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20. Ein Entsprechungsbild der geistigen Zustände unserer Zeit

Empfangen vom Herrn durch G. Mayerhofer, am 25. Juni 1870

Jeremias 2, 7.
„Und Ich brachte euch in ein gutes Land, dass ihr äßet seine, Früchte und Güter, und da ihr hineinkamet, verunreinigtet ihr Mein Land, und machtet Mir Mein Erbe zum Gräuel!“
Dieser Vers, aus den Klageliedern des Jeremias genommen, der so vorausgesagt hat, was seine Mitlebenden nicht verstanden, noch glauben mochten, was will der wohl besagen, in geistiger Hinsicht gedeutet?
Um das zu verstehen, müssen wir das Tatsächliche uns erst bloß vor die Augen stellen, auf welches sich dieser Vers bezieht.
Es ist nehmlich bekannt, dass die Juden nach 40-jähriger Wanderung in der Wüste in ein besseres Land versetzt wurden, und da sie dann später durch Kriege selbst untereinander in Uneinigkeiten gerieten, so verunreinigten sie das Land durch ihre Sünden und Gebrechen, und das, was dem Volke als Erbe für seine Nachkommen überlassen worden war, wurde dann dadurch Mir, dem Herrn, ein Gräuel.
Und was Jeremias noch lange vor Meiner Ankunft auf diesem Erdballe sagte, und als „Klagelieder“ niederschrieb, das galt auch für das Judenvolk zur Zeit Meiner Darniederkunft ins Fleisch, und gilt auch in jetziger Zeit für die ganze Menschheit.
Was dort die Juden anbetrifft, so ist es genau das Bild der Jetztzeit; denn die Juden, nachdem sie durch die 40-jährige Erfahrung in der Wüste hätten mürbe gemacht werden sollen, um dann sich zu etwas Besserem zu bekehren, zu ihrem Herrn, Der sie auserkoren hatte zu einem Volk für Seine großen Zwecke, indem Er Selbst später ein Sprössling dieses Volkes ward, um entweder dieses Volk zu seinem bestimmten Endziele zu führen, oder wenn es auch Seinen eigenen Lehren und Beispielen nicht folgen will, den letzten Richterspruch über selbes auszusprechen, d.h. die Verdammnis, nie mehr ein ganzes selbständiges Volk auszumachen, weil es wegen seinen Lastern und Untugenden solches nicht wert war.
In wie weit alles dieses geschehen ist, wisset ihr teils aus dem alten und neuen Testamente, und teils aus der Geschichte bis heute.
Was aber Jeremias in jener Zeit zu den Juden sagte, das gilt auch der ganzen Menschheit, besonders allen jetzt lebenden katholischen Völkern.
Auch sie wurden schon seit Jahrhunderten durch verschiedene Bedrängnisse und Läuterungsproben geführt; auch sie mussten die Geißel und Zuchtrute fühlen, indem Ich so Manches zuließ und gleichgültig zuschaute, wie selbst Meine Friedens-Religion zu dem Vorwande diente, um Menschen als Blutgerüsten und Scheiterhaufen hinzumorden, Alles per gloriam Dei, und noch heute ist dieser Geist nicht ausgestorben, nur, da jetzt durch Meine Zulassung die Völker gescheiter wurden, so können die Scheiterhaufen und Blutgerüste nicht mehr errichtet werden; würden aber die Regierungen ihnen die exekutive Gewalt geben, so stünden derlei Rauchsäulen in verschiedenen Städten auf der Tages-Ordnung, und Ich weiß nicht, ob ihr dieser Art Himmelfahrt entgehen würdet? Aber sei es wie ihm wolle, auch Ich habe die Menschheit geführt, um sie „mürbe“ zu machen und ihr Ohr geneigter für Meine
reine Lehre; allein, wie es mit den Juden ging, so geht es jetzt mit der Mehrzahl (besonders) der katholischen Christenheit.
Ich setzte sie in das Eden des ewigen Friedens, und wollte dadurch den ganzen Erdball zum gelobten Lande für sie machen; auch sie hat sich nicht daran gekehrt, hat Mein ihr angewiesenes Erbteil verunreinigt, und Mir Mein ihr überlassenes Erbe zum Gräuel gemacht.
