← Zurück zu „Lebensgarten“

Teil 3, Nr. 43: Von den Kennzeichen unserer Zeit – Vorwort

Sammlung neu-theosophischer Schriften
No. 43

Von den Kennzeichen unserer Zeit,
deren Licht und Schatten mit Hinweis auf’s große Ziel.
Das Menschheits-Ideal.
Winke der Wahrheit für die Freunde derselben.

Zweite bereicherte Auflage.

Neu-theosophischer Verlag
von Johs. Busch Nachf.
Bietigheim a. E., Württemberg 1894

Motto:
Schau, wie sich gräulich Wolken türmen
Und droh’n, den Himmel zu erstürmen,
In Dunkel ist das Licht verhüllt.
Die schwüle Luft uns bang erfüllt;
Doch mag’s auch kommen noch so wild –
Die Sonne kämpft die Nebel nieder
Und neuer schönerer Tag wird’s wieder!

Vorbemerkung. Nach zwölf Jahren war die kleine erste Auflage dieser Schrift vergriffen, deren Verbreitung viel Segen bewirkt hat. Mancher lernte da nicht nur seine Zeit- und Mitwelt, sondern auch sich selbst und seinen Zweck auf Erden besser verstehen, und so stieg doch wohl manch dankerfüllter Blick empor zum allgütigen Heiligen Vater.
Darum freuen wir uns hier nun auch die zweite Auflage – um etwa 2 Bogen vermehrt – den nach wahrem Lebenslichte redlichen Suchenden, darbieten zu dürfen. Dabei gedenken wir dankbar der treuen Mithilfe l. Freunde, die wohl gerne mit einstimmen in unsern Dank zum Geber alles Guten, auch für diese Gnadengaben, und ihre Bitten mit uns vereinigen um Seinen Segen auch hierfür, damit besonders dieses Heft von kritischem Sinn unberührt bleibe, und nur reife Seelen es lesen, damit es Niemand zum Ärgernis werde, sondern die rechte Frucht wahren Liebelebens daraus erwachse! So geschehe Sein h. Wille, damit immer mehr Sein Friedensreich komme!

Der Herausgeber

Vorwort
Wir leben ja nun in der Zeit des großen Kampfes um „Sein oder Nichtsein“ der Menschheit; d.h. ob die materialistische oder spiritualistische Welt-, und Lebens-Anschauung als Wahrheit siegen soll; im ersteren Falle wird der Mensch zum Kultur-Tier degradiert, im letzteren aber – dessen reinst harmonische Auffassung in der Lehre Christi kulminiert – wird er wieder in seine wahre Würde als Mensch eingesetzt, da ihm auf diesem Weg die Gotteskindschaft in Aussicht gestellt ist, bei Beobachtung des göttlichen Willens, durch Erfüllung des auf rein geistigem Prinzips ruhenden Liebe-Gesetzes.
Dieser Kampf um die Oberherrschaft zwischen den genannten beiden Extremen – dem Welttum und dem Geisttum – ist das Hauptkennzeichen unserer Zeit, wo natürlich auf beiden Seiten Verirrungen vorkommen; aber das bisher vorherrschende Erstere durch Ausschreitung sich selbst mehr und mehr „unmöglich“ macht. Es ist also eben dieser Widerstreit der eigentlich höhere Kulturkampf, – (in welchen nun die ganze Welt mit allen ihren Verhältnissen mehr oder weniger, teils bewusst, teils unbewusst hineingezogen ist), – und dessen glückliche Entscheidung mit dem prophetischen Worte „Weltuntergang.“ – d.h. Subordination des Welttums dem Geisttume – bezeichnet wird.
Bei der eminenten Bedeutung und Tragweite dieser Entwicklungs-Phase der Menschheit ist es also eines jeden gewissenhaften und denkenden Menschenfreundes Pflicht, bestimmte Stellung zu nehmen in solch ernster Entscheidungszeit.
Um da nun die Wahl durch Klärung der Einsicht zu erleichtern, wird hier eine Fülle von Gnadenlicht geboten, als Anregung zu reiferer Prüfung der alten Frage: „was ist Wahrheit“, – wie auch in allen andern Nummern unserer Sammlung und besonders in der Triestiner Schule ec. dazu des edelsten Stoffes in reicher Fülle vorhanden ist.
Möge der allgütige Geber, als Vater des Lichtes, dasselbe Allen reichlich segnen, die da eines guten Willens, d.h. redliche Sucher sind! Das walte Gott!

← Zurück zu „Lebensgarten“