Nur vorwärts – nicht zurück!
Empfangen durch G. Mayerhofer, am 1. April 1870
Nachdem Ich auf alle Fragen, die seitdem durch dich an Mich gerichtet wurden, zur Aufklärung der zweifelnden Gemüter Meiner lieben Kinder Antwort gegeben habe, so will Ich auch diesem heutigen Bittsteller, Meinem lieben Sohne, dem langmütigen Dulder, ebenfalls für seine Freundin einige Trostworte senden, damit auch er wie sie wieder einen Schritt weiter zu Mir geführt werden mögen.
So sage denn deinem Freunde, er solle seiner Schülerin nächstens schreiben, dass sie sich nicht mit der Vergangenheit plagen solle; denn was vergangen, ist nicht mehr zu ändern; wenngleich es in manchen Fällen wie ein glühender Dorn im Herzen brennt, und wie ein ewiger Wurm am Gewissen nagt, so hilft doch kein Mittel den Zahn des Vorwurfs über unüberlegte Sünden ganz aus dem Gedächtnis zu verwischen.
Nebenbei muss auch noch bemerkt werden, dass alles was geschehen ist, vielleicht eben deswegen von Meiner Seite zugelassen wurde, um die Seele dadurch in der Folge zu bessern, d.h. sie in ihren besseren Eigenschaften zu stählen und endlich, nachdem man lange im Finstern herumgetappt, doch zum Lichte der Erkenntnis und Meiner väterlichen Führung zu gelangen; denn, würde man die Finsternis nicht kennen, so wüsste man auch das Licht nicht zu schätzen! Deswegen lasse sie das Vergangene in Ruh und lasse es Mir über, wie viel Ich davon als bleibend behalten und wie viel Ich in den Sand schreiben will, wie ich es weiland in Jerusalem getan!
Die Hauptsache ist aber, dass sie das Gegenwärtige wohl beachte und den Weg immer mehr kennen lerne, der zu Meinem Herzen führt, der allein der einzig richtige ist, Ruhe und Frieden zu geben, denn alles in der Welt bringt verschiedene Eindrücke in die Seele, nur die Liebe zu Mir und der Eifer und das Zutrauen, dass alles recht und gut, was der Vater schickt, das gibt die rechte Seelenstärke, um jedem Ereignis mit kühner Stirne entgegenzutreten und allem seinen wahren Wert zu geben, den es eigentlich nur hat.
Denn alles Weltliche ist nichts, um den Menschen zu beseligen, weil es vergänglich und endlich ist; was aber von Mir zu euch, Meine lieben Kinder, kommt und schon gekommen ist, sei es in Meinen Evangelien, sei es in Meinen Worten durch Meinen vorigen Knecht, das ist lebendiger Same, ist Licht und Wärme, erhellt und erwärmt euch; denn es ist der einzige Lebens- und Lichtfunke aus den Himmeln, der ewig nie verlöscht, und der – wenn ihr diesem Lichte folget, auch gewiss den rechten Weg, d.h. zu Mir euch führen wird.
Es sind ja nur zwei Gebote, in denen alles liegt, befolget diese beiden im ganzen Werte ihres inhaltschweren Sinnes und ihr werdet die Erde zwar und ihre weltlichen Annehmlichkeiten vor euch mehr und mehr sich verschließen sehen, aber ein nie gekannter Friede, eine Sehnsucht und göttliche Ahnung nach einer besseren Heimat und einem besseren Sein wird euch beschleichen, eure Seele begeistern, euren Geist, der bis jetzt durch die terrestischen (irdischen) und mondanen (weltlichen) Einflüsse wie zugedeckt und unbeweglich da lag, entschleiern, – und ihr werdet dann alle, wie auch du Meine liebe Tochter, den Himmel offen und in der Mitte alles Lichtes, zwischen Millionen und Millionen von Seraphim und Cherubim im höchsten Glanze den Vater im strahlenden Lichte Seiner Liebe, als höchsten Preis alles Ringens und Kämpfens erschauen und Ihm auch mit Geduld immer mehr näher kommen dürfen!
Also strebet nach diesem Zustande! Seid unbesorgt um das was geschehen, leget, wenn möglich, jeden Tag auch nur ein kleines Steinchen zum Bau des geistigen Gebäudes hinzu und bald werdet ihr erfahren, wie der große Baumeister euer Seelengebäude wird vollenden helfen, damit ihr dann ganz als Seine Kinder in die Reihen seliger Geister einst aufgenommen werden möget.
Beachtet wohl diesen Weg, und ihr werdet denselben beharrlich verfolgend – bald Den entdecken, Der euch jetzt liebend segnet, als euer liebevollster Vater und Jesus! Amen! Meinen Segen und Meine Gnade euch – von Mir, als erstem Baumeister von Seelenpalästen!
Amen, Amen, Amen!
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