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321.  Vom Zustand der Religionslehre zur Zeit Jesu

321.
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7. Januar 1883
Er sprach aber zu dem Volke: "Wenn ihr eine Wolke sehet aufgehen vom Abende, so sprecht ihr bald, es kommt der Regen, und es geschieht also, usw., wie prüfet ihr aber diese Zeit nicht, und warum richtet ihr aber nicht an euch selber, was recht ist?!"
-Lukas 12, 54 – 58-

 
Liebe Kinder!

In diesem Kapitel redete Ich zu dem Volke, und warnte es vor der Heuchelei der Pharisäer und Schriftgelehrten; denn diese waren es hauptsächlich, welche das Volk irre machten, in der wahren Anschauung Gottes; weil sie zuerst ihre selbst gemachten Gebete und Gesetze geltend zu machen suchten, um ihren Vorteil daraus zu ziehen. Also mißdeuteten sie viele Meiner Worte, um das Volk damit zu ängstigen, und ihm den wahren kindlichen Glauben, welcher aus der Einfalt des Herzens kommt, zu rauben; denn bei diesem Glauben wären die Menschen mit Mir Selbst mehr in Verbindung gekommen, und die Vermittlung der Leiter und Lehrer des Volkes wäre nicht als so höchstnötig betrachtet worden, wofür sich die Pharisäer und Schriftgelehrten gar teuer bezahlen ließen; daher ihre Wut gegen Mich, weil es sich mehr um ihr äußeres Ansehen und Interesse handelte.
Allein sie waren in einer Beziehung blinder als das Volk, weil sie den großen Tag nicht erkannten, der durch Mein Erscheinen angebrochen war, und daher sie sich allem zu widersetzen suchten, was ihrer Vernunft unfaßbar war, da es eben auf etwas Höherem als nur auf derselben beruhte, nämlich auf der göttlichen Macht! Sie ahnten diese zwar, und Meine Wunder und die Wirkung meiner Lehre an vielen Menschen überzeugten sie sogar von der Göttlichkeit Meiner Person; doch ihre blinde Bosheit ließ es nicht zu – Mich anzuerkennen, während Ich doch gerade mit ihnen am ehesten Mich zu verbinden suchte, weil sie als Leiter des Volkes viel mehr Einfluss auf dasselbe ausgeübt hätten, und also Meinem Reiche schneller Bahn gebrochen worden wäre.
So aber mußte Ich, statt ihnen ein Amt zu übertragen, dasselbe ihnen ganz entziehen, weil durch Gegenlehre ihre Widersprüche beseitigt werden mußten. Alle ihre Wissenschaft und Gelehrsamkeit halfen nichts, ihr Ansehen zu behaupten, und der göttliche Geist siegte bei der Mehrzahl gegen diese Vernunfterfindungen.
Lange genug hatten dieselben Unrecht ausgeübt und Unheil angestiftet, und die geistige Finsternis unterhalten; daher mußte das Morgenrot eines neuen Tages im geistigen Gebiete anbrechen, um die Herzen mit göttlichem Lichte zu erleuchten, welches kein äußerlicher großer Rat mehr auszulöschen vermag!
Dieses war der Standpunkt Meines Judenvolkes, als Ich zu ihm im Fleische kam; und dieser Zustand im geistigen Gebiete ist heute wieder vorhanden (nun bei den Christen), darum muß Ich abermals geistige kräftige Mittel wählen, um die Geistesflamme frisch anzufachen, welche durch den freien Willen des Menschen immer wieder zu vertilgen gesucht wird!
Ich muß abermals ein Feuer anzünden, von dem Ich wollte es brennete schon; denn viele schwere Heimsuchungen muß Ich ergehen lassen, bis sich Mein halsstörriges Volk ganz zu Mir wendet; aber wehe Solchen, die da Schuld sind an der Finsternis, in welcher das Volk tappt; denn diese haben zuvor ihre Ohren verschlossen der Stimme des heiligen Geistes, welcher sie berufen wollte, als tüchtige Arbeiter in Meinem Weinberge; aber sie haben Mir statt Trauben nur Herlinge gepflanzet, den Erben oder den Sohn hinaus gestoßen, und sich selbst zu Herren eingesetzt. Ich der Herr aber werde Mich nun aufmachen und Mein Erbteil an Mich reißen!

Amen, ja und Amen! Euer Jesus!

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