Die unerschöpfliche Geduld, irdisches und himmlisches Gewitter; Und ging hinaus und weinte bitterlich
21. Kapitel
Kap. 36-38
Man lebt tagelang auf Hiobs Kosten. Ra-Tana sagt zu Ismaha: „Was wollen diese Fresser hier? Mit was sind sie zu verjagen?“ „Mit den Hunden; da würden ihre Beine fliegen.“ „Und die teuren Sachen samt dem Schmuck!“ „Es wird sich ändern“, raunt Ismaha. „Ich sah nachts den Fremden um die Hütte wandeln. Er ging nicht hinein. Flammen gingen von ihm aus, die sich um die Krankenhütte schlossen.“
Ra-Tana schauert. Sie sieht ins junge Licht, das die Hügelkette überstrahlt. Ihre babylonische Schönheit, bisher vom verkniffenen Gesicht verdeckt, tritt stark hervor. Ismaha hat es jetzt gut, die Herrin macht sie zur Vertrauten ihrer Sorgen.
Sie sieht die Männer Früchte essen. „Kaum vom Frühmahl aufgestanden, stehlen sie schon wieder Obst.“ „Und gehen mit vollen Backen zu dem Kranken“, zürnt die Magd. „Ist der Arzt beim Herrn?“, fragt Ra-Tana. „Könnte er nur helfen.“ „Herrin, das tut Gott! Wohl kann Er durch den Doktor helfen, wenn der die Gnade haben soll. Doch bei Hiob tut es Gott; ich glaube fest daran.“ —
Hiob schläft. Die vier platzen rücksichtslos herein. Trokk kläfft laut. „Nur Bestien gibt es hier“, schimpft Eliphas. „Meinst du mich auch?“, fragt Hiob. Der Alte schweigt. Elihu hakt sofort ein: „Unsere Geduld ist erschöpft.“ Er hoffte, Hiob würde heute Antwort geben. Doch der denkt: ‚Soll der Junge seine Klappermühle treiben.‘ Baute nicht im Traum der Herr um seine Hütte ein Gehege? Er ahnt nicht, dass Ismaha es wachend sah. Elihu eifert los:
„Bleibst du stumm, so spricht der Herr durch mich.“ Bildad fragt: „Sprach Er mit dir?“ „Ja“, erwidert stolz der Junge, „im Traum kam Seine Stimme als Gebot.“ Wichtigtuend fängt er an: „Ich will mein Wissen weither holen, und mein Verstand soll ohne Tadel sein. Gott sagt: Gottlosen hilft Er nicht, nur denen in der Not, die an Ihn glauben. Hätte Hiob sich im Glauben tief gebeugt, längst wäre er erhoben, rein im Herzen und auch rein am Leib.“
Er wirft ihm seinen Reichtum vor, die Opfer wären Hohn, er hätte sich damit gebrüstet. Wichtig läuft er hin und her: „Kehre dich vom Unrecht ab, vor Elend angefangen, als deine bösen Kinder lebten. Gott ist zu hoch in Seiner Kraft. Willst du Ihm ein Lehrer sein?“ Was Elihu noch weiter redet, wäre ohne Tadel, würde er sich nicht erheben, Hiob aber in den Abgrund stürzen.
Der Arzt, indessen eingetreten, hält den Grünen auf: „Weißt du, was du tust?“ „Genau“, erwidert Elihu, „ich bin im Auftrag Gottes hier!“ „Schöner Auftrag“, höhnt der Doktor. „Ich möchte Gott gern fragen, warum Er dich erwählte, der aus Wahrheit Lüge macht.“ „Lass los“, zetert Elihu, „ich bin noch nicht am Ende.“ „Bei dir geht der Verstand mit der Dummheit durch!“
Ein Donnerschlag lässt die Erde beben (Kap. 13, 43). Die Alten stürzen an die Tür. „Ein Gewitter!“ „Und was für eines! Ins Steinhaus; die Bude hält‘s nicht aus!“, jammert Eliphas, „die Hundehütte — sie ist verloren!“ „Wir gehen unter!“ Bildad ist verzweifelt. „Gericht! Das Ende kommt herbei!“ Zophar wühlt erschreckt in seinem Bart. Nur Elihu, noch rasend von der Rede, geifert Hiob an:
„Siehst du die Flammen, deiner Bosheit angezündet? Hörst du Gottes Zorngespräch?“ Am Fenster stehend preist er Gottes Herrlichkeit. Da prallt er zurück. Eine Feuergarbe loht hernieder. Die Knechte kommen angerannt: „So ein Wetter haben wir noch nie erlebt; hoffentlich hält das Dach.“ Da hebt sich Hiob hoch: „Fürchtet euch nicht!“ Er beruhigt auch den Hund. „Über unserm Dach ist Gottes Dach! Simon, laufe zu den Frauen, damit sie sich nicht ängstigen.“ Der Knecht surrt los. Für seinen Fürsten rennt er auch durchs Feuer.
