417. – 28. September 1884 Habet Glauben an Gott!
„Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habet Glauben –„an Gott u. s. w.” (Mark. 11, 22-25.)
Liebe Kinder!
“Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr’s empfangen werdet, so wird’s euch werden. „Und wenn ihr stehet und betet, so vergebet, wo ihr etwas wider Jemand habt, auf daß auch euch euer Vater im Himmel vergebe eure Fehler.“ Denn nur wo die Liebe mit dem Glauben verbunden ist, kann es möglich werden das Gebet zu erhören, weil ohne Liebe der Glaube unecht ist, und keine wirkende Kraft in sich hat. Darum aber, weil so viel Mangel an der Liebe in der Jetztzeit auf Erden weilet, ist nun auch der Glaube ein toter Scheinglaube und zu Nichts nütze; denn Ich kann Meinen Segen bloß auf die Liebe legen, weil Ich keinen andern Beweggrund in Mir fühle, als die Liebe!
Wer in Meinem Namen etwas tun will, muss die Liebe zum Beweggrund haben! Denn die wahren Kinder von Mir müssen sich ganz das Wesen ihres h. Vaters aneignen, ehe Ich ihnen ihre Bitte gewähren kann; dieselben dürfen also nur ein solches Verlangen in sich tragen, welches ihnen und ihren Mitmenschen zugleich zu geistigem Segen wird. Es gibt heutzutage auch viel Wunderglauben, weil es Menschen gibt, welche meinen, wenn sie nur fest hoffen, daß dieses oder jenes geschehe, darum sie sich an Mich wenden, so werde es auch wirklich geschehen.
Ich lasse in solchem Falle die Erfüllung auch öfters zu, um eben auch auf diesem Wege die Seelen mehr für Mich zu gewinnen, besonderen Gebetserhörung rühmen können. Diese Erhörung geschieht nicht immer deshalb, weil die vermittelnde Person in der reinen Liebe steht, sondern es geschieht solches öfters um des Kranken selbst willen, welcher dadurch Mich lieben lernt, indem also sein Glaube an Mich zu einem wahren Glauben wird. Darum sagte Ich: „Habt Glauben an Gott!“
Diese Worte gelten hauptsächlich Solchen, die schon an sich selbst etwas von dem Segen des Glaubens erfahren haben; denn „ohne Mich könnet ihr nichts tun.“ Diese Wahrheit soll bei allen Gelegenheiten fest in eurem Herzen stehen, ob euch das Gewünschte gelingt, oder ob ihr missmutig werdet, wenn ihr in Lagen kommet, wo ihr wohl fühlet, daß euer eigenes Zutun nichts auszuführen vermag. Untersuchet aber dann, wie weit ihr berechtigt seid, auf Meine Hilfe (dabei) Anspruch zu machen, d. h. ob ihr die Bedingungen erfüllet, welche Ich um eurer selbst willen machen muss, ehe Ich euch erhören kann.
Befleißigt ihr euch, diese richtige Stellung einzunehmen, so kann Ich durch euch Taten tun, die Meinem Namen Ehre machen, und Meinem Reiche Bahn brechen.
Amen! Euer Jesus.
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