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Christliche Verhaltungs- Winke

 408. – 27. Juli 1884 (Morgens 9 Uhr.) Christliche Verhaltungs- Winke (Luk. 9, 57. u. s. w.)

 Liebe Kinder!

Ich weise euch wieder auf Meine Worte hin im Evangelium Lukas, welche euch vielerlei Hindernisse anzeigen, die einer Seele entgegentreten, wenn sie ganz in Meine Nachfolge eintreten will. Es sind zwar lauter äußere Abhaltungen, welche sich aber doch geltend zu machen suchen, weil sie noch eine natürliche Liebe enthalten, und zugleich eine Pflicht zeigen; deshalb nahm Ich solche Beispiele aus dem Leben, nicht als ob dieselben unerlaubt wären, aber sie sollen nicht der Vorwand sein Meine Nachfolge noch mehr aufzuschieben; denn wenn eine Seele einmal Willens geworden ist dich ganz Meinem Willen unterzuordnen, so geschieht dieses meistens durch einen kräftigen Gnadenruf, (siehe Jobs. 6, V. 44. 45.) welcher, wenn er vernommen wird, (was sich dadurch beweist, daß die Seele prüft und nach etwas sucht, was dieselbe befriedigen und beglücken kann) auch befolgt werden soll, was dadurch geschehen muss, daß Ich die erste Stelle im Herzen einnehme, so daß bei jedem Verhältnisse und Vorkommnisse die Frage sich aufdrängt, in wie fern es in der Vereinigung mit Mir zum Segen für die Seele werden kann?
           
Anstatt dessen herrscht leider immer zuerst die Gegenfrage unter den Menschen: Kann ich dem Herrn meinem Gotte wohl so viel Zeit opfern, in Rücksicht auf meine Verhältnisse? Sei es aus Furcht vor Andersdenkenden, die Mir nahe stehen, oder aus Sorge, daß es zu viel Zeit und Geld koste, dieses oder Jenes nach dem Willen Gottes zu tun! Ja oft wollt ihr sogar einen Menschen höher achten, als Mich, und dessen Einwilligung vorerst erhalten, ehe ihr euch nach Mir richtet. Diese so vielerlei Hindernisse, ganz (und unbedingt) in Meine Nachfolge zu treten, kommen bei jeder Seele wiederholt vor; darum sie stets über sich zu wachen hat, nachdem sie den Ruf in sich vernommen und erkannt hat, daß derselbe von Mir ausging.
           
Wenn die Seele dann wieder lau und träge im Gehorsam gegen Mich wird, so gelten ihr die Worte: „Wer seine Hand an den Pflug legt und siehet zurück, der ist nicht geschickt zum Reiche Gottes.“ Darum muss eine Seele, nachdem sie sich Mir übergeben hat, Ernst anlegen in all ihrem Thun, in Gedanken, Worten und im Verkehre mit ihren Nebenmenschen, und wenn sie sich zu schwach fühlt, in den verschiedenen Verhältnissen des Verkehrs ihre innere Verbindung mit Mir stets festzuhalten, da solle sie lieber demselben entsagen. Deshalb werden aber diese heute angeführte Worte vielfach missdeutet, und von einem Teil der Menschen streng äußerlich genommen, während dieselben eben als ein Hindernis bezeichnet sind; aber dieses Hindernis kann durch ein Wachen über sich selbst beseitigt werden, wenn es nicht zur Hauptsache im Leben gemacht wird.
           
So ist eben auch zu diesen Worten der h. Geist nötig, um sie ins wahre Licht zu stellen.

Euer Jesus.

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