel Inbrunst lieben, einige Zeilen zu gute geben, damit sie doch wenigstens sehen, dass wo ihr beisammen seid, auch Ich stets in euerer Mitte bin.
Ich habe es schon oft gesagt und gepredigt, dass Mein Wort ohne Tat nicht genügt, um auf dem Wege zu Meinem Herzen vorwärts zu kommen; Ich muss es euch jetzt ebenfalls wiederholen, weil ihr alle so neugierig seid, um immer nur Worte der Liebe, der Gnade und des Erbarmens zu vernehmen; Ich erkenne es wohl, dass euch ein Wort von Mir stets erhebt und erleuchtet, euch in Stimmungen versetzt, die eine Vorahnung eines höheren Lebens sind, jedoch solche Gefühle können – so lange ihr auf dieser Erde und mit einem irdischen Leibe eure von Mir abstammende Seele umkleidet ist – nicht bleibend sein.
Ebendeswegen verlangt ihr, sobald ein Eindruck eines Wortes von Mir, entweder aus früheren gedruckten Werken, oder durch einen Meiner jetzigen Knechte gegeben, verraucht ist, wieder neue geistige Nahrung, um wieder auf die geistige Höhe zurückzugelangen, auf der ihr vorher so selig waret, und gleichsam mit Mir und durch Mich die Himmel von ferne offen sahet.
Liebe Kinder! auf dieser Welt kann es nicht anders sein, denn eueren Herzen geht es wie einer Saite auf eueren Holzinstrumenten, ihre Spannung bleibt nicht immer die gleiche, entweder hinauf oder herunter; wollt ihr sie immer in höchster Spannung erhalten, so müsste sie am Ende reißen, weil diese höchste Spannung gegen ihren individuellen Bestand ist, und also ihre Zerstörung mit sich führen müsste!
So ist es auch mit eurem Gemüte; über euer Herz sind ebenfalls sogenannte Gefühlssaiten gezogen, die nur bei himmlischen Akkorden zu vibrieren anfangen, und deren Schwingungen dann bewegt durch den Einfluss Meines Wortes göttliche Akkorde hervorbringen. Wollet ihr aber diese Schwingungen stets fortgesetzt haben, so müsste euer Organismus zu Grunde gehen; deswegen sind solche Stimmungen nur Vorahnungen aus einer andern Welt, wo ihr einst mit einem anderen Leibe angetan, nicht nur diese Schwingungen eures Herzens auf dieser leiblichen Erde, sondern noch größere und heiligere ertragen werdet lernen!
Um euch jedoch ein Mittel zu sagen, wie ihr in einer ruhigen und beinahe seligen Stimmung bleiben könnet, so wisset denn, die Seligkeit des Gefühls gibt nicht so sehr Mein Wort, als wie die nach Meinem Worte vollbrachte Tat; seid daher tatkräftig nach Meinem Worte und nach Meinem Beispiele, und ihr werdet bald erfahren, dass, wenn gleich nicht jene himmlischen Klänge euer Herz durchziehen, die euch beim Lesen Meines Wortes erfassen, ihr durch gute in Meinem Namen verübte Taten ein ruhiges Bewusstsein, und eine innere Wonne fühlen werdet, die zwar den früher erwähnten Gefühlen nicht gleich kommt, jedoch, was an Innigkeit fehlt, an Dauer ersetzt wird. Darum, Meine lieben Kinder:
Handeln ist der Weg zu Mir! Mein Wort ist nur die Türe dazu! Wollt ihr also ganz Mir würdig werden, müsst ihr nicht bei der Türe stehen bleibe, sondern durch selbe vorwärts dringen, durch den langen, vielleicht mit manchen Hindernissen versperrten Weg durchdringen bis an’s Ende, das heißt bis zu Meinem Vaterherzen, das euch dann wohl mit bleibenden Gefühlen speisen wird, die ihr nicht nur allein ertragen, sondern auch als bleibendes Gut fortwährend beibehalten könnet! Dies zur Nachachtung von euerem liebevollsten Vater, der euch Alle segnet und stets bei euch ist.
Amen!
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