Alles, was in jener Kirche geschah, verwandelte sich im Himmel in entsprechende Vorbilder, und zwar das Blut in himmlisch Heiliges; und das Fleisch, außer den Opfern, weil es Begierden bezeichnete, wie gezeigt worden, in Unheiliges; und das Essen von beidem selbst in die Vermischung des Heiligen und Unheiligen; darum ward es damals so streng untersagt. Aber nach dem Kommen des Herrn, als die äußeren Gebräuche abgetan wurden und so die Vorbilder aufhörten, da verwandelte sich solches im Himmel nicht mehr in entsprechende Vorbilder; denn wenn der Mensch innerlich wird und über das Innere belehrt ist, dann gilt ihm das Äußere für nichts; er weiß alsdann, was heilig ist, nämlich die Liebtätigkeit und der Glaube aus ihr; von diesem aus wird dann sein Äußeres angesehen, wie viel nämlich Liebtätigkeit und Glauben an den Herrn im Äußeren ist. Daher denn nach dem Kommen des Herrn, der Mensch im Himmel nicht dem Äußeren nach, sondern dem Inneren nach betrachtet wird; wird es einer dem Äußeren nach, so kommt es daher, weil ein solcher Einfalt, und in der Einfalt Unschuld und Liebtätigkeit hat, die seinem Äußeren, oder seinem äußeren Gottesdienst, dem Menschen unbewusst, vom Herrn her innewohnen.
<HG 1003>
“Ihr sollt ihm nicht Zins auflegen”, 2.Mose 22/24, bedeutet, also nicht wegen eines daraus hervorgehenden Gewinnes.
Dies erhellt aus der Bedeutung von “Zins auf jemanden legen”, sofern es soviel ist, als das Gute um des Gewinnes willen tun; hier, nicht um des Gewinnes willen, weil gesagt wird: “ihr sollt ihm nicht Zins auflegen”.
Aus diesem Gesetz über den Wucher und Zins kann man sehen, wie es sich mit den Gesetzen, welche Rechte genannt wurden, beim israelitischen Volk verhält, dass sie nämlich aufhörten zugleich mit den Opfern und übrigen Gebräuchen, als der Herr in die Welt kam und das Innere des Gottesdienstes und überhaupt das Innere des Wortes aufschloss Der innere Gehalt jenes Gesetzes ist, man solle dem Nächsten Gutes tun von Herzen, und glauben, dass in dem, was man aus sich tut, kein Verdienst sei, sondern nur in dem, was man aus dem Herrn tut, Der bei dem Menschen ist, denn allein der Herr selbst hat verdient, und ist allein die Gerechtigkeit. Und wenn der Mensch das glaubt, setzt er in das, was von ihm getan wird, kein Verdienst und Lohn, sondern er schreibt alles Gute dem Herrn zu, und weil es der Herr aus göttlicher Barmherzigkeit tut, so schreibt ein solcher Mensch alles der Barmherzigkeit allein zu. Daher kommt es auch, dass, wer vom Herrn geführt wird, gar nicht an den Lohn denkt, und dennoch von Herzen dem Nächsten Gutes tut. Dies ist das Innere, aus dem das Gesetz über die Zinsen bei der israelitischen und jüdischen Völkerschaft hervorgegangen ist. Wenn daher der Mensch im Inneren ist, so hört jenes Gesetz auf, zugleich mit den anderen ähnlichen, die Rechte genannt wurden, denn die israelitische und jüdische Völkerschaft war bloß im Äußerlichen, welches das Inwendige vorbildete; daher war jenes Gesetz für jene Völkerschaft damals verbindlich, ist aber nicht verbindlich für die Christen, denen das Inwendige (der innere Gehalt) vom Herrn geoffenbart worden ist.
Dass es so ist, weiß der Mensch der Kirche heutigen Tages, deshalb sind die Wuchergesetze in jetziger Zeit von ganz anderer Art. Aber die Heiligkeit jenes Gesetzes hört darum doch nicht auf, d.h. jenes Wort ist darum doch nicht aufgehoben, sondern seine Heiligkeit bleibt wegen des Inneren, das darin enthalten ist. Dieses heilige Innere regt die Engel immer noch an, wenn dieses Wort gelesen wird. Man hüte sich doch ja zu glauben, die Gesetze des Lebens, wie sie in den Zehn Geboten und sonst hie und da im Alten Testament sich finden, seien abgeschafft, denn sie sind sowohl ihrer inneren als ihrer äußeren Form nach bestätigt, aus dem Grund, weil beide Formen nicht getrennt werden können.
