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315.  Über die Heilung der zwei Blinden

315.
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9. Dezember 1882
Und siehe! – Zwei Blinde saßen am Wege, und da sie hörten, daß Jesus vorüber gehe, schrieen sie und sprachen: "Ach Herr, Du Sohn Davids, erbarme Dich unser!" -Matth. 20, 29-

Liebe Kinder!

Als Ich auf Erden war, habe Ich viele leiblich Blinde geheilt. Es liegt darin eine Entsprechung für geistig Blinde; denn Ich heilte dieselben auf verschiedene Art und Weise, teils durch das Wort allein, teils gebrauchte Ich eine Handlung dabei; aber Ich knüpfte stets auch eine Belehrung daran, weil Ich dieselben zugleich geistig sehend machen wollte, indem Ich Meinen Weg so einrichtete, daß Ich an denselben vorüber zog, wodurch ihnen Gelegenheit geboten ward, etwas von Mir zu hören und zu erfahren. Es wurde ihnen dann durch den göttlichen Geist offenbar, daß Ich der wahre Arzt sei, der helfen könne; denn Meine Liebe bewirkte solches in ihnen.
So ist es heute noch: Ich ziehe stets an den geistig Blinden vorüber, teils durch allerlei Heimsuchungen, damit sie sich nach Licht sehnen und ihre Finsternis begreifen sollen, teils auch durch innere Anregung, welche Vertrauen und Glauben in solch Blinden erwecken, damit sie Mich um das wahre Licht anrufen.
Aber leider ist es heutzutage ebenso wie damals, daß nämlich die Mehrzahl unter dem Volke solch Blinde bedroht zu schweigen. Die Menschen zu jener Zeit wollten aus redlichem Sinne es (das nach Mir schreien) nicht zugeben, damit Meiner Person dadurch nicht Mühe gemacht werde; heutzutage aber ist es ein anderer Grund; denn viele wollen das wahre Licht nicht, weil dasselbe nicht zu ihrem materiellen Streben paßt, und darum bedräuen sie auch Diejenigen, die nach dem wahren Lichte suchen und geistig sehend werden wollen. Wie aber ein leiblich Blinder ohne Beihilfe eines andern nicht viel zu tun vermag, und Ich eben deshalb, weil die zwei Blinden den Weg zu Mir nicht selbst finden konnten, an ihnen vorüber zog, so mache Ich es auch Denen gegenüber, die sich geistig blind fühlen: Ich ziehe an ihnen vorüber und gebe Mich ihnen zu erkennen mit der Frage: "Was wollet ihr, daß Ich euch tun solle?" – denn es jammert Mich ihr Zustand, und darum mache Ich sie sehend.
So komme Ich stets zu allen, die sich nach Mir sehnen, und Mich anrufen, Ich frage sie: Was wollet ihr?
Meine Liebe ist stets bereit, allen zu dienen, die sich nach Meiner Hilfe sehnen; darum segne Ich auch viele Seelen ganz besonders in der Adventszeit, weil diese meinen, daß es in dieser Zeit mehr ihre Pflicht sei, sich mit Meinem Kommen zu beschäftigen; Ich benütze daher diese Momente, weil solche Seelen eben auch noch geistig blind sind, was von ihrer mangelhaften Erziehung und von irriger Auslegung Meines Wortes herkommt.
Sagte Ich doch gleichfalls bei einer anderen Gelegenheit: "Siehe, Ich stehe vor der Tür und klopfe an; aber dieses fassen sie nicht, sondern sie erwarten Meine Ankunft in äußerem Prunke, und versäumen so, in ihren falschen Hoffnungen Mir die wahre Empfangsstätte zuzurichten, d.h. ihr Herz; darum, wenn Meine Liebe euch fragt: "was soll Ich euch tun?" so sprechet mit jenen leiblich Blinden: "Herr, daß unsre Augen aufgetan werden!" denn auch über euch will Ich Mich erbarmen, und euch geistig sehend machen.

Amen! Euer Jesus!

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