Elihu fängt nochmals an: „Merke auf‘, sagt er wie ein Lehrer, „und höre Gottes Wort. Wie die Wolken brechen samt der Feuerlohe, so bricht Seine Huld. Deine Kleider waren warm, so lange nicht das Leid wie Sturm dich überflog. Ja“, spottet er, „der Himmel ist gleich einem Spiegel hart gegossen. Lehre uns, was zu sagen sei, dass seine Feste wieder ruhig wird! Kannst du nun die Sonne sehen? Oder wartest du des Goldes aus der Mitternacht? Suche den Allmächtigen, so Er sich nicht finden lässt! Wer übel tut, verfehlt den Weg.“
„Hätten wir nichts fest versprochen“, knirscht Priguhas mit blanken Zähnen, „den Lümmel bände ich mit Wonne an den Weidepfahl, und dann sollte es noch eine volle Stunde hageln.“ „Ein Vergnügen wäre das“, bestätigt Samulis. „Ich glaube, Gott wäre es ganz recht.“
Das Wetter nimmt noch zu. Selbst den beherzten Knechten wird es mulmig. Samulis kontrolliert das Dach. Ein Wunder, dass es hält. Die Alten sehen ängstlich zum nachtdunklen Himmel auf, den die Blitze wie die Lavakrater öffnen. Der Arzt ist der Ruhigste, Hiob faltet still die Hände.
‚Herr‘, betet er, ‚willst Du mir zürnen, so verderbe mich; doch die Unschuldigen errette. Hat Elihu Dein Wort empfangen, weil Dein Wetter kam, als er es angekündigt hat? Schelte, dass ich meine Schuld bekennen und Vergebung finden kann. Hilf den obdachlosen Menschen und der armen Kreatur. Zerschlage meinetwegen nicht, was Deine Hände herrlich schufen.‘ „O Schöpfer, halte ein“, ruft er unwillkürlich aus. „Lass uns Deine Gnade wiederhaben!“
Unmittelbar wird es still, im Osten reißt es die Wetterwolken auf. Ehe jemand seine Sprache wiederfindet, tritt der Fremde ein. Mehr vor ihm als vor dem Sturm erschreckt starren die vier Männer ‚ihren Perser‘ an. Es fällt jedem auf, dass er völlig trocken ist. Seine tiefen Augen enthüllen Ihn in einem ungeahnten Licht. Die Männer möchten fliehen. Der Hohe deutet auf die Bank. Schlotternd setzen sie sich nieder. Die Knechte, einfachen Gemüts, weichen ehrfurchtsvoll zurück. Auch der Arzt stellt sich neben Samulis.
Und Hiob? Der Fremde wurde ihm ein Freund; der Freund, jetzt gekommen, ist ihm fremd. Oder —? Hat er Ihn nicht richtig angesehen? Hat sich der Gast gewandelt? Warum —? Für wen —? Da — ein heller Strahl: So sah ja JENER aus, der über diese Erde ging und dann als ‚Gottes Licht‘ um seine Hütte. Jäh die Wahrheit spürend, wirft sich Hiob ungeachtet seiner Schmerzen nieder.