So wird also, was dort Jeremias für die Juden sagte, gleichbedeutend für die jetzige Welt, wenigstens für die, welche sich die zivilisierte, katholische Welt nennt, und dabei glaubt, in der Ausbeutung der Wissenschaften und Meiner in die Natur gelegten Kräfte zu ihren eigennützigen Zwecken, liege der ganze Religionskultus Meiner Lehre.
O ihr Blinden und Tauben! Während Ich in Meiner Lehre und durch Meine Taten während Meines irdischen Lebenswandels und endlich selbst durch Meinen Tod zeigen wollte die Größe eurer Abkunft, dass Ich, als Gott, Mich herabwürdigte, auf diese finstere Erde zu kommen, in den letzten und niedrigsten Verhältnissen, und das Schrecklichste duldete, was ein Mensch auf Erden dulden kann, um euch loszukaufen aus dem Pfuhle der Sünde und euch den Weg anzubahnen, Meine Kinder, sage, Kinder des ewigen Schöpfers aller sicht- und unsichtbaren Natur zu werden, wollen eure hoch sein wollenden Gelehrten und Naturforscher faktisch nachweisen, dass während Ich euch zu Gottes-Kindern machen will, ihr vom Affen abstammen sollet.
Wirklich, Ich weiß nicht, wen Ich mehr bedauern soll, den Naturforscher, der nach lauter Forschen solchen Unsinn herausgezogen hat aus seinem (vom Geist) vertrockneten Gehirne, oder euch, die ihr euch nicht schämt, von dem wollüstigsten und rachsüchtigsten Tiere abzustammen, das die Schöpfung aufzuweisen hat.
Dass die Affen, in Bezug auf organischen Bau und Leidenschaften und noch andere Fähigkeiten, dem Menschen sehr nahe stehen und als solche Klasse des Tierreiches in Bezug der Form dem Menschen (diesen aber selbst nur als Tier betrachtet) sehr gleichen, das hat seinen Grund. Ich wollte euch Menschen eben euer Abbild so nahe stellen, damit ihr sehen könnt, was der Mensch werden kann ohne Vernunft, Verstand und HB. ohne Herz; aber Ich wollte dadurch euch nicht beweisen, als wäret ihr Abkömmlinge einer solchen Tiergattung, die als Tier so wenig geistige Fähigkeiten besitzt, als viele andere.
Allein es charakterisiert das jetzige Menschengeschlecht ganz, wenn es sich zu seinen vermeintlichen Ahnen, den Affen, hingezogen fühlt; denn Tausende und Tausende von Menschen, die Meine Kinder hätten werden sollen, übertreffen bei Weitem noch an Wollust und Gier und an allen schmutzigen Leidenschaften des Eigennutzes die Affen; leider ist es so, und ebendeswegen ist das von Mir euch gegebene Erbe (der Gotteskindschaft) Mir ein Gräuel geworden; denn statt liebenden, fühlenden Herzen begegne Ich auf eurer finsteren Erde nur mehr reichgeputzten Wollüstlingen und gierigen Affen, die nur sich selbst kennen und die Einer den Andern auffressen möchten, um allein zu sein und Alles zu besitzen.
Das ist gerade das größte Gegenbild der von Mir gepredigten und ausgeübten (Gottes- und) Nächstenliebe. – (Antichrist.)
Und wenn ihr Alles dieses wohl überdenkt und nebenbei noch bemerken wollt, wie gerade Manche von Denjenigen die ärgsten sind, die sich angemaßt haben, „Meine Stellvertreter“ zu sein, um euch unmündigen Kindern Meine Lehren und Meine Friedensworte gehörig aufzuklären!
Wie viel Blut haben sie schon vergossen, wie viel beigetragen zum körperlichen und noch mehr gewirkt zum geistige Seelen-Tod!
Diese suchen alle Wissenschaften, alle Entdeckungen, Alles, was geschrieben und erfunden wird, zu ihrem Vorteil auszubeuten; sie möchten, ginge es nach ihrem Kopfe, Niemanden davon etwas wissen lassen, nur sie sollten erleuchtet sein, die andere Menschheit aber im Finsteren tappen, damit sie selbe bei der Nase herumführen könnten, wie sie wollten, und ihnen bei Nacht weiß machen könnten, es sei Tag, und umgekehrt, je nachdem es ihren egoistischen Zwecken am bequemsten ist. Eben jetzt, und zwar in wenigen Tagen, wollen sie den letzten Streich vollführen und durch die Unfehlbarkeits-Erklärung des Oberhauptes der katholischen Kirche den Karren wieder zurückziehen auf das Geleise, wo nur sie allein zu fahren verstehen. Arme kurzsichtige Wahnhelden! Wartet nur ab, was euch dieser Schritt bringen wird!
Ich kann euch versichern, so gescheit und durchtrieben ihr euch wähnet, so habt ihr aber dennoch seit dem Bestehen eurer Gesellschaft keinen dümmeren Streich gemacht, und dass ihr viele gemacht habt, zeigt, dass, während ihr stets an Macht und Gewalt gewinnen wolltet, ihr immer mehr davon verloren habet, und dass jetzt der letzte Stein unter euren Füßen euch entwischt ist, der noch eine kleine Stütze war.
So wollte Ich es, und ihr nicht! Allein es ist ja ein altes Sprichwort: „Der Mensch denkt und Gott lenkt!“ Nun, die Herren aus der „Gesellschaft Jesu“ (!) wollten auch lenken, allein es ging ihnen so, wie dem (in der griechischen Fabel), der der Sonne zu nahe kam, und sich dann „die Finger etwas verbrannte.“ So wird es auch jetzt gehen; früher hatten diese „Schwarzkünstler“ nur Einzelne aus dem Volke gegen sich; die Regierungen, aus verkehrter Politik und Kurzsichtigkeit, unterstützten sie; allein mit dem letzten Schritte und seinen vermeintlichen Konsequenzen erzittern auch diese und ziehen ihre Hand von dem Klerus zurück. Dann werden wir sehen, was ihre Dekrete und päpstlichen Bullen wirken werden.
So wird es ihnen gehen, wie den Juden, besonders wie sie jetzt leben, wo ihre Hauptbeschäftigung das Übervorteilen von Anders-Glaubenden ist; auch sie werden allein stehen, und da sie Niemand mehr betrügen können, werden sie sich einander in’s Gesicht schauen und sich selbst wegen ihrer großen Dummheit weidlich auslachen. Die Juden leben zerstreut unter den Völkern und sind ihre „Blutigel“; diese Schwarzen werden ebenfalls zerstreut werden, Niemand wird sich um sie kehren, und die ihnen nachfolgen werden, deren werden sie sich selbst schämen; denn einen gescheiteren Mann irre geführt zu haben, ist des Rühmens wert; aber einen Dummen kann ja ein Jeder, der nur ein Quintel mehr Verstand hat, zu seinem Nachfolger machen. So ist das Nehmliche dann erfüllt, was Jeremias für die Juden einst sagte; die Juden waren auch die Klagelieder desselben nicht wert, so wenig wie Meine jetzigen sein wollenden Stellvertreter Meine dir in die Feder diktierten Worte!
Wäre es nicht, um Meinen Kindern wieder einen neuen Beweis Meiner Liebe und Gnade zu geben und ihnen durch diesen Vers wieder zu beweise, wie Alles zusammenhängt, das, was einst geschrieben wurde und was jetzt getan wird, wahrlich, wegen den Juden und wegen den Jesuiten hätte Ich nicht so viele Worte verschwendet; aber da bald wichtige Ereignisse (Hinweis auf die Ereignisse von 1870 und deren Konsequenzen, Verlust der weltlichen Krone des Papstes, sowie die freiere religiöse Bewegung, davon die Altkatholiken ec. zeugen, ec. D. Hsg.) eintreten werden, besonders auf dem katholischen Glaubens-Gebiete, so will Ich euch darauf aufmerksam machen, damit ihr auch im Falle unter dem Felle des Schafes den herumschleichenden Wolf erkennen möget.

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