472. -13. September 1885 Gehorsam, Demut und Vertrauen (an Gottes Segen ist Alles gelegen)
Und als Er hatte aufgehört zu reden, sprach Er zu Simon: „Fahre auf die Höhe, und werfet eure Netze aus, dass ihr einen Zug tuet!“ u.s.w. (Luk. 5, 4.)
Liebe Kinder!
Abermals muss Ich euch hinweisen auf den Fischfang des Petrus, nachdem Ich zu ihm sagte: „Fahre auf die Höhe“! Die Höhe des Wassers ist die Mitte des Meeres (oder sonstiger Seen und Flüsse), und die darauf Schiffenden sind nun ganz auf den Wind angewiesen, und von keiner schützenden Seite umgeben, welche ihnen bei Gefahr Rettung bieten könnte, sondern sie müssen da ganz im Vertrauen auf gut Glück fortsegeln. Ebenso sollen Meine Nachfolger im Glauben solche Höhe erreichen, in welcher sie ohne jeden andern Schutz und Anhaltspunkt sich ganz auf Mich verlassen, um zu ihrem Ziele zu gelangen.
Gleichwie aber der Schiffer die Gefahren schon vorher aus Erfahrung weiß, welche mit der Schiff-Fahrt verbunden sind, diese aber dennoch unternimmt; so sollen auch Meine wahren Kinder, welche Mir dienen wollen, die Gefahr nicht scheuen, welche damit verbunden ist, wenn sie sich auf die Höhe des Glaubens wagen, um dadurch auch ihre Mitmenschen zu demselben zu bewegen; nur müssen sie dabei stets auf Mich hören, ob es auch Mein Wille ist?
Auch Petrus, in dessen Fischfang hier eine Entsprechung liegt, hatte die ganze Nacht gearbeitet, und nichts gefangen, weil er durch seine eigene Kraft und Arbeit etwas erzielen wollte; erst als Ich Mich seiner annahm, und dann von ihm erkannt wurde, dass nur durch Mein Wort der Segen auf die Arbeit gelegt wurde, machte er einen großen Fischfang. Sehet, in Meinem Namen auf die hohe See fahren, das nur kann das Gelingen eurer Arbeit hervorbringen; aber dort fehlt auch dem Glauben Meiner Kinder noch viel; denn sie verwechseln so gerne ihre eigene Kraft mit der Meinigen, und wenn Ich dann ein Gelingen ihrer Mühe und Arbeit nach ihrem Sinne zuließe, so würden sie bedeutenden geistigen Schaden nehmen.
Darum verziehe Ich oft mit Meinem Beistande, obgleich Ich weiß, dass sie mit redlichem Herzen arbeiten; aber sie müssen zuvor ihre eigne Ohnmacht erkennen, auf dass kein Auflehnen noch Sichersein, anstatt durch ihren Eifer sie näher zu Mir zu bringen, sie vielmehr von Mir trennte; denn Meine Vaterliebe sorgt zuerst, dass das Kind Mir treu bleibt, und sich immer mehr mit Mir verbindet, was aber durch Selbstüberhebung stets gehindert wird. So ging es auch bei Petrus, es ward ihm gezeigt, dass er nichts fahren konnte ohne den Meister; aber durch Dessen Beihilfe wurde er nicht allein reichlich gesegnet in seiner Arbeit, sondern auch der Glaube an Meine Liebe und Macht wurde stark in ihm.
Amen! Euer Vater.
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