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Wirket – ohne Eifersucht

Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 18. Februar 1872

So schreibe nun einige Worte für deinen Bruder, wo du Mich so inständig darum bittest; sage ihm, er solle mehr Vertrauen zu der Vater-Liebe und -Erbarmung haben, als bis jetzt, er sollte nicht verlangen, was nicht möglich zu erlangen ist; so lange der Erdenmensch Mensch ist, und sein irdisch Kleid nicht ablegen kann, kann er auch rein unmöglich ohne Fehler sein.
Die Fehler müssen den Menschen oder die Seele reinigen helfen, wie die Lauge die Wäsche vom Moraste auch den Wäschern hilft; denke, dass du rein geistig nichts als nur Geistiges tun kannst; daher kann er auch nicht ganz rein sein und nicht darüber klagen, da doch das Fleisch selbst schon eine Sünde ist, so kann er kaum und gar nicht in diesem Leben rein sein.
Er solle bedenken, dass dieser sein vermeintlicher Vorgänger nicht zu dem bestimmt ist, zu was er; – ersterer kann mit dem Gedanken beschäftigt sein und auf Meine Stimme horchen, was Ich hineinlege, um zu bereiten die Fragen, während du beschäftigt bist, den Brotkorb, den Ich Meinem Schreiber fülle, verteilen zu helfen.
So siehe, Mein Kind, wie Ich alles ordne nach Meiner göttlichen Weisheit; so sehe deine Schwester (Schreiberin), so einfältig sie auch ist, auch ihr legte Ich schon vor Jahren ein Samenkorn in das Herz, und wie lange braucht es, bis selbes zum Ausbruche kommt; durch bittere Erfahrungen, Leiden und Mühseligkeiten durchwandert sie die Bahn, bis das edle Samenkorn, wo nun dem Keime noch allerlei mystisches Zeug anklebt, endlich zum Ausbruche kommt; sieh, auch sie findet sich gleich dir vielmal durch Meine Widersacher umgeben, was zwar nicht geachtet wird, in ihrer Einfalt ruft sie mit Vertrauen zu Dem, Der sie leitet! Das volle Vertrauen zum „Vater“ beruhigt sie wieder.
So ist es, liebe Kinder, die Einfalt und das kindliche Vertrauen ist es, was Mir gefällt, und euch in dem fleischlichen Leben zur Ruhe bringt; damit der Baum, der in euch zur Blüte ausbrechen soll und wird, allen Stürmen des weltlichen Lebens preisgegeben werden kann, und er doch Frucht bringe, deshalb Ich Mich euch zum Vater angeboten habe, und euch zu Meinen Kindern stempelte.
Daher verzaget nicht! Der kleine Fall ist wieder eine Aufmunterung zum neuen Leben, um sanft die Vaterstimme zu hören: „Adam wo bist du?“ Ihr sollt aber nicht zittern, wie jener; denn Ich habe ja die Welt überwunden; wie er den Tod, so habe Ich das Leben mit der Erlösung wieder gegeben; daher, lieber Sohn, eifere nicht! Sei nicht eifersüchtig, freue dich vielmehr wenn auch junge Knaben, Jünglinge und Greise zu Meiner bevorstehenden baldigen Wiederkunft (als Wegbereiter) berufen werden; jeder nach seiner Art, wie Ich ihn brauchen kann, muss Mir wie in diesem, so in allen Fällen dienen, damit Ich die Blumenpalmen auf euer Haupt drücken kann, zum Zeichen eures ausharrenden Kampfes; daher nicht zu übereilend in deinem Dienste; vorgreifen kann Mir niemand, in diesem Leben kann niemand ganz rein alle Schwächen ablegen, weil eins dem andern die Hand reicht, und bedenke, der Becher des Leidens muss bis zur letzten Neige geleert werden, sowie Ich ihn leeren musste, bis der Kampf vollendet ist, damit ihr mit Mir am Kreuze ausrufen könnt: „Es ist vollbracht!“
Auch wie Ich als Gottmensch in der Todesangst am Kreuze dem Vater Mich empfahl, so sollt auch ihr euch Mir, als euren Vater empfehlen, und Mich in euren Ängsten schalten und walten lassen, – dann werden euch nicht mehr die trüben Stunden Kummer, Kränkungen und verzweifelnde Augenblicke herbeiführen; dieses dir, Mein Sohn, sonst so eifriger Kämpfer und Arbeiter in Meinem Weinberge, aber „zu viel“ ist immer ungesund, und reinigt die Seele nie, damit sie ein rein aufnahmefähiges Gefäß Meines Geistes werden kann.
Dieses für euch alle zur Nachachtung und Überlegung. Die, welche sich für Mich keine Mühe geben wollen, für jene bin Ich auch dereinst kein Vater, ja wohl Richter zur Verantwortung Meiner so schönen Lehren und heiligen Gaben! Mit dem väterlichen Segen.
Amen!

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