<HG 9211>
In 2.Mose Kapitel 20-23 wurde von den Gesetzen, Rechten und Satzungen gehandelt, die vom Berg Sinai herab verkündigt wurden, und gezeigt, was sie im inneren Sinn enthalten, somit wie man sie im Himmel auffasst, nämlich nicht nach dem buchstäblichen Sinn, sondern nach dem geistigen Sinn, der nicht im Buchstabensinn offen hervortritt, aber dennoch darinnen liegt. Wer aber nicht weiß, wie sich die Sache verhält, kann meinen, auf diese Weise werde das Wort in Ansehung des Buchstabensinns vernichtet, deswegen, weil er im Himmel nicht beachtet werde; aber man wisse, dass der Buchstabensinn des Wortes dadurch keineswegs vernichtet, sondern vielmehr bekräftigt wird, und dass die einzelnen Worte durch den geistigen Sinn, der darinnen liegt, Gewicht und Bedeutung haben und heilig sind, weil der buchstäbliche Sinn die Grundlage und Stütze ist, worauf der geistige Sinn ruht, und mit dem er auf das engste zusammenhängt, so dass nicht einmal ein Jota oder eine Spitze, oder ein Häkchen im Buchstaben des Wortes ist, das nicht heilig Göttliches enthielte, nach den Worten des Herrn bei
Matth.5/18: “Wahrlich, Ich sage euch, bis dass Himmel und Erde vergeht, wird nicht ein Jota oder ein Häkchen vom Gesetz vergehen, bis dass alles geschieht”.
Luk.16/17: “Leichter ist es, dass Himmel und Erde vergehe, als dass eine Spitze des Gesetzes falle”: dass das Gesetz ist das Wort ist.
Darum hat es auch die göttliche Vorsehung des Herrn so gefügt, dass das Wort bis auf jedes Jota und Strichlein von der Zeit an, wo es geschrieben worden, erhalten wurde, hauptsächlich das Wort des Alten Testaments. Es wurde mir auch aus dem Himmel gezeigt, dass im Wort nicht bloß ein jeder Ausdruck, sondern auch eine jede Silbe und, was unglaublich scheint, ein jedes Häkchen einer Silbe in der Grundsprache etwas Heiliges in sich schließt, was den Engeln des innersten Himmels wahrnehmbar wird. Dass es so ist, kann ich versichern, aber ich weiß wohl, dass es über den Glauben der meisten hinausgeht.
Hieraus erhellt zwar, dass die äußeren Gebräuche der Kirche, die den Herrn und die inneren Dinge des Himmels und der Kirche, die vom Herrn stammt, vorbildeten, von denen im Worte des Alten Testaments die Rede ist, größtenteils aufgehoben sind, dass aber dennoch das Wort in seiner göttlichen Heiligkeit bleibt, weil alles und jedes, das darin steht, dennoch heilig Göttliches enthält, was im Himmel wahrgenommen wird, wenn dieses Wort gelesen wird; denn es ist inwendig Heiliges im einzelnen, und das ist sein innerer Sinn, oder der himmlische und göttliche Sinn. Dieser Sinn ist die Seele des Wortes, und ist das göttlich Wahre selbst, das vom Herrn ausgeht, somit der Herr selbst.
Aus diesem kann erhellen, wie es sich mit den Gesetzen, Rechten und Satzungen verhält, die vom Herrn vom Berge Sinai herab verkündigt worden sind, und im 2.Mose Kapitel 20-23, von denen oben gehandelt wurde, enthalten sind; dass nämlich alles und jedes darinnen heilig ist, weil es in seiner inneren Form heilig ist. Dass aber gleichwohl einige derselben für den Gebrauch heutzutage im Gebiet der Kirche, die eine inwendige Kirche ist, aufgehoben sind. Einige derselben sind aber von solcher Art, dass sie zum Gebrauch dienen können, wenn man will, und einige davon sollen immerdar beobachtet und gehalten werden. Dennoch aber sind die, welche in Beziehung auf den Gebrauch im Gebiet der Kirche aufgehoben sind, und die, welche zum Gebrauche dienen können wenn man will, wie auch die, welche immerdar beobachtet und gehalten werden sollen, gleich heilig im inneren Sinn; denn das Wort ist seinem ganzen Umfang nach in seinem Inneren göttlich. Das inwendig Heilige ist es, was der innere Sinn lehrt, und es ist dasselbe wie das Inwendige der christlichen Kirche, das die Lehre der Liebtätigkeit und des Glaubens lehrt.
Damit dieses leichter erfasst werden könne, sollen die Gesetze, Rechte und Satzungen, von denen in den oben genannten Kapiteln gehandelt wurde, zur Erläuterung dienen:
Diejenigen von ihnen, die durchaus beobachtet und gehalten werden sollen, sind enthalten: 2.Mose 20/3-5,7,8,12-14,20; 21/12,14,15,20; 22/17-19;27; 23/1-3,6-8,24,25,32.
Die, welche zum Gebrauch dienen können, wenn es beliebt, sind solche, die enthalten sind in 2.Mose 20/10; 21/18,19,22-25,33-37; 22/1-13,16,20-22,24-26,30; 23/4,5,9,12-16,33.
Diejenigen aber, die für den Gebrauch heutzutage im Gebiet der Kirche aufgehoben sind: 2.Mose 20/21-23; 21/2-11,16,21,26-29,31,32; 22/14,28,29; 23/10,11,17-19.
Allein, wie oben gesagt wurde, diese und jene sind gleich heilig, oder in gleicher Weise göttliches Wort. <HG 9349>
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Nach dem Kommen des Herrn hörten in Betreff der Religionen die Vorbildungen auf
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