Empfangen durch Kath. Michel-M. (Triest), am 16. Dezember 1872
Du bittest Mich für deine Schwester um ein Wort über ihr Vorhaben der Reise; welch‘ eine vorwitzige Frage; indem sie Meine Liebesermahnung und Liebeslehre ebenso wenig beobachtet, wie das an der Klippe hängende Moos-Pflänzchen.
Wahrlich sage Ich, Alles wird vergehen, Himmel und Erde, aber Meine Worte, welche euch so unbedeutend scheinen, werden nicht vergehen!
O „Übermut – tut nicht gut!“
Sie will gehen ins fremde Land, um Ruhe zu finden – ebenso wenig dort wie da; die Ruhe finden Meine Kinder (nur) bei Mir; Weltkinder haben selbe stets vergebens und zur Unzeit gesucht in der Welt, und werden sie auch in Ewigkeit nicht finden! deshalb – nur zu! Der Welt- und Ortswechsel wird dann schon wieder andere Sorgen der Eitelkeit in Fülle bringen, der Wille ist frei, deshalb – nur zu! –
Auf Reisen geht man gern, auch wiederkehren von dem fremden Orte, aber seht, Freuden, unvergängliche Freuden und Ruhe gibt es für solche gern reisende Wanderer keine. –
Sie sollte nur die gegebenen Diktate zur Hand nehmen, selbe überlegen, ein „Neue Waren-Krämer“ bin Ich nicht! Alt und neu ist Meine Lehre, – wer sie befolgen will, wird Ruhe finden; für Mich tue Ich nichts, alles nur für euch, weil Mich die arme Menschheit dauert; aber wie viel predige Ich zu tauben Ohren, wie Wenige finde Ich, die der stillen Ruhe mehr huldigen, als dem eitlen Weltgetümmel!
Noch einmal und oft schon rief und rufe Ich dir und Allen zu: Wachet auf! ehe euch der Weltstrom in seine Wirbel zieht, wo es keine Zeit mehr gibt, und Ich die Vaterhand, welche Ich schon lange genug Meinen Kindern entgegenstreckte, zurückgezogen haben werde, und euch dem weltlichen Vergnügen preisgeben muss, um eures eigenen Starrsinns wegen.
Das sagt der große Lehrmeister in der kleinen Kinderschule! Mit dem Segen.
Amen!
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