Empfangen durch G. Mayerhofer, am 21. April 1870
Mein lieber Sohn, da dich dein Bruder gebeten hat um einige Worte von Mir für seinen Freund in G., den er besuchen will, so sage ihm denn, dass es Mich sehr freut, dass er es sich so angelegen sein lässt, Mir so viele Seelen als möglich zuzuführen. Er solle nur so fortfahren, und es wird das Ergebnis seiner Bemühungen ihn schon mit dem günstigen Erfolge krönen, da er alles dieses tat und noch tut aus Liebe zu Mir und zu seinen Nächsten. –
Was seinen Freund betrifft, so weiß Ich schon lange, dass derselbe sich nach einer näheren Bekanntschaft mit Mir sehnt; Ich habe ihn deshalb schon manchmal gemahnt, und ihn auch manches Bittere ausstehen lassen, damit er sich in die weltlichen Wirren nicht zu sehr verwirre, sondern stets Mich im Auge behalte.
Allein bei all Meinen Mahnungen konnte er sich doch noch keinen rechten Begriff von Meiner Vaterliebe machen; wenn er zu Mir betete, und oft schwer bedrückt zum Himmel aufschaute, so rief er Mich stets nur als „Gott“ an, und als Gott ließ Ich ihm angedeihen, was nach seinen Begriffen ein Gott für Seine Geschöpfe zu tun willens ist.
Jetzt aber ist die Zeit gekommen, wo er vorbereitet ist und reif, Mich nach und nach tiefer, d.h. auch als Vater kennen und lieben zu lernen; jetzt soll nur dein lieber Bruder mit ihm reden, und er wird ein geneigtes Ohr und ein offenes Herze bei ihm finden!
Viel hat er schon Andere gelehrt (als Lehrer), und mancher Segen ist ihm daraus erwachsen, jetzt will Ich ihm aber auch die Gnade antun, ihn in Meine Schule zu nehmen, damit er dann auch klar ersehen möge, warum seine Vergangenheit mit so düstern und traurigen Ereignissen untermischt war, indem Alles nur zum Zwecke hatte, ihn so nach und nach vorzubereiten, noch bevor Ich ihn von dieser Erde abberufe, hier noch das Meiste zu tun, um nach seinem Hinscheiden ihn drüben als Meinen würdigen Sohn empfangen zu können, ihm dann zurufend:
„Komm her, Mein lieber Dulder! Du hast gelitten und gekämpft, keine Rosen habe Ich dir auf deiner irdischen Laufbahn gestreut, nur die Dornen davon ließ Ich dich fühlen, und die Rosen verbarg Ich dir, die – der Domen vergessend – dich mit Wohlgeruch gelabt hätten; doch nun komme her zu Mir! siehe, die Rosen habe Ich mit Fleiß aufbewahrt, um sie nun dir Selbst zu überreichen; auf Erden hätten selbe noch immer kleine Makeln gehabt, hier aber, bei Mir in Meinen Himmeln, reiche Ich sie dir ohne Fehler, als Vergeltung deines Strebens und Duldens!“
Sage ihm das, und er wird sich gewiss freuen auf den Moment, wo er diese oben angeführten Worte aus Meinem Munde selbst hören wird, als Lohn seiner Ausharrung in Meiner Liebe fortschreiten soviel es die weltlichen Verhältnisse ihm erlaubten.
Bis zu diesem solennen (erhaben, feierlich, festlich, gemessen, glanzvoll, gravitätisch, pastoral, salbungsvoll, schwülstig, seriös, würdevoll, zermoniell ….) feierlichen Akte – Meine Gnade ihm! möge er Mein Wort willig in sein Herz aufnehmen und er wird bald erfahren und verspüren den lebendigen Segen Dessen, Der ihm jetzt Seine väterliche Gnade nicht länger vorenthalten will!
Amen!
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