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Mich hat herzlich verlangt dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe Ich leide

412. – 24. August 1884  „Mich hat herzlich verlangt dies Osterlamm mit euch zu essen, ehe Ich leide“
 
„Mich hat herzlich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen „ehe denn Ich leide!“ Luk. 32, 15.
 

Liebe Kinder!

Diese Worte sprach Ich einst zu Meinen Jüngern, als die Stunden Meines Leidens nahe waren. Es war Mir ein Bedürfnis, Mein Herz zu laben an der Hingabe und Liebe, welche Mir durch Meine Jünger zu Teil wurden, im Hinblicke auf die große Verirrung und Gottentfremdung der Menschen; denn Ich fand gar wenig Eingang mit Meiner Lehre, und hatte wenig wahre Anhänger; das Volk lief Mir zwar nach, aber mehr auf Neugierde und mit eigennützigen Absichten, weil Ich stets Wohltaten ausübte und Wunder wirkte.
           
Darum sollte dies Mahl der Liebe unter den Meinen nicht bloß eine leibliche Sättigung sein, sondern eine geistige Erquickung, und eine innere Bereinigung unter uns; Ich teilte ihnen auf unsichtbare Weise einen Teil Meines Wesens mit, das sie stärken sollte, um Meinetwillen gleichfalls die Kreuztragung auf sich zu nehmen. Gleichwie Ich das Kreuz auf Mich nahm aus Liebe für die Menschen, um dieselben selig zu machen; so sollten auch sie fähig werden in göttlicher Liebe mit den Menschen zu verkehren, und so den Widerstand zu ertragen, welcher damit erfolgte; denn auch sie hatten es nicht allein mit den Menschen zu tun, sondern mit den finstern Geistern, welche um desto mehr die Menschen zu umstricken suchten, und daher war dieses Mahl, welches einen geistigen Zufluss in sich birgt, ihnen sehr nötig.
           
Ich nahm das Brod, dankete, brach’s und gab es ihnen uns sprach: „Das ist Mein Leib, der für euch gegeben wird, solches tut zu Meinem Gedächtnis“ u.s.w., oder – es war ein Akt, wobei etwas Sichtbares vorging, um so die Jünger mehr zur Aufnahme Meiner Liebe zu bestimmen, und so soll es heute noch sein: Die Aufnahme des Wesentlichen soll die ganze würdige Stimmung hervorrufen Mich Selbst aufzunehmen in Meiner Liebe, und weil dieses die wahre Vereinigung mit Mir ist, so bleibt dieses Verlangen stets in Mir, weil Ich immer mehr und inniger Mich mit den Menschen verbinden will, und es nötig ist, denselben immer wieder zuzurufen: „Mich hat herzlich verlanget“ u. s. w.

Wohl allen Meinen Kindern, welche gleichfalls ein Verlangen in sich tragen nach Meiner Liebe! Ich will Mich bei denselben mit zu Tische setzen, daß sie Freudigkeit fühlen, nach Meinem Willen ihren eigenen Willen unterzuordnen, zur Freude für Mich, zum Wohle für ihre Mitmenschen, und zum größten Segen für sie selbst! So nehmet auch ihr hin das gesegnete Mahl, Ich Selbst will unter euch sein als euer treuer Vater. Amen!

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