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Geistiger Brust-Tee für Weltweise

(An den armen Bruder Prof. M. – derselbe wurde oft Tag und Nacht von Geistern deutlich persönlich geplagt, gekniffen, gefoppt ec. und wollte doch nichts glauben. D. Hsg.)

Empfangen durch C. M. M., am 6. März 1872

Solche Stoiker, wie jener, für den du bitten willst, gibt es in eurer Welt noch sehr viele, sie werden aber ihre Pein nicht eher los werden, als bis sie sich eines andern, bessern besinnen und das Kräutlein der Demut, vor welchem es einem solchen Stoiker schaudert, annehmen zur Medizin der Seele, welche leider durch ihren hochgestellten Philosophenrang, in dem sie sich so wohl befinden, doch nicht enträtseln können „was ein Geist ist,“ und „von wo“ er kommt, und „wohin“ er wieder umkehret, in ihrer „hohen Weisheit“, welche einem naseweisen Jünglinge gleicht, der nicht weiß, ob die Welt, in der er sich befindet, Fels oder Sand ist.
Er sollte sich bemühen, in Meinen euch gegebenen Worten den Kern der geistigen Weisheit herauszufinden, dann wird es ihm auch bald klar werden, was er in seinem Hochmutshorizonte von Mir so eigentlich wissen will, was Ich ihm, als Gott und Herr, Schöpfer aller Welten, einem so winzigen Wurme zeigen sollte!*)
Amen!

* Weckruf, an einen Ungläubigen

Bittere Medizin ist gut, reinigt Magen aus und Blut.

O blinder Zweifler – glaube! Du arme Erden-Raupe!
Und schlage an deine Sünderbrust und mist sie aus vom toten Wust.
Schulstaubigen Palastes, des Welt-Weisheits-Palastes,
der nichts als nur ein Kartenhaus, erbaut von einem Kinde,
voll Wirrwarr und konfusem Graus, das bald die „Morgenwinde“,
die lenzsrisch fangen an zu weh’n, in alle Lüfte leicht verweh’n,
weil’s nur gebaut aus „Welt-Flugsand“ am Zeitgeist-Meeres seichten Strand,
und nicht auf gutem Felsengrund, der Wahrheit, die nur Eine ist,
und die ich hier dir gebe kund. Sie heißt: „Jehova-Jesus-Christ.“
Ja, ja! Verzieh nur deinen Mund, so lang in dir der Antichrist:
Der Kopfverstand nur hauset, dich Zweifelssturm durchbrauset.
Solange du nicht den „Brusttee“ trinkst, der jenes Felsens Feuchtigkeit:
in Demut erst dich selbst bezwingst, so lang ist deine Heilung weit.
Drum raff‘ dich auf! Erwache, von deinem dichten Nebelwahn,
bleib‘ nicht der geistig Schwache, der alles sieht für „Stoff“ nur an;
Um ganz zu konzentrieren sich, mit Vollkraft auszumerzen,
Was deinen Geist gebunden, mit Wahn-Nacht ihn umwunden:
„Im kleinsten Punkt erfasse dich!
Wenn auch vielleicht mit Schmerzen,
Um zu erkennen dich und Mich
im Demutskeim im Herzen.

Mach frei dein Herz und deinen Sinn! Den Moderstaub lass fahren!
Dann machst du besseren Gewinn und bald wirft du’s erfahren,
was „Schein“ – und „Sein“, was „Wesen“ sei, – was „Geist und Seel’“,
Und bald wird alles um dich neu und vieles Finstre hell;
dein Herz mehr froh pulsierend, dann ohne viel studierend.
Belehret besser dich gar bald, als all‘ dein toter Wissenswald.
Trink aus dem Wunderhorne, Dem ewig übervollen.
Dem heiligen Urlichtborne, Dem alles Sein entquollen,
was endlos um dich kreist, nur da dir Leben fleußt,
Dem du zwar äußerst nahe wohl, doch innerlich am Gegenpol;
tritt ein durch die weit offne Pfort‘, genieß‘ gerecht Das Gotteswort!
Dann erst wird’s Aug‘ dir helle,
und ’s Ohr, – an solcher Quelle.
Du lernest Wahrheit lesen
im großen Schöpfungs-Lebensbuch:
die Wahrheit Ewiger Liebe,
Es weicht von dir der alte Fluch,
du wirst beglückt genesen.
Drum folge mir – und „lebe!“

C. F. L.

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