420.- 19. Oktober 1884 Vom Gegensatz zwischen Geisteslicht und Verstandeslicht (Mark. 12, 18. )
Liebe Kinder!
Die Sadduzäer glaubten: es sei keine Auferstehung; darum wollten dieselben Mir eine kritische Frage vorlegen, um die Zweifel an ein Fortleben zu rechtfertigen. Diese Frage entstammte aber dem Verstande, und daher hätten diese Ungläubigen jede Antwort, welche notwendig geistiger Art hätte sein müssen, nicht begreifen können; denn die materiellen Menschen, welche aus weltlichen Interessen eine Frage über geistige Dinge stellen, können nie eine Antwort erhalten, die sie befriedigt; es heißt ja: „der natürliche Mensch vernimmt Nichts vom Geiste Gottes, es muss geistig gerichtet sein.“ 1. Kor. 2, 14.
Ebenso gibt es Menschen, welche zwar anfangen, geistig zu streben, aber dabei immer wieder zu viel mit dem Verstande erfassen wollen; Solche haben einen schweren Standpunkt, weil sie viel Zweifel zu bekämpfen haben; darum ist es so nötig, daß eine ganze Übergabe des Willens an Mich gemacht wird, auf daß Ich die Menschen durch Meine Kraft und Meinen Geist beeinflussen kann, damit sie Mein Wort besser verstehen lernen.
Und daß die Menschen zu solch einer Übergabe gelangen, dazu bietet die Gnade allerlei Leiden und Heimsuchungen hervorrufen; Ich muss den Menschen die Richtigkeit der irdischen Glücksgüter durch Entziehung derselben klar machen, während Meine Liebe dieselbe ihnen gern bescheren würde, um sie zum geistigen Gewinn auszunützen. Weil aber leider zumeist das Gegendheil der Fall ist, und sie also mehr Schaden an ihrer Seele dabei nehmen würden, so muss Ich oft traurige Ereignisse z8ulassen, um sie wenigstens später noch für die ewige Seligkeit zu retten.
Daher kommt den Menschen Mein Regieren oft wunderlich und rätselhaft vor, weil sie zu wenig wissen, wozu Ich sie erziehen will, indem sie nur den Genuss des Augenblicks betrachten, aber nicht die Zukunft, ob diese Wohl oder Wehe bringt! Diese irren und täuschen sich aber, da sie nichts wissen von der Schrift, noch von der Kraft Gottes, und somit sich auch nicht selbst erkennen als geistige Wesen, sondern den Leib und leibliche Bedürfnisse höher achten, als ihren Seelenadel, welchen sie immer mehr ausbilden sollten, um einst im Himmel mit Meinen Engeln Teil nehmen zu können an Allem, was die ewige Seligkeit hervorruft, und so als Kind Gottes ewig mit Mir vereint zu sein.
Euer Vater in Jesu!
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