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Durch Nacht zum Licht!

407. – 20.Juli 1884  Durch Nacht zum Licht! (Joh. 12, V. 20. 23. 27.28.)

 
Liebe Kinder!

Wieder muss Ich euch auf ein Kapitel hinweisen, aus welchem ihr erkennen könntet, wie Ich überall suchte das Volk über Mein Wesen und Meine Person zu belehren, und die enge Verbindung zwischen Vater und Sohn (Geist und Seele, Inneres und Äußeres) fassbar zu machen. Darum auch (V. 20) in die Griechen der Drang gelegt wurde Mich zu sehen; denn die Zeit war gekommen, wo die Menschen erfahren sollten, daß und wie Ich als „Menschen- sohn“ unter ihnen weilte.
           
Um aber zu solch geistigem Schauen zu gelangen, daß die Menschen Gott in Mir (Jesu) erkennen, dazu gehört von denselben zugleich eine Opfer-Fähigkeit, auch im Materiellen, d.h. sie müssen es erkennen, daß wenn sie mit Mir in Verbindung kommen wollen, indem sie suchen Mein ganzes Wesen näher kennen zu lernen, sie die Hindernisse, welche ihnen dabei in den Weg kommen, nicht scheuen dürfen, sondern bereit sein müssen, gerne einen Tausch einzugehen, um für Materielles (Güter, Gesundheit, Ehre u.s.w.) geistige Schätze zu erhalten.
           
Darum finde Ich es öfter für nötig, das aus dem Wegeräumen zu lassen, was eine Seele stören kann ihrem Zuge nach Mir Gehör zu geben. In solchen Erziehungszeiten einer Seele hat dieselbe oft viele Proben durchzumachen, weil sie selbst wählen muss, was sie beglücken soll. Auf der einen Seite wird ihr der große Werth des geistigen Gewinnes vorgestellt, und sie hat deshalb Augenblicke, wo Ich sie Meine ganze Vaterliebe fühlen lasse, um sie zu Mir zu locken; aber auf der andern Seite hat sie oft auch schwere Entsagungen nach außen durchzumachen, und es ist da die Zeit gekommen, bei solchen Seelen, (V.23.) „daß des Menschen Sohn Sich in ihnen verklärt“, was nur durch das Absterben im Natürlichen immer mehr geschehen kann.
           
Freilich heißt es auch oft bei solch einem Menschen: (V.27) „jetzt ist meine Seele betrübt, und was soll ich sagen – Vater „hilf mir aus dieser Stunde? Doch darum bin ich in diese Stunde gekommen.“ So Meine lieben Kinder, habe Ich diese Worte ebenfalls euch vorgesprochen, weil Ich in jener Stunde gleichfalls den Zustand fühlte, welchen eine Seele durchzukämpfen hat, bis sie sich ganz in den göttlichen Willen finden kann; es geht auch bei ihr „durch Nacht zum Licht, durch Tod zum (ewigen) Leben, und durch Entsagung zum (wahren) Genusse!“
           
Doch soll es auch bei euch nicht allein beim Kampfe bleiben, sondern in euch wird Sich „der Vater“ gleichfalls kundgeben mir der Stimme: (V. 28.) „Ich habe Ihn verkläret, und will Ihn abermals verklären.“ Für jede Seele, die sich in solcher Entscheidungszeit ganz auf Mich verlässt, gelten diese Verheißungsworte, wie es (V. 30) heißt: „diese Stimme ist nicht um Meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen.“ Wenn ihr Mich redlich suchet, so leset diese Worte, sie werden euch erleuchten, stärken, und euch klar machen, daß Ich Selbst keinen andern Weg machen konnte, als den, welcher auch euch noch vorgezeichnet wird.  Euer Vorbild und Meister Jesus!

Amen.

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