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14. August 1881
Lukas 12, 22ff
Vom Vertrauen auch im Äußeren.
Liebe Kinder!
Wenn gleich Meine Jünger alles verließen, um Mir nachzufolgen, so konnten sie doch der Sorge um den äußeren Unterhalt für sich und die Ihrigen nicht ganz los werden; denn diese Sorge ist als Instinkt dem Menschen ja sogar den Tieren beigelegt, an welchen ihr sehen könnet. wie sie für ihre Jungen sorgen, und Manche für sich selbst auf die Winterszeit.
Auf dem Instinkte beruht die Ausbildung der Liebe; denn ohne eine Anlage, die zur Liebe zwingt, würde kein Bestehen der Kreatur möglich sein. Immer muß das Eine dem Andern zu seinem Fortbestehen behilflich sein, ihm dienen; und dienen ohne Lohn ist Liebe tun.
Leider ist aber nun die Lieblosigkeit so groß, daß sie bei manchen Menschen sogar den Instinkt in vielen Fällen noch hintansetzt, und die natürlichen Bande der Liebe nicht mehr achtet. Daher auch so vieles Unheil überall, soviel banges Sorgen, weil Jedes fühlt, daß es auf sich angewiesen wird in der Not, daher soviel Eigennutz und Zusammenraffen zeitlicher Güter, um dadurch sich vor Entbehrungen zu schützen.
Alle diese Übel kommen von der Lieblosigkeit her; denn wäre die Liebe nach Meinem Sinne vertreten, so könnte die Zeit und euer Streben mehr zu eurer geistigen Ausbildung verwendet werden!
Darum muß auch dieses Gebot unbedingt als das erste Hauptgebot von den Meinen anerkannt werden, ehe sie weitere Fortschritte in ihrem geistigen Leben machen können.
Da aber kommen bei euch die Fragen, welche der Instinkt mit sich bringt, ob es denn nicht doch erste Pflicht und auch Liebe sei, solche zu versorgen, welche euch durch die Natur verbunden sind, und ob ihr euch deshalb nicht von der allgemeinen Liebsorge frei machen dürfet?
Ich sage euch aber: "Wenn ihr mehr Liebe zu Mir hättet, so hättet ihr auch mehr Vertrauen zu Mir, und würdet in allem, sowohl in der Natur als aus der Geschichte, wie an euch selbst erkennen, daß Ich euch Alle zu versorgen weiß, und euch auch versorgen will.
Darum tat Ich an Meine damaligen Jünger diesen Zuspruch, die zwar alles um Meinetwillen verlassen hatten, deren Herz aber doch noch voll ängstlicher Sorgen war.
So geht es auch heute noch Meinen Nachfolgern! Sie bemühen sich zwar dieser Liebe nachzukommen; aber ihr Verstand trägt ihnen stets die Berechnung vor (siehe Nr. 21 und 43 "Der Antichrist") und dadurch wird das unbedingte Vertrauen zu Mir immer wieder geschmälert, und so Mir die Gelegenheit entzogen, Meine ganze Vaterliebe und Sorge ihnen zu zeigen, um dadurch dann noch Viele aufzumuntern, in Meine Nachfolge durch Befolgung des Liebegesetzes einzutreten.
Zu diesen Meinen Nachfolgern sagte Ich einst und wiederhole es heute: "Euer Vater weiß wohl, daß ihr es bedürfet"; denn wer im ganzen Vertrauen zu Mir nicht ängstlich sorgt, sondern oft mehr als er berechnen kann aus Liebe zu Mir tut, dem will Ich Vater sein, im vollen Sinne des Vaternamens, und werde ihn auch äußerlich nicht zu Schanden werden lassen, um Meines Heiligen Namens willen! Und ob gleich Wenige es sind, die sich mit diesem Vertrauen in Meine Vaterarme werfen, so gilt doch ihnen das Wort:
"Fürchte dich nicht, du kleine Herde, es ist des Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben!"
An diese Worte haltet euch, zur Zeit der Anfechtung, wo ihr zu viel sorget um das Zeitliche, und euer geistiger Fortschritt dadurch Schaden leiden könnte.
Leset diese Worte, die unumstößlich für alle Meine Nachfolger gelten, und tröstet euch damit, daß dieselben auch an euch erfüllt werden.
Euer Vater in Jesu. Amen!
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