(Des Anführers allmächtige Erwiderung. Satana und ihr inneres böses Wesen. Paradiesische Aussicht vom Berge aus.)
Nun erhob Ich Mich zu einer gewaltigen Entgegnung auf diese Rechtsansprüche der Satana und sagte ihr: „Weißt du was? Ich habe dir eben erklärt, dass du keine Gottheit aus dir selbst, sondern ein durch Gott erschaffenes Wesen bist, und hast das zu tun, was dir Derjenige sagte, der dich als Sein Werkzeug erschaffen hat. Dann sprichst du von Mutterrechten an deinen Kindern. Höre, du unverbesserliches Wesen: Ist es die Pflicht der Mütter, ihre Kinder zu verderben und zu Teufeln und Satane umzugestalten? Weißt du nicht, dass man den Müttern, welche ihre Kinder zu Dieben, Räubern, Mördern und Ausgeburten der Menschheit erziehen, dieselben wegzunehmen und unter andere Pflege und Erziehung zu stellen das Recht hat?! Was sagst du dazu?“ Hier schwieg sie und schaute zu Boden, ohne eine Erwiderung zu geben sich getrauend.
Daher fuhr Ich fort: „Siehst du, eine solche Rabenmutter bist du, denn du willst nur Böses aus deinen vermeintlichen Kindern hervorbilden, und wenn sie zuletzt ins Geisterreich treten, als grausame Tyrannin an ihrem Elende dich ergötzen. Gehe Mir augenblicklich aus Meinen Augen, du elende Schlange der höllischen Bosheit!“
In diesem Moment wurde aus der göttlichen Herrlichkeit wieder die Drachengestalt und sie verschwand unter fürchterlichem Gebrüll und Gestampfe, dass der Erdboden ganz gewaltig zu schwanken und zu beben begann, und die Gemeinde in Angst versetzt wurde.
Ich wandte Mich nun zur Gemeinde und sagte: „Sehet, liebe Kinder, wie sich die Tatsachen verhalten! Man muss göttliche Geduld haben, um die Schlange nicht zu züchtigen. Frech und verlogen wendet sie alles an, was ihr zur Erreichung ihrer Zwecke dienen kann. Und es ist die Mehrzahl der Menschen, die den verführenden Gelüsten ihres Wesens gern folgen, und daher das viele Böse auf der Welt, welches die Herzen der Menschen mit Sünden und Verbrechen gegen Gott und die Nächsten voll füllt. Ich habe euch den Grund der Verdorbenheit der Welt gezeigt und ihr tut nun gut, euch das zu merken, um nie mehr Sünden zu begehen.“
Darauf sagte Ich: „Unsere erste Begegnung ist vorüber. Diesmal war Ich allein der Handelnde. Nun werden andere Szenen folgen, welche gewisse Aufgaben zu verrichten von euch fordern werden. Wir bleiben noch eine Stunde auf dem Berge und derweil könnt ihr die schöne Aussicht genießen, die sich vor euren Augen ausbreitet.“
Jetzt erst wurden die Zuhörer aufmerksam auf die paradiesischen Landschaften und Örtlichkeiten, die sich vor ihren Augen ausbreiteten. Und sie gerieten ganz in Entzücken über die Herrlichkeiten, die sich ihren Augen darboten und wunderten sich laut über die nie gesehenen Landschaftsbilder, die wie in einem Zauberbilde ihre Phantasien bewegten. Ich ließ sie ruhig diese Schönheiten betrachten und bewundern und unterhielt Mich mit Martin Luther, der zwar die Landschaften sah, aber dessen Augen, Ohr und Herz doch bei Mir waren, was auch Mich anregte, ihm manch’ schönes Geschichtchen aus diesen Landschaften in Hauptzügen zu erzählen, selbstverständlich nur, was die Führung Meiner Kinder daselbst betraf.
Nach Verlauf einer Stunde sagte Ich, dass die Zeit herangerückt wäre, dass wir aufbrechen und wieder ins Tal gehen müssten, worauf sich alles vorbereitete, auf das gegebene Wort niederzusteigen.
„Auf Kinder! Wir treten unsere Wanderung wieder an“, rief Ich endlich zur Gesellschaft, und rasch ging es bergab in die Niederung, welche ihnen ganz anders erschien als früher, als sie anfingen, den Berg zu besteigen. Denn ihre Gedanken sind viel geistiger und zu Gott strebender geworden, dadurch haben sie auch ihre geistige Sehe verfeinert, das Herz veredelt und die Liebe hob ihre Brust hoch zu Gott, der vor ihnen ging, den sie aber hoch in Ätherregionen zu sein wähnten. In die Niederung gekommen, gingen wir direkt auf die Landstraße, die weiß wie Schnee war und sich durch das Tal hindurchzog.
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