(Frage an die Räuber, wie sie sich erlauben könnten, andere zu Sklaven zu machen, für sich aber die Freiheit zu beanspruchen, da es nach ihrer eigenen Auskunft im Geisterreich keine Amtsgerechtigkeit gebe. Die Räuber schweigen und bedeuten damit, dass sie tatsächlich Verbrecher seien. Weitere Aufklärungen der Räuber, besonders über das unrichtige Gerichtsverfahren auf der Erde; das Schicksal der Räuber auf der Erde und die Lebensweise der Reichen.)
Nach dieser Szene wandten sich alle zu den Räubern und fragten sie, wie sie dazu kämen, da es im Geisterreich keine Sklaverei gäbe, diese hier eingeführt zu haben, und die Menschen zu zwingen, Frondienste zu leisten, zumal sie ja selber beteuerten, dass hier im Geisterreich keine Amtsgerechtigkeit existiere, welcher sie untertan wären.
„Wenn es aber im Geisterreich tatsächlich kein Gericht, keine Einschränkung der persönlichen Freiheit gibt, nun fragen wir euch: Wie kommt ihr dazu, anderen die Freiheit zu rauben und sie zu Leibeigenen zu machen, während ihr stolz für euch die vollkommene Freiheit verlangt?“
Diese Frage machte einen scharfen Eindruck auf die Räuber und sie wurden durch die Worte, die sie selber sprachen, ihres Verbrechens überwiesen. Daher schwiegen sie, wohl wissend, dass hier jede Ausrede keine Ausrede, sondern nur eine größere Verantwortung herausbilden würde.
Da die Räuber keine Worte der Selbstverteidigung fanden, sagten die Umstehenden: „Euer Schweigen ist euer Beteuern, dass ihr Verbrecher und Räuber an diesen Armen, bisher euren Gefangenen, seid. Was ist also eure Antwort auf unsere Rechtsfrage?“
Die Räuber machten hier eine recht saure Miene und sagten: „Wir sind dieses Räuberhandwerk schon von der Erde her gewohnt, und hier wussten wir auch nichts anderes anzufangen. Und das schon besonders deshalb nicht, weil uns keine Polizei verfolgte und kein Mensch unserem Tun Schranken setzte. Ihr seid die ersten, welche uns nach dem Gerichtsrechte auf der Erde ergriffen und zur Verantwortung gezogen habt. Was sollen wir euch antworten? Nach der irdischen Gerechtigkeit sind wir Räuber und Missetäter, und ihr habt uns als solche ergriffen und habt die Macht über uns. Wir müssen uns beugen, ob guter oder schlechter Laune. Tut was ihr wollt, wir sind eure Gefangenen, und da wir nicht mehr sterblich sind, so lasset eine Gerechtigkeit walten, nach welcher wir bessere Menschen werden. Nicht aber wie auf der Erde, die bar aller Liebe nur strafte aber nicht besserte, sondern uns noch böser und heimtückischer machte, als wir früher waren.
Denn die Menschen auf der Erde sind herzlos gegen Arme und Bedürftige und daher kommt das Böse, die Sünde, weil man essen muss, um zu leben, aber nicht immer die Arbeit hat, um zu verdienen, während die Reichen in ihrem Überfluss schwelgen und nicht wissen, wie sie diesen ihren Überfluss im Hochgenuss des Lebens anbringen können. Es ist wohl ein trauriges Schicksal, wie ein wildes Tier im Waldesdickicht, in Berglöchern und in unzugänglichen Schluchten und Verstecklöchern zu wohnen, nichts zu essen noch zu trinken zu haben, allem Unwetter ausgesetzt zu sein und ohne ein friedliches Dach über sich zu sehen. Ja, da wird man ein Tier, und zwar ein wildes, racheschnaubendes Tier gegen die Reichen und Besitzenden, die in schönen, palastartigen Häusern wohnen, gut essen und trinken, Theater und Bälle besuchen und jedes Vergnügen des Lebens zu ihrem eigenen machen, um nur mehr Geld zu vergeuden, das sie aus dem Blute der Armen und Unterdrückten herausgepresst haben. Seht, das ist die Ursache unseres verfallenen Lebenswandels und nichts anderes.
Zeiget uns Menschen, die ein liebevolles Herz haben und uns als Menschen und Brüder behandeln wollen, und ihr werdet sehen, dass wir uns als Menschen und Brüder gegen sie zeigen und ihr Los mit ihnen teilen werden. So lange aber die Menschen mit nichts als mit ihrer kaltblütigen Gerechtigkeit gegen uns auftreten und handeln, solange sind und bleiben wir Feinde der Menschen. Das ist unsere Antwort auf eure Frage, und nun handelt nach eurem Gutdünken mit uns.“
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