Empfangen durch Jakob Lorber, am 28. April 1840
Da seien ein paar Worte, gerichtet an den A. H., der da hat ein weltlich Amt auszuüben das Recht, das ein Recht ist zum zeitlichen Wohle der Weltgroßen, durch Unterdrückung der Kleinen und Schwachen, die da sind ohne Macht und Kraft der Welt, und müssen ernähren die Großen für nichts, als für Aufrechthaltung eines Rechtes, das alle Lasten legt auf ihren schwachen Nacken. –
Außer Meiner Liebe in euch, und der daraus hervorgehenden Weisheit, welche beide zusammen sind die ewige Ordnung, aus der heraus Alles, was da ist, vom Größten bis zum Kleinsten jegliches in endloser Zahl gemacht wurde, gibt es nirgends ein Recht, als bloß in dieser Meiner Liebe, die Alles gerne gibt, was sie hat, die sich nichts aneignet um etwas zu besitzen, sondern um desto mehr geben zu können, die nichts zerstört, sondern nur Alles erhalten will, damit nichts zu Grunde gehen möchte, und die allezeit bereit ist, für Andere Alles zu tragen, damit es Jedem wohlergehe in der großen Erleichterung seiner Bürde, und die noch dazu geduldig, sanftmütig und voll Demut und Ergebenheit ist gegen jede Anforderung der ihr allein zukommenden Weisheit, ja selbst zum Wohle Anderer im Stande der Kraft ist, alle erdenklichen Unbilden zu erdulden in ungetrübter Gelassenheit; denke, ob es außer ihr noch etwas gibt, was „Recht“ heißen könnte oder dürfte? –
Wenn du dazu noch bedenkst, dass der Liebe aus Mir allezeit der gerechte Anteil der wahren, freien Weisheit hinzukommt, welche die alleinige gerechte Gesetzgeberin ist, Alles am besten ordnet, und Alles durchleuchtet und wohl durchschaut; – ja wenn also irgend Meine Liebe zum Grunde ist. da ist auch das wahre Recht; wo aber diese nicht ist, da ist auch kein Recht, sondern nur das blanke Gegenteil. Ein solches Recht beruht dann auf der Eigenliebe, und ist in seiner wahren Natur nichts anderes, als ein human aussehendes Faust- oder Raubrecht! –
Und wenn, es dem blinden Menschen oft äußerlich auch erscheint, als wäre es Liebe, so ist es denn aber doch nichts anderes als höllische Eigenliebe. Sie, die Eigenliebe, lehrt euch dann mühsam nach und nach euere Bedürfnisse und den Vorteil eurer Handlungen erkennen, und lässt euch erkennen die Mittel, eure Verhältnisse so einzurichten, dass sie gerade mit genauer Not dem Nächsten so viel Handlungsraum zulassen, wie einem Vogel im Käfige, oder einem Fisch im Behälter.
Von diesem Herrsch- oder vielmehr Raub-Standpunkte werden dann Gesetze gegeben in einer Unzahl, je nach der Zahl der sich aus der Eigenliebe immer mehr vermehrenden Wohlstands-Bedürfnisse. Dass sie streng gehalten werden müssen, dafür wird gesorgt durch Kerker, Pulver und Tod. Mitunter gibt dann die Eigenliebe den Sklaven auch Gesetze, damit sie sich selbst untereinander nicht aufreiben in der langen Nacht der Verzweiflung, dadurch dann der sogenannte Trotz auch etwas scheinbar zu gewinnen wähnt und ruhig sich verhält, da ihm doch noch erlaubt ist, etwas Weniges von dem zu genießen, was für die Tische der Machthaber durchgehends nicht mehr taugt. Nun sehe, dadurch werden dann die Menschen oft notgedrungen, Meine Liebe zu verlassen, und selbst die Eigenliebe zu ergreifen, und zu handeln im Kleinen, wie die Großen im Großen. (siehe nächste Fußnote)
Daher rate Ich dir – zu suchen Meine Liebe eifrig, in der alle Weisheit wohnt, aus welcher heraus du erst werden kannst ein ganz gerechter Mann, in der weisen Haltung des dir anvertrauten, nicht geringen Amtes, zum wahren Wohle deiner vielen Brüder und Schwestern.
Und glaube Mir fest, Alles was dich die Weisheit aus Meiner Liebe lehren wird zu tun, wirst du ungehindert durchsetzen, und dir wird darob kein Haar gekrümmt werden. Denn da, wo die Weisheit gebietet, da hat sie auch zur Ausführung der besten Mittel in die große Menge von Mir. –
Dieses sage Ich, die ewige Liebe, unterdessen nur dir allein, durch Meinen schwachen Knecht, der ein williger Schreiber ist, und wenig Furcht hat vor den Menschen, seit er Mich näher kennt. Ich Jehova!
Amen, Amen, Amen.
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