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Vom Schifflein Christi. (Mark. 4, 35.)

418. 5. Oktober 1884. Vom Schifflein Christi. (Mark. 4, 35. ) 
 

Liebe Kinder!

Aus diesem Akte, der in Meinem Erdenleben vorkam, wie ihr es in diesen Worten beschrieben findet, könnet ihr Vieles lernen; besonders in solchen Verhältnissen, in welchen ihr glaubet ganz sicher auf Meine sichtbare Hilfe bauen zu dürfen; denn auch Meine damaligen jünger konnten es nicht fassen, daß Ich so ruhig schlief, während der Sturm ihnen den Untergang drohte.
           
Sie zweifelten dabei weniger an Meiner Macht, als an Meiner Liebe; darum fragten sie Mich: „Meister, fragst Du nichts danach, so wir verderben?“ Wie oft muss Ich auch heutzutage noch von Solchen diese Rede hören, die ihr Vertrauen auf Mich setzen und auf Meine Hilfe, aber die Art und Weise der Hilfe Mir durch ihren Verstand vorschreiben wollen. Sehet, da muss Ich Mich schlafend stellen, und Mich zur Hilfe wecken lassen; denn erst, wenn ein solches Kind zur vollen Überzeugung gelangt ist, daß es ohne Mich zu Grunde geht, wird das Vertrauen gestärkt und die Seele willenlos.
           
Wenn ein Mensch in Lebensgefahr steht, und weiß einen Erretter zu finden, so bittet er denselben um Beistand; ist aber dabei willenlos, wie der Retter es anfängt oder handelt. Ebenso sollet ihr, wenn ihr in geistiger Lebensgefahr seid, euer Vertrauen unbedingt Mir zuwenden; besonders wenn ihr wisset, daß Ich im Schifflein, also euch nahe bin, und ihr deshalb euren Weg nicht ohne Mich fortzusetzen brauchet; o, da habt auch ihr sogleich die Frage bei euch: „Meister, fragest Du nichts danach, daß wir verderben!“
           
Auch ihr lasset euch zu viel von Sturm und Wind einschüchtern, wenn dieselben von Außen her gegen euch toben, und habt noch zu wenig Glauben an Meine Macht, die im Verborgenen waltet und euch schützt. Bedenket doch, daß es nur eines Winkes von Mir bedarf, so muss sich Alles unter Meinen Willen beugen! „Wie seid ihr doch so furchtsam? Wie, daß ihr keinen Glauben habt!“ Erkennet doch in Meinem Walten Meine Liebe! Ob durch Sonnenschein oder durch Sturm ihr Meine Nähe zu fühlen bekommet, so soll eure Freude, euer Trost darin bestehen, daß Ich bei euch hin; und darum, wenn euer Glaubensschifflein noch so sehr ins Schwanken gerät, so fürchtet euch nicht; denn Meine Liebe lässt sich von euch wecken, und die Hilfe wird euch zu Teil werden.
           
So fahret also fort weiter zu schiffen auf dem Wahrheitswasser, eingedenk, daß auch Ich im Schiffe bin als Euer Vater Jesus! Amen.

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