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Der Mann ist des Weibes Haupt

Empfangen durch Jakob Lorber, am 6. Juli 1840

So schreibe denn an den Bruder, der ist ein Oberverwalter einer sehr zerrissenen Stadt, in welcher viel Hurerei geistlich und leiblich getrieben wird, – dass Ich mit Wohlgefallen vernommen habe seine Bitte, und gebe ihm deshalb auch eine Lehre aus Meiner Liebe kurz; doch muss er glauben, dass Ich helfen kann, und muss sein Glaube lebendig sein in der Kraft des Willens und der höchsten Liebe, und dann muss er nicht fürchten sein Weib – des Geldes wegen, und ihr nicht deswegen, wenn auch ungern nachgeben, was er gewiss nicht täte, so er hätte ein armes Weib; denn er soll nur bedenken des reichen Jünglings im Evangelium, und es wird ihm daraus gewiss klar werden, wie schwer es ist einem Reichen – in Mein Reich zu kommen; jedoch was bei den Menschen oft gar so ganz unmöglich scheint, das ist bei Mir doch gar wohl möglich.
Denn, sehe die Erdbahn um die Sonne, wie Ich sie geteilt habe in Tage und Nächte, zu umschließen einen vollen Kreis des Jahres, und Ich sage, bis jetzt war noch keinem Rechner möglich zu entdecken die „Quadratur des Zirkels“, welche doch von Mir als Basis aller Planeten- und Sonnenkreise gelegt ist; aber die Menschen sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, daher sehen sie auch nicht den Wald in einem Samenkorne, und so sieht auch Mein lieber Sohn das große Übel schlecht, und meint es liege im Kleinen; Ich rate ihm daher nach Meiner Art den Nagel auf den Kopf zu treffen, ohne Scheu und ohne Furcht; denn wer aus wahrer Liebe handelt – um Meines Namens willen, dem darf niemals bangen; denn der Mich zu verherrlichen sucht in dem Herzen seines Bruders, seiner Schwester und um so mehr seines Weibes, der Kinder und ihretwegen, wahrlich sage Ich, der wird nie zu Schanden werden.
Das aber ist der kurze Rat: Für Alles, was Ich dir anzeigen werde, sollst du dich ernstliebend auf das Zeugnis der Schrift berufen, und deinem Weibe zeigen, durch Wort und Tat, dass du das Haupt bist, und sie nur der Unterleib, dass sie dir gehorchen müsse auch Meinem Willen, wie die Sarah dem Abraham, und die Maria ihrem lieben Josef; aus welchem Grunde Ich auch allezeit Meine Befehle dem Josef, nie aber der Maria, die Mich doch im Leibe getragen hatte, gegeben habe, damit Meine Ordnung, aus welcher heraus alle Dinge sind gemacht worden, auch nicht im Allergeringsten verkehrt würde. Und hast du dieses getan, so zeige dann deinem Weibe, dass das wahre eheliche Glück nur darin bestehe, wenn ein Verhältnis zwischen Mann und Weib gleich wird dem zwischen Gott und den Menschen, oder zwischen Geist und Seele, oder zwischen der wahren Kirche und einem ihr bestehenden Staate, und in dergleichen wahren Verhältnissen mehr. Ferner zeige deinem Weibe, dass es mit den in ihrem Herzen über ihre Männer sich erhebenden Weibern gerade so stehe, wie mit den Atheisten oder Gottesleugnern, denen die Nächte zu langen Folterbänken werden, besonders, wenn sie die zeitlichen Güter dazu auch noch verlieren, was meistens zu geschehen pflegt von Mir aus, damit dann endlich, wenn sie noch nicht gar zu weit gesunken sind, doch noch eine Rückkehr möglich würde; denn der Mann lernt Mich erkennen in seiner Liebe zu Mir, das Weib aber in der Liebe des Mannes; wie kann aber ein Weib sagen: Ich liebe meinen Gemahl, wenn ihr nicht jedes seiner Worte und Wünsche heilig ist. Daher ist bei der Ehe für den Mann das Wichtigste, sich vorerst ganz erkennen, damit er sehe, in welchem Verhältnisse das Weib zu ihm stehe, und dann das Weib richte nach seines Geistes Kraft.
Aber wenn der Mann in seiner eigenen Blindheit ein wahrer Willens-Schwächling ist, und nachgibt nur in Einem seinem Weibe, so hat er einen Krebs auf seinen dummen Stamm gepfropft, und da wird bald nicht eine gesunde Lebensfaser mehr anzutreffen sein. Daher solle der Mann nicht eher ehelichen, als bevor er sich selbst erst ganz durchschaut hat! –
Das Geld sei dir entbehrlich, so du Meine Gnade hast; du aber sei deinem Weibe unentbehrlich, da sie Meine Gnade noch nicht hat!
Was nützt ihr Geld und Gut ohne Meine Gnade! und hat sie diese durch das fromme Herz des Mannes, so wird sie ihr Geld mit verbundenen Augen ansehen. O Mein lieber Sohn, siehe, Ich kenne dein Weib viel besser, als du sie je kennen wirst; daher glaube Mir, dein Weib hat einen dreifachen Hochmut: sie ist stolz auf ihr Geld; sie ist stolz, dein Weib zu sein, deines Amtes wegen, worin ihre Neigung zu dir besteht, denn wärest du nur zu einem Abschreiber befähigt gewesen, so wäre sie nie dein Weib geworden! Da sie aber nun sich sehr reich wähnt, und noch dazu so ziemlich keusch ist, so ist sie auch stolz gegen dich, welches du jedoch nicht so sehr merkst, und das zwar aus einer gewissen Gewohnheit; aber berühre sie nur einmal an der kizlichschwachen Seite, so werden dir Meine Worte alsogleich klar werden.
Daher zeige ihr fürs Erste, dass du das Haupt und Ich der Herr bin; fürs zweite zeige ihr, dass ihr Geld dir außerordentlich entbehrlich, und dass sie dir noch obendrauf, wie auch Mir durch dich für die taxfreie Verwaltung ihres Vermögens den größten Dank schuldet, welcher in der wahren Liebe und in der daraus erwachsenden demütigen Erkenntnis deiner männlichen Rechte zu bestehen hat; und fürs dritte zeige ihr das Evangelium vom reichen Prasser und das vom reichen Jünglinge; fordere zuerst von ihr die willkürliche Erklärung in der ernst-freundlichen Art, und dann aber erkläre es du ihr, wobei Ich dir schon helfen werde.
Dann lasse sie auch sehen Mein neues Wort, und zeige ihr, worin der ewige Tod – und worin das ewige Leben besteht, was die Wiedergeburt ist und worin sie bestehet, und wie sie zur Erreichung des ewigen Lebens unumgänglich nötig ist, und wie ohne dieselbe mit dem zeitlichen Tode auch der geistige unerlässlich verbunden ist; und Alles dieses tue alsogleich, – so wird mit Meiner starken Mithilfe schon noch Alles gehen. Und binnen Jahr und Tag hast du ein anderes Weib aus ihr gemacht; noch schneller wird es gehen, so du sie mit deinem Fleische unberührt lässt, und dafür betest in deines Herzens Kämmerlein.
Nach einer Zeit kannst du sie auch mit Meinem Knechte bekannt machen; denn der hat einen starken Donner in seiner Brust verschlossen!
Nun handle, und Meine Gnade wird nicht unterm Wege bleiben, Amen! Ich, Jesus, der beste Ratgeber.
Amen, Amen, Amen!

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