Empfangen durch Jakob Lorber, am 25. Januar 1841
Da schreibe ein kleines Wort, voll höheren Trostes an die Seele, die da ist stets kranken Herzens, und weiß sich in ihrer Schwäche weder zu raten und noch weniger zu helfen, so sie sich ohne Meinen Rat und ohne ein ausdrückliches Begehren des bestehenden besseren Teiles der kirchlichen Priesterschaft durch eine unnötige Beichte (oder sonst kirchliche, priesterliche oder doktrinäre Influenz) in eine Spalte geklemmt hat, deren gegenseitiger Zusammendruck mit ihrem weichen Herzen eine sehr beklemmende üble Sache machte, wodurch sie dann gleicht einem Kranken, zu dem zwei Ärzte kommen, welche feindselig gegeneinander fahren, da sich der Kleine gegen den Großen auflehnt, indem er keine Einsicht hat, von der Art und Weise wodurch der Große mit großer Leichtigkeit und Sicherheit seine Kranken heilet; während der Kleine vorgibt, dass nur er die wahre Universalmedizin besitze, an deren einzig und allein zu heilen vermögender Seite alles andere eitel und verdammlich ist.
Dieser Kranken sage: dass nur Ich der einzig und allein rechte Arzt bin, und frei helfen kann, wenn Ich will (von Nacht zum Licht!) und werde Mich ewig nimmer binden lassen von irgend einem gallsüchtigen Kleinpriester, dem nur viel mehr eine vermeintliche Verkümmerung seiner geistlichen Autorität, als das wahre Seelenheil seiner sogenannten „Beichtkinder“ am Herzen liegt!
Siehe, solche Mietlinge stehen Meiner Herde nicht wohl an, die die Wölfe von den Schafen nur der Wolle, aber nicht des geistigen Lebens der Schafe selbst wegen abwehren; während der „rechte Hirte“ die Schafe weidet und schützt ihres Lebens wegen, da sie Sein Eigentum sind, und kümmert sich weniger um die Wolle, wohl wissend, dass das Leben – wenn es gewonnen wird – auch sicher die Wolle mitbringen wird. –
O sehe nur hinaus in Meine große Schöpfung, siehe dieses Alles besteht aus Meiner Liebe und Weisheit, Erbarmung und Gnade; meinst du wohl, dass Ich Solches durch die vermeintliche priesterliche Gewalt und Zulassung tue, und so die Erde und alle zahllosen Welten erneuere, erhalte und allenthalben bevölkere; oder muss Ich (etwa auch) einen Priester fragen um die Erlaubnis und um einen Rat, mit wie viel Licht Ich die Sonne versehen solle, und wann sie auf- und niedergehen möchte!? Oder welcher Priester hat sich denn mit Mir ans Kreuz schlagen lassen!? Oder haben damals nicht vielmehr eben gerade Meine Priester Solches an Mir getan, und lästerten Mich, als ob Ich vom Teufel wäre, gegen ihr vermeintliche Reich Gottes, welches unter solchen Mietlingen vielmehr ein Reich des Satans geworden war, und zum Teile nun wieder ist!
Oder, wenn ein Mensch lebt, lebet er aus Mir oder aus dem Priester? Ich sage dir aber, dass Ich ein vollkommen freier und über Alles mächtiger Herr, Gott und Vater bin, und hange nicht im Allgeringsten ab vom Priestertume, und kann allein Jedwedem seine Sünden vergeben, der sich reuig in aller Liebe zu Mir wendet; denn Ich bin auch ein Herr über alle Sünder, – und so Ich Jemanden seine Schuld nachsehen will, vermöge dessen voller Sinnesänderung, siehe, da stehe Ich auch gar nicht an auf eine aus törichten Gründen vorenthaltene Absolution eines wolleverkümmert sich wähnenden Priesters! –
Denn wahrlich, so Ich gar bald wiederkommen werde, da werden Mich Hunde und Katzen eher erkennen, als solche herrschenwollende Priester, denen allezeit nur an der Wolle gelegen war, so oder so, aber niemalen oder wenigstens sehr selten am Leben selbst!
So dir aber irgend ein Priester nicht möchte seine wenig sagende Lossprechung erteilen, so gehe zu einem Zweiten, Dritten u.s.w. Und solltest du Keinen finden, der dich losspräche, alsdann komme nur getrost zu Mir, und gedenke des verlornen Sohnes, und sei versichert, dass Ich als wahrer heiliger bester Vater Meine Kinder gewiss eher denn alle die herzlosen Mietlinge in Mein Haus und Herz (d. i. der Himmel des Liebefriedens) mit offenen Armen aufnehmen werde!
Daher sei ohne Sorge in dir, und folge Mir! und Ich werde dich ewig nicht zu Grunde gehen lassen. Kehre nur deine Kindlein emsig zu Mir, wozu Ich dir schon an der Seite stehen werde, und denke, dass der Herr aller Schöpfung auch noch vielmehr ein Herr des Geistes ist, und kann tun was Er will.
Siehe, Ich führe dich, und werde dich ewig führen; daher kümmere dich nicht so sehr der blinden Leiter! Amen! Das sage Ich, dein lieber guter Vater, dich segnend.
Amen, Amen!
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