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Missionswinke

421.-  26. Oktober 1884  Missions – Winke
                       
„Sehet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern „zu euch kommen; inwendig aber sind sie reizende Wölfe. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen; kann man auch Trauben „lesen von den Dornen, oder Feigen von den Disteln?“ (Matth. 7, 15. 16.)

Liebe Kinder!

Diese Mahnung gab Ich zunächst Meinen Jüngern, weil dieselben aus Liebe zu Mir oft mit den Schriftgelehrten und Pharisäern sich in ein Gespräch verwickelten, um diese von Meiner Gottheit zu überzeugen. Meine Jünger eiferten um Meine Ehre, aus Liebe zu Mir; aber sie taten Solches oft gegen Meinen Willen; des es war noch nicht an der Zeit, für Mich zu kämpfen, und somit war solches (vorzeitige Vorgehen) nicht allein Meinen Jüngern selbst, sondern auch ihren Zuhörern zum geistigen Nachtheile; weil ein solches Bemühen vergeblich ist, ehe Ich den Weg zu den Herzen vorbereitet habe, was freilich auf eine euch oft unbegreifliche Weise geschieht, da ihr Meine Langmut noch lange nicht in der Größe erkennt, wie sie waltet; darum wollt ihr dieselbe abkürzen durch euer eigenes Zuthun mit dem Verstande, und dazu gebe Ich Meinen Segen nicht!
           
Bedenket, daß ihr noch lange zu erforschen habt, ob ihr selbst tüchtig sein Andere zum wahren Glauben tüchtig zu machen, ehe ihr dieselben veranlassen wollt, das ebenfalls zu erkennen und zu glauben, was Ich euch aus Gnade anvertraue. Beweiset euren Mitmenschen die Wirkung der Gnade an euch durch eure Wiedergeburt und euer Thun. Denn die Wiedergeburt muss erkannt werden von euren Mitmenschen, wenn dieselben euer Thun und Handeln prüfen, und daraus ersehen, wie unsere Grundsätze göttlicher Art sind, und sich nach dem Beispiele eures Jesu richten; denn dort hört alles Abstreiten der göttlichen Wahrheiten auf, weil dann die Tat dafür zeugt.
           
Und sehet, liebe Kinder, dieses ist Mein Wille! Dazu berufe Ich Mir im Stillen wahre Kinder, welche unvermerkt an diesem Zeugnisse arbeiten, und dabei auf Mich sehen, um Geduld und Langmut von Mir zu lernen; und solche Kinder wissen ihre Aufgabe nach Meinem Willen zu lösen, und bedürfen keine Anerkennung nach Außen; denn der Friede im Herzen befriedigt sie, und treibt sie immer mehr an, Mich inniger zu lieben. Dabei verlassen sie sich auf Meine Weisheit und Macht, die es wohl zu machen weiß, wenn sie Mir diese oder jene Person in der Fürbitte übergeben, weil sie wissen, daß ohne Meinen Willen ihr eigenes Thun keinen Segen nach sich zieht.

Nr. 45. Vaterbriefe, 7. Heft. 3. Aufl. 6

 
Darum gelten auch euch die Worte in diesem Kapitel (7, 12. 6.) und weiter in Kap. 10, 16: „seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben gegeneinander“, auf daß ihr in der Liebe völlig werdet, und euer Bund nach Meinem Willen von Mir zeuge!

Amen!  Euer Vater in Jesu.

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