Er wird vom großen und vom kleinen Arzt gebettet. Der kleine sprang hinzu, als sich der Hohe bückte. Der Kranke ächzt. Was die Seele kämpfen, doch das Herz in Sprünge gehen lässt, nimmt den Atem. „Bleibe liegen, Hiob. Ich habe erst mit anderen zu reden!“, klingt es heilig. Der Doktor senkt den Kopf: ‚Ich komme dran. Ah, man sollte sich vor einer Abrechnung nicht feig verstecken.‘
Der Hohe nickt ihm aber gütig zu, auch den Knechten. „ich belohne jene, die Meinen Freunden Gutes tun.“ Die vier horchen auf. Also doch ein Mensch? Es wird Zeit, sich an Hiob wieder anzulehnen. Ein zweiter Feuerblick. Vergeblich sucht man Deckung. Der Hohe wendet sich halb zu Elihu, halb zu Hiob hin, streng fragend:
„Wer ist der Grüne, der sinnlos Gottes Ratschluss dunkel machen will?“ „Mein Sohn“, sagt Hiob. „Ich denke, deine Kinder starben?“ Hiob wird ungewiss, wer der Hohe wirklich ist. Hat ihn sein Gefühl betrogen? „Ich nahm Elihu zu mir.“ „Bleibt er dein Sohn?“ „Ja“, ruft Hiob sofort in der Hoffnung aus, dem Angstbündel zu helfen, das kalkweiß in der Ecke lehnt.
„Er war nicht brav; es geziemt ihm auch kein Elternhaus!“ Elihu duckt sich zusammen, während Hiob nach des Gastes Gürtel fasst: „O lieber Herr, man geht manchen krummen Weg. Soll um meiner Fehler willen dieser Junge leiden? Er wird jetzt gut, dass Gott an ihm ein Wohlgefallen hat.“
„Gut, Ich rechne mit ihm ab; die andern mögen ihre Lasten selber bis zum Gnadenorte schleppen.“ Der Jüngling wagt sich vor: „Soll ich wie Hiobs Söhne leiden, will ich lieber . . .“ Drauf verzichten, möchte er in Dummheit sagen. Der Hohe tippt ihn an: „Dich zu schütteln, ob am grünen Holze Früchte reifen, wäre Zeitverlust. Werde erst ein Mann, ehe du zu Männern sprichst! Und des Weibes Spindel ist vor GOTT dasselbe wert wie das Sätuch des Mannes. Deine hohlen Lippen hört der Schöpfer nicht!“
Mag der Hohe sein, wer er will, trotzt Elihu, er lässt sich nicht wie einen Knaben schelten. „Ich rühmte Gottes Herrlichkeit und …“ „. . . verdammte Hiob, der mir Gutes tat. Sprich das nach!“ Elihu wehrt sich verzweifelt, doch nicht mal Hiobs Bitte hilft, der Hohe möge es dem ‚Kind‘ erlassen. „Hiob, willst du deinem Schöpfer sagen, wie Er abzurechnen hat?“ Betroffenes Schweigen. Der Schöpfer? Kam ER in Seiner hehren Majestät, dann . . . Elihu sagt es leise nach.
„Es kam zwar nicht von Herzen; doch du bist verführt.“ Ein Blick fällt auf die Männer. „Dein Ruhm für Gott war eitel Wahn. Oder soll ICH fragen, ob Er zu dir geredet hat? Warst du dabei, als Er die Erde gründete? Kennst du die Ferne, die kein Auge sieht? Hörtest du die Morgensterne loben, Gottes Kinder jubeln im Heiligtum, mit dem du Hiob kränktest? Man hielt ihm vor, ob er des Meeres Tropfen zählen wolle. Habt ihr sie denn gezählt?“
Die Frage gilt den Alten, die auf der Bank wie Vögel ohne Federn hocken. „Merket! Euch gilt, was der Schöpfer zu den Elementen sagt:
‚Bis hierher sollt ihr kommen und nicht weiter;
hier soll sich legen eure stolze Flut!‘
Hiob, sahest du schon eine Morgenröte, die nicht von dieser Erde ist? In Demut sagst du ‚Nein‘, obwohl du aus der fünften Morgenröte Träger deines Tages wurdest (siehe „UR-Ewigkeit in Raum und Zeit“, 5. Schöpfungstag). Man verdammte dich. Bist du in ihre Tiefe abgestürzt? Hat sich des Todes Tor dir aufgetan, da man deinen Tod nicht früh genug erwarten konnte?“ Die Alten werden immer kleiner. Woher weiß der Fremde jedes Wort, das sie heimlich miteinander sprachen?
Der Hohe sieht sie strafend an: „Sollte Hiob es nicht wissen, wo das Licht zu Hause ist? Den Weg zur Finsternis hat er gefunden, um das Licht hinabzutragen. Habt ihr den Schnee sich bilden sehen? Die Stätte, die den Hagel schickt? Kennt ihr Gottes Zeit? Den Pfad, wo sich die Strahlen teilen oder wo der Ostwind weht? Die Natur ist euch im Ursprung sehr verborgen, von der Herrlichkeit des Geistes ganz zu schweigen!“ Er zeigt auf Eliphas:
„Bindest du des Heiligtumes ‚Sieben Sterne‘ (Off. Joh. 1, 20)? Löst du das Band des Orions? Nenne mir ein Sterngebilde und wie es entstanden ist!“ Eliphas reißt erschrocken seine Augen auf. Die Sterne? Nachts leuchten sie zum guten Gang, sonst jedoch —? Streng fasst der Hohe Frager Bildad an, der schon im Vorhinein vor Zittern kaum zu denken wagt, geschweige denn einer Antwort fähig ist.
„Dich, der du Meinem Freund viel Böses tatest, will Ich um die Wunder dieser Erde fragen.“ Er nennt viele Tiere und forscht nach eines jeden Art. Die Güte in den Worten merkt man nicht; sogar Hiob wird es bange. Die Alten tun ihm leid. Er vergisst die Ascheschalen, er sieht nur ihren Schreck und ihre arme Angst. Da fällt er abermals ins Wort. Er hat viel versäumt und oft ungerecht entgegnet. War der feine Spott als Schild sein Recht?
Gewisslich, dass der Schöpfer kam, bittet er: „Herr, höre mich.“ Der Hohe dreht sich um: „Was hast du Mir zu sagen?“ „Ich forderte die Freunde erst heraus; es ist meine Schuld. Darum sei nur lieb und gnädig und rühre sie nicht an. In Zukunft will ich darauf achten, wie mein Herr es haben will. Bürde mir den Leviathan auf; und nie wieder will ich reden ohne Gottes Geist.“
„Soll Ich fragen und du lehrest Mich?“ „Herr, so nicht!“, zittert Hiob. „Sieh mein Herz, ob es rein vor Deinen Augen ist.“ Der Hohe streicht über das leidgezeichnete Gesicht: „Kann Geduld ein Urteil ändern, das Gerechtigkeit erheischt? Fällst du dem Willen in den Arm, wie soll der Schöpfer Seine Werke hüten? Sie gehören nicht zu deinem Haus (5. Sphäre der Geduld).
Kann Ich nicht mit Meinen Fackeln leuchten wie ich will? Auch mit der Fackel der Geduld? War nicht einer geifernd, der andere von Zorn erfüllt, der dritte ließ dich seinen Hochmut schmecken? Du konntest sie aus deinem Geist verjagen. GOTT war deine rechte Hand! Du aber betetest, damit das Licht sie wieder überfluten möge. Nimmst du nun den Leviathan auf, so bürde Ich den Behemoth dazu.“
Hiob meint, der Behemoth sei ja ein Tier vom Nil (Nilpferd), der Leviathan ein Sagentier. „Richtig“, bestätigt es der Hohe. „Du hast die Erdenlast im Himmel aufgenommen, die Last des Geistes aber auf der Welt.“ Er fragt die Alten: „Könnt ihr das erklären, so seid ihr frei; wenn nicht, da muss ich weiter mit euch reden.“ Die Gefragten schweigen; keiner weiß um diesen Sinn.
Ein feines Lächeln: „Ihr habt ja Hiob unterwiesen, wie er recht zu wandeln hätte. Da muss doch einer reden können?“ Nein, in ihren Hirnen lagert leeres Stroh. „Herr“, berührt der Doktor demütig das Gewand, „erlaubst Du, dass ich etwas sage?“ „Ja; bei Mir darf jeder reden, dessen Herz voll Liebe und Verstehen ist.“
„Daran fehlte es bei mir.“ Der Arzt tritt zurück. „Bleibe“, hält ihn der Hohe fest. „Du erkennst es, wenn du an des Höchsten Seite stehst.“ „Herr, Herr“, sagt der Arzt, „mir ist, als stünde ich vor Gott! So wie Dich hörte ich nie jemanden reden und kenne Fremde weit und breit. Vielleicht bist Du es und hast nur einen dicken Mantel angezogen, weil wir — besonders ich — es nicht verdienten, auch nicht ertrügen, zu Dir das Auge zu erheben.
Nun soll es, bevor der erste Erdteil*[v9] unterging, den Leviathan gegeben haben. Menschen, vom Geist getragen, beherrschten ihn. Wir sind durch Adam an die Sünde angebunden. Vielleicht ist Höheres im Spiel? Der Behemoth frisst Kraut: Das bezieht sich auf das Irdische, was wir Menschen unnütz tun. Allein Gott sieht in Gnaden auf das Irdische, das Seinen hohen Zwecken dienen muss.
Der Leviathan wird den Kampf von Licht und Finsternis betreffen. Herr, mich durchbebte es, als Du sagtest, Hiob habe im Himmel das Irdische, hier die Last des Geistes aufgenommen. Daraus erkannte ich: Hiob ist ein hoher Geist, der im Vorhinein die Last erwählen kann, die sonst ein anderer zu tragen hat. Wer —? Der Schöpfer oder jenes Ungetüm? Als Hiob Leid und Krankheit in Geduld ertrug, nahm er den Kampf des Geistes auf, gegen Luzifer, aber für die Menschen, die ihm Böses taten. Auch für mich.“
„Sei gesegnet! Weil du dein Unrecht eingesehen hast (Kap.16, 50), kann dein Geist das Licht vom Höchsten Geist entlehnen und von MIR die Heilergabe wiederhaben, die dir durch Hiob zugeflossen war.“ Betroffen kniet der Doktor nieder. „Herr?“ Er weint. „Unwert bin ich, vor Dir zu liegen; aber lass mich Deinen Saum berühren, damit ich weiß: Ich liege nun vor meinem Gott.“
Priguhas stößt Samulis, er möge reden. Hm, aber was? Er stottert: „Herr, wir möchten mit gesegnet sein, obwohl wir Sünder . . .“ „. . . in Treue eurem Fürsten dientet. Was daneben ging, braucht euch weniger zu kümmern, wenn ihr in Zukunft eure Fäuste in der Tasche lasst. Auch ihr“, wendet Er sich an Ra-Tana, Ismaha und Simon, die eingetreten waren, „seid gesegnet.“ Ismaha flüchtet in des Hohen Arm. Alle sind erstaunt. Wo bleibt die Ehrfurcht? Der Herr lächelt:
„Seid nicht bange. Soll der Vater nicht ein Kind am Herzen ruhen fühlen? Betet euer Geist Mich an, dient eure Seele Mir allein, liebt Mich euer Herz, schenkt ihr Mir das Gemüt, so seid ihr Meine Kinder! Auch du, Ra-Tana. Noch verstehst du solches nicht, aber einst kehrst du mit Freuden heim. Denke nicht zurück an das, was hinter dir versinkt; schaue Mir ins Angesicht.“
Ra-Tana schluchzt. Ismaha zieht sie in Gottes Arm hinein. Einer sitzt tief beschämt: Eliphas. Wie zuvor die Blitze durch das Dunkel lohten, so die Erkenntnis ihn: ‚Ich ließ mich vom Leviathan fressen, ich zog das ärgste Übel an, Hochmut und Überheblichkeit.‘ Er ist alt, schnell öffnet sich das Grab; er wird niemals mit den andern um den HERR sich scharen dürfen — nie! Da geht er hinaus und weint bitterlich (Matt. 26, 75).
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