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62. Die Ankunft vor Neu–Jerusalem

(Die himmlischen Landhäuser, die Demutskleider ihrer Bewohner und die Hochzeitskleider der Himmelsreisenden. Die Ansicht der Riesenstadt Neu-Jerusalem. Hosianna- und Halleluja- Jubel der Neuangekommenen. Anmeldung der Ankunft der Himmelsreisenden durch Posaunenstöße. Eine unabsehbare Menge Volkes drängt aus der Stadt entgegen, die Ankommenden zu empfangen, und jubelt ihnen entgegen: Hosianna unserem Gott und Vater Jesus! – und fällt in Demut aufs Gesicht.)

Nach vollendetem Essen erhoben wir uns wieder und wanderten aufwärts auf eine kleine Anhöhe, auf welcher eine Menge der niedlichsten und herrlichsten Häuschen in einer unabsehbaren Reihe sich dahinzogen. Wir wanderten auf der breiten Straße, welche mitten durch diese Hochfläche sich hinzog und wurden auf das ehrerbietigste von den Bewohnern begrüßt und auf das freundlichste willkommen geheißen. Es waren sozusagen himmlische Villen, welche mit herrlichsten Gärten umgeben und mit üppigster Vegetation in schönster Einfassung verziert waren.

Nur das schien unserer Gesellschaft sonderbar, dass diese Bewohner, obwohl sie körperlich in herrlichsten Gestalten waren, ganz einfache Kleider hatten, während sie selbst in himmlischer Pracht und Glanz strahlten. Daher belehrte Ich die Gesellschaft, dass sie im Hochzeitsanzuge sei, weil sie zum Hochzeitsmahle des Bräutigams gehe, während jene das Kleid der Demut zeigen, obwohl sie noch schönere Hochzeits- oder Liebesanzüge haben als die Gesellschaft, weil sie weiter und höher im Geistigen fortgeschritten sind. Damit war die Neugierde befriedigt.

So ging es die lange herrliche Straße entlang. Endlich gelangten wir auf einen Bergvorsprung dieser Hochfläche, von wo aus eine unendliche Riesenstadt sich unseren Augen darbot.

Ich sagte der Gesellschaft: „Hier vor uns liegt das ersehnte Ziel: die Stadt Neu-Jerusalem.“

Bei der Nennung der Stadt Neu-Jerusalem erschallte ein großartiges Brausen unter der Gesellschaft und aus aller Munde erschallte das: Hosianna Gott, dem Vater Jesus! Halleluja unserem Heiland und Erlöser!

In diesem Moment erschallten der Reihe nach durch die Riesenstadt gewaltige Posaunenstöße und eine unabsehbare Menge der herrlichsten Menschen in wie Sonne strahlendem Hochzeitsanzuge drängte aus den Riesentoren heraus. Also gingen auch wir herab und ihnen entgegen bis zu einer gewissen Entfernung. Nun blieben wir stehen und erwarteten das uns entgegenwallende Volk. Je näher sie aber kamen, desto mehr ordneten sie sich und zogen in Halbmondkreisbewegung uns entgegen, an ihrer Spitze mächtige Engel. Als sie in eine gewisse Entfernung vor uns gelangten, blieben auf ein Zeichen des anführenden Engels alle stehen, und als sie „Hosianna unserem Gott und Vater Jesus!“ ausgesprochen, fielen alle nieder aufs Gesicht und warteten still der weiteren Weisung.

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