375. Den 13. Januar 1884 Vertrauen
„Himmel und Erde werden vergehen; aber Meine Worte werden nicht vergehen! Usw. Gleichwie es aber zu der Zeit Noa’s war, also wird auch sein die Zukunft des Menschensohnes; denn gleich wie sie waren in den Tagen der Sündflut, sie aßen, sie tranken, sie streiten und ließen sich freien, bis an den Tag da Noa zu der Arche einging und sie es nicht achteten, bis die Sündflut kam und nahm sie alle dahin, also wird auch sein die Zukunft des Menschen-Sohnes!“ Matth. 24, 35-37.
Liebe Kinder!
Die Tage, welche Ich einst Meinen Jüngern genauer bezeichnete, wiederholen sich von einer Generations-Periode zur andern immer wieder; denn der Feind ist immer wieder beschäftigt, Unkraut unter den reinen Samen zu streuen; es ist bei jeder einzelnen Seele schon der Fall, dass sie bald mehr geistig angeregt zu streben und voll Glauben und Zuversicht ist, und bald wieder in Zweifel, Unglauben, Trägheit und allerlei Verstrickungen kommt, es ist ein fortwährender Kampf zwischen dem Ergreifen des Guten oder Bösen.
So geht es auch im großen Ganzen auf dem Religionsgebiete. Es gibt Zeiten, wo Alles sich wieder mehr nach etwas Besserem sehnt, und diese Sehnsucht ist die Gegenwirkung gegen das Böse; aber in solchen Zeiten weiß auch Mein Gegner, dass er wenig Zeit hat, für sich etwas zu erobern, und macht sich deshalb mit seiner Gewalt bemerkbar.
Daher kommen in solchen Zeiten so viele Gräuel und Verbrechen vor; es sind dies mehr vom Fürsten der Finsternis herrührende Fälle, welche er an Menschen ausübt, welche es überhaupt gleichgültig mit dem Leben nehmen, weil sie zu wenig den Wert desselben kennen.
Wenn es in unserem heutigen Kapitel heißt: „sie aßen, sie tranken, sie freiten, und ließen sich freien“, so ist dieses – infolge einiger aus dem Grundwerke weggelassener Worte – schwer zu verstehen; denn da sollte es heißen: Im Essen und Trinken, wie im ehl. Leben werden die göttlichen Anordnungen nicht mehr beobachtet, und daher ist dem Feinde
Nr. 45. Vaterbriefe, 7.H st. Neudr. 2
die Türe geöffnet, dass er eingehen und Alles verderben kann. Ist er einmal Meister in einem Hause und in einer Familie, so wird er immer ärger regieren, bis er alles ins Verderben gestürzt hat; ebenso wird er sich bei jeder einzelnen Seele immer mehr festsetzen, wenn dieselbe sich nicht auch in den täglichen Vorkommnissen und Bedürfnissen nach Meinem Willen richtet; also liegt auch im Essen, Trinken und Freien eine große Wichtigkeit, alles nach Meinem Willen zu tun und so dem Feinde zu zeigen, daß er nicht beachtet wird.
Ich segne alle Nahrung und jeden Bund in Meinem Namen geschlossen, und beschütze solche Seelen, die stets wachen, dass sie Mir folgen. Sehet aber, wenn einmal darin Gleichgültigkeit gegen Mich herrscht, und man sogar vergisst, dass es einen Gott gibt, Der weise Gebote den Menschen gab, damit sie alles zu ihrem Wohle genießen können, so kann weder eine einzelne Seele noch eine ganze Gemeinschaft sich mehr auf Mein Anklopfen freuen, viel weniger auf Mein Kommen und Erscheinen im Fleische vor ihnen; denn es wäre dies ja ein gräuliches Gericht für alle Diese; und doch sind dann die Tage da, wo Ich Mich aufmache, im Geiste Denjenigen zu scheinen, die doch noch ihre Zuflucht in dieser argen Zeit zu Mir nehmen, um Abhilfe bittend.
Nur eines will Ich denselben noch sagen: Betet ganz besonders auch für euch, auf dass ihr bestehen möget, verstärket eure Wachsamkeit über euch selbst, und leget den Maßstab an euch nach Meinen Worten, welche ihr erhaltet, an; zerstreuet euch nicht zu viel im Überblicke über das allgemeine Verderben; denn sonst kommt auch euch der Feind mit seiner List nahe und verführt euch zur Überhebung, indem er euch eure Frömmigkeit vor Augen führt und euch zur Sicherheit verleitet.
Darum prüfet euch mehr im stillen Kämmerlein, und Ich will euch dann schon aufdecken, welches Ziel ihr noch zu verfolgen habt; ziehet euch jeden Tag mehr von der Weltgesellschaft zurück, und suchet dieselbe bloß auf, um für Mich zu werben; aber nicht zu eurer Zerstreuung.
Die Tage sind ernst, die Zeit ist noch kurz, wo Ich verziehe, darum ist jede Stunde noch eine Gnadenstunde für Meine Kinder, und der einzige Bergungsort für sie sind die einsamen Stunden, welche sie Mir widmen. Es handelt sich nicht um äußere Niederlage; denn da werden die Gottlosen noch lange sich freuen über ihren Sieg, sondern um den Sieg im Geistigen, als Kinder Gottes angetan zu sein mit dem Harnische des Glaubens und der Macht der Liebe, und so das Reich der Welt einzunehmen zu Meiner Ehre! Strebet daher im Stillen Meinen Vaterworten nachzukommen, und überlasset Mir in kindlichem Vertrauen den Kampf nach außen.
Amen! Euer Vater in Jesus.
(Man lese auch die Fortsetzung des Werkes von der Wiederkunft in Kp. 25 B.31 ff.)
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