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Zur Beichte, und von der inneren Stimme etc.

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 3. April 1871

Mein liebes Kind, du fragst Mich in deiner Bitte, die, wenn du selbst ein wenig nachdenken, oder der Stimme in deinem Innern Gehör geben möchtest, leicht von selbst zu lösen wäre. Nachdem du aber, so wie die Meisten, kein Zutrauen zu dir selbst hast, da ihr euch nicht selbst die Mühe geben wollt – gewissen Zweifeln nachzuspähen, um auf ihren rechten Grund zu kommen, wo sich dann die Sache ganz einfach entwickelt darstellen könnte, und nachdem ihr meistens eure eigenen Gedanken und die innere Stimme, die entweder Mein Einfluss oder der eines guten Geistes ist, nicht von einander unterscheiden könnet, so drängt es euch immer wieder zu fragen, entweder tiefer eingeweihte Seelen, oder, wie es hier der Fall ist, wo ihr den Weg zu Mir direkt gefunden habt, bei Mir Selbst anzufragen über etwas, was ihr als selbständige Wesen schon längst, bei nur ein bisschen Nachdenken gelöst haben wurdet.
Da Ich aber ein Vater bin, und zwar ein Vater für Meine Kinder im höchsten Sinne des Wortes, so will Ich auch die fragenden Kinder nicht zurückstoßen und wenn gleich die Fragen einfältig sind, auf selbe doch antworten, damit ihr im Reinen seid, über eben diese wichtigen Fragen, die euch zu Mir um Rat bittend führten.
Nun so höre denn, Meine liebe Tochter:
Du fragst mich, ob die Beichte, wie sie in einer Gesellschaft von weiblichen Wesen verlangt wird, (In einer hiesigen spiritistischen Gesellschaft ward das Ansinnen gestellt von einem Geiste, der sich mit "der Herr" unterschrieb, dass die Beichtenden schwören sollten, nicht mehr zu sündigen! (Triest 1871.) D. Hsg. ) die richtige ist oder nicht? Auf dieses muss Ich dir antworten:
Hast du je nachgedacht, was denn eigentlich der wahre Sinn der Beichte ist? und warum sie von Priestern eingesetzt wurde? und hast du nebenbei auch nie erwogen, was ein Schwur ist? –
Ich bin überzeugt, wenn Ich deine Antwort abwarten wollte, so würde sie, bei nur geringem Nachdenken, für dich und Mich genügend ausfallen! Ich will dir aber das Nachdenken ersparen, und sogleich für dich selbst antworten:
„Siehe, die Beichte wurde einst eingesetzt, um die Menschen doch wenigstens ein paar mal des Jahres zu einer näheren Untersuchung ihres eigenen Ichs anzuregen, damit sie ihre Fehler kennen lernen, und so ein genaueres Bild von ihrem eigenen moralischen Wert dadurch erlangen könnten.“
Das Erlangen dieses klaren Bildes genügte aber nicht, und es langt nicht aus zu wissen, wo und wann ich am meisten fehle, es muss der Mensch auch den festen Vorsatz haben, diese jetzt nun klar erkannten Fehler nie wieder zu begehen, oder wenigstens dagegen anzukämpfen, damit er nicht so oft in selbe verfalle!
Wenn dieses Endresultat nicht erreicht ist, und der Mensch nicht bei jeder solchen Untersuchung immer weniger Fehler in seinem Herzen entdeckt, so ist die Beichte weder vor einem Priester noch vor sonst einem, ehrwürdigen Manne, noch gar vor Mir Selbst etwas nütze; denn es bedeutet entweder einen Stillstand oder einen Rückschritt.
Hast du also, Mein Kind, den festen Vorsatz, erstens – streng Untersuchung in deinem Herzen zu halten, und sodann diese nun erkannte Fehler herzlich zu bereuen, jedoch mit dem Vorsatze, dass, nachdem Ich dich, trotz deinen Fehlern stets mit Gnaden und Segnungen überhäuft habe, du selbe nicht verdient, von nun an aber alles tun willst, Meiner Gnade und Liebe würdiger zu werden; dann kannst du ruhig zu Meinem Tische gehen, denn Ich werde dich dort stärken – den künftigen Versuchungen entweder geschickt aus dem Wege zu gehen, oder selbe siegreich bestehen zu können, soviel es der menschlichen Natur möglich ist; denn unfehlbar ist vor Meinen Augen Niemand, ja selbst die höchsten Engelsgeister nicht! –
Aus dem geht aber auch hervor, dass ein Schwur – nie mehr zu sündigen, ein Unsinn ist, und nur von fanatischen, blinden bloß Wortgläubigen verlangt werden kann, nicht aber von Menschen und Geistern, die Meine Worte geistig aufzufassen gewöhnt sind.
Siehe, ein Schwur ist ein Anruf Meiner höchsten Person, als sollte Ich Zeuge »ein, dass du halten wirst, was du im Schwur oder Versprechen aussprichst.
Siehe Meinen Petrus an, dem Ich es voraus sagte, dass er sein Versprechen, welches er Mir in seinem Amtseifer gab, doch nicht halten werde; siehe dieser Petrus der am Ölberge mit dem Schwerte drein schlug und Mich als seinen Meister besser kannte und mehr liebte, als du und alle jetzt lebenden Menschen, auch er – wenige Stunden danach – verleugnete Mich; verschwunden war das in höchster Aufregung gegebene Versprechen, – und ihr schwachen Geschöpfe, die ihr weit, ja sehr weit von Meinem Jünger Petrus zurück seid, ihr wollt schwören, nicht mehr zu sündigen! –
Ich kann euch nur ins Gedächtnis rufen, was Ich einst (durch Paulus) sagte: „bedenket – der Wille ist stark, aber das Fleisch ist schwach,“ und die Worte die Ich am Kreuze sprach, die auch jetzt noch für die gelten, die sich zu solchen nie zu haltenden Versprechen hinreißen lassen: „Ich verzeihe ihnen als Herr, Den sie zum Zeugen anrufen wollten, denn sie wissen nicht was sie tun!“
Hier hast du den Bescheid über deine Zweifel, jetzt glaube Ich, wirst du wohl das Weitere selbst herausfinden, und auch wissen, wo Mein Wort reiner zu euch herabströmt, ob in einer Gesellschaft, die dem Spiel so verschiedener verirrter Geister ausgesetzt ist, oder in einer Gesellschaft, wo nur Ich als Meister und Vater allein Mein Wort Meinen Kindern gebe!
Was das Zufriedensein mit dir betrifft, so muss Ich dir sagen, was Ich erst vor Kurzem einem Andern antwortete: „Sei du zuerst mit dir selbst zufrieden, dann komme mit dieser Frage zu Mir, bis dorthin aber – wollte Ich dir jetzt eine Antwort geben, würde sie wohl nicht ganz nach deinen Wünschen zur Befriedigung deiner Eigenliebe ausfallen!“
Wenn du in deinem Herzen aufgeräumt hast, so dass Ich dort einziehen könnte, wenn du alle weltlichen Begierden bezähmen kannst, und selbst Herr in deinem Seelenhause bist, dann wirst du schon in deinem Innersten die Zufriedenheit fühlen, welche wohl die beste Antwort sein wird, ob Ich mit dir zufrieden bin oder nicht. –

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