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21. Geistige und natürliche Diät–Winke

Empfangen durch G. Mayerhofer, am 13. September 1872

Mein lieber Sohn, schon wieder steigen in deinem Gemüte Zweifel und Fragen auf, wegen deren Beantwortung du Meinen Schreiber angehst, auf dass er bei Mir Anfrage halte, um dir auch diese geistigen Hindernisse in deinem seelischen Leben wegzuräumen.
Nun so will Ich dir denn willfahren, um dir zu beweisen, wie wenig du noch alles bisher Gelesene verstanden hast; denn hättest du Meine Worte in ihrem geistigen Sinne aufgefasst, wie Ich selbe von Meinen Kindern verstanden und begriffen haben will, so müsste dir schon längst der Gedanke klar geworden sein, dass Meine Religionslehre und Meine Kirche und ihre resp. Organisation nur Geistiges fordern, und jedes Zeremoniell, jeder Kultus dem Auffassen Meiner Lehre schadet!
Schon während Meines Erdenwandels sagte Ich: „Ich bin ein Geist, und wer Mich anbeten will, muss Mich im Geist und in der Wahrheit anbeten!“
Was lehrte Ich denn Meine Apostel? Setzte Ich etwa einen gewissen Kultus ein? Verlangte Ich von ihnen Kirchen oder sonstige Gebäude, wo Meiner nur gedacht werden sollte, und wo, wäre es so geschehen, die Menschen wie jetzt mit ihrem Kirchenlaufen und maschinenartig und geistlosen Herunterplappern von Gebeten glauben in einigen Stunden mit Mir fertig geworden zu sein, um wieder ihren weltlichen Beschäftigungen und Vergnügungen nachlaufen zu können.
Wie Ich in jener Zeit die Menschen bloß lehrte, Mich und ihren Nächsten zu lieben, und dann vermöge des Bewusstseins guter Taten stets die Kirche, Gott und den Seelenfrieden im Innern zu haben, wie Ich es auch erst vor kurzem in den sämtlichen Predigten beinahe auf jeder Seite sagte und erklärte, dass Ich ein Geist bin, und die Ausübung Meiner Lehre nur geistig aufgefasst und sodann in’s praktische Leben übertragen werden muss, das wird auch die Zukunfts-Kirche sein.
Keine Organisation, kein Kultus wird die Menschen weder aneifern noch zwingen, Meiner Lehre zu folgen, sondern der Tempel oder das Heiligtum, wo Ich angebetet und wo Ich Meinen Sitz haben werde, wird, wie es stets gewesen, nur das menschliche Herz selbst sein! Wenn dort nicht die Flamme Meiner Liebe stets brennt, dann helfen alle heiligen, ewigen Lampen in Kirchen, Moscheen oder Synagogen nichts! Dort muss organisiert werden, muss gereinigt werden dieses Heiligtum, auf dass Ich Wohnung darin nehmen kann; und wer dann Mich im Busen trägt, für den ist Meine Natur, Meine ganze sichtbare Schöpfung, von der größten Zentralsonne angefangen bis zum kleinsten Moospflänzchen oder Infusorium, ein Tempel, wo er überall mit geistigem Auge nur Mich und nur wieder Mich finden, begreifen und lieben lernen kann!
Das Einzige, was in der Zukunft wohl möglich und auch notwendig sein wird, ist, dass die besser Begabten die Schwächeren belehren, führen und unterstützen können, und dass zu diesem Zwecke Zusammenkünfte stattfinden werden, wo durch gegenseitigen Austausch der Ideen, Gedanken und des Erlebten ein gemeinschaftlicher Wecker für Alle werden wird, um dem nachzukommen, was Ich in Meinen obigen Zwei Liebesgeboten einst der Welt gegeben habe!
Dieses ist die ganze Organisation einer sogenannten Kirche (in Meinen Sinn); denn sind einmal die Menschen so weit gekommen, dass Rang- und Geburts-Unterschiede aufgehört haben, dass sich alle Menschen als Brüder und Schwestern anerkennen und achten, was willst du denn mehr? Oder strebt nicht jede wahre Religion dahin, dieses zu erreichen?
Ich hoffe, Mein Kind, jetzt wirst du verstehen, was Ich sagen will, wenn Ich in Zukunft in Aussicht stellte, dass es nur „Einen Hirten und Eine Herde“ geben wird! So fasse du Meine Lehre mit kindlichem Gemüte auf, wie einst Meine Jünger, denen Ich auch nichts Anderes sagte, als: „Gehet hin in die weite Welt und predigt Mein „Evangelium!“ Eben deswegen erhaltet ihr diese Predigten für jeden Sonntag des Jahres, damit ihr vorerst Meine Bibel und ihre Texte recht verstehen lernet, und zweitens, damit bei Zusammenkünften Mein Evangelium und Meine Worte nur so erklärt und verstanden werden, wie Ich selbe sagte und was Ich mit selben meinte!
Dieses ist die geistige Ordnung, nach welcher Ich Menschenseelen zu Geistern für Mein Reich erziehen will und kann.
Lese also mit Bedacht Meine Worte, sie sind von einem unendlichen Wesen gegeben, und eben deswegen ihr Sinn und ihre Bedeutung ebenfalls unendlich!
Glaube ja nicht, mit der einfachen Betrachtung Meiner Worte bist du schon am Grunde des Ganzen, mit nichten! In einem Worte aus Meinem Munde liegt eine unendliche Fülle von Seligkeiten, welches dem tiefer Eindringenden stets weitere und größere Himmel eröffnen kann.
Was Ich euch bis jetzt gegeben habe, enthält Stoff für Ewigkeiten, und wird, wenn gleich dem Anscheine nach einfach, doch vielfältig aufgefasst, vielfältigen Sinn dir entwickeln, wenn du nur von der Überkleidung des göttlichen Gedankens absehen, in die Tiefen Meiner Weisheit dringen willst!
Amen